/ Wort zum Tag

Psalm 119,19

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

In den letzten Monaten ist es bei uns zu Hause sehr lebendig geworden. An zwei Tagen in der Woche kommt unsere kleine Enkelin zu uns. Das sind schöne Tage, auf die meine Frau und ich uns jede Woche riesig freuen.
Und wir erleben hautnah mit, wie die Kleine heranwächst. Von Tag zu Tag geht das mit dem Laufen ein bisschen besser. Voller Begeisterung blättert sie in dem Bilderbuch vom Bauernhof und verschiebt die Figuren, die durch einen Magnet auf den dicken Seiten haften. Ganz aufgeregt ahmt sie den Nachbarshund nach, der jedes Mal laut bellt, wenn er sie sieht. Und wir können nie den Kinderwagen aus der Garage holen, ohne dass die Kleine einmal auf Opas Motorrad gesessen hat.
Das Leben ist für sie ein Abenteuer. Jeder Tag bringt neue Erlebnisse und Erfahrungen. Jeden Tag lernt sie ein klein wenig mehr vom Leben und ergreift ihre Welt. Und wir als Großeltern lieben unsere Enkelin und freuen uns darüber, dass sie sich bei uns ganz offensichtlich zu Hause fühlt. Mit ihr hat unser Leben ein neues, ganz buntes Teil erhalten.
Diese Erfahrungen mit unserer Enkelin hatte ich sofort im Kopf, als ich den kurzen biblischen Satz für heute las: „Ich bin nur Gast auf Erden.“ Als Gast kommen Freunde oder Bekannte einfach nur vorbei für ein paar Stunden oder ein paar Tage. Wir sprechen intensiv über spannende Fragen oder feiern miteinander oder machen einige interessante Ausflüge miteinander. Und dann geht der Gast wieder. Vielleicht hat er sich in dieser Zeit zu Hause gefühlt bei mir. Wir haben gegenseitig Anteil gegeben und genommen an unserem Leben. Aber bei mir war nicht der Platz, wo er hingehört. Er oder sie, sie waren eben nur Gast bei mir.
Ist die Welt, in der wir stecken, der Ort an dem wir leben, die Menschen, mit denen wir verbunden sind, nicht der Platz, an den wir gehören? Fühlen wir uns wohl in unserem Leben und sind dennoch hier nicht zu Hause?
Der Beter des Psalms, der diesen Satz aufgeschrieben hat, betrachtet sich in seinem Verhältnis zu Gott. Er spricht davon, dass er an Gott hängt und an dem, was Gott formuliert hat in seinem Wort. Die enge Verbundenheit mit Gott ist ihm wichtiger als alles, was er hat in seinem Leben und was er sieht in dieser Welt. Bei Gott ist für ihn sein Zuhause.
Und Jesus hat davon gesprochen, dass Gott für jeden, der ihm glaubt ein Platz in seiner Nähe hat. „In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? ...Und ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.“ (Joh. 1, 2 + 3b)
Wer Jesus vertraut, der hat eine Wohnung bei Gott. Wer Jesus vertraut, der hat im Himmel sein Zuhause. Und Jesus verspricht jedem der ihm vertraut, ihn abzuholen, damit er einziehen kann in sein Zuhause bei Gott. Auf diesen Moment freue ich mich, denn ich vertraue Jesus, dass er das wahr macht.
Deshalb bin ich auch nur Gast auf Erden. Aber wir können fröhliche und aktive Gäste sein. Gäste, die sich über das Leben und die Menschen und jede Kleinigkeit freuen. Gäste, die mutig ihren Alltag gestalten und anderen unter die Arme greifen, wo immer sie gebraucht werden. Gäste, die auch im Vertrauen zu Gott schwierige Fragen anpacken und bedrückende Lasten selbst oder mit anderen tragen.  
Im Vertrauen zu Gott sind wir hier eben nur Gäste, die wissen: Mein Zuhause ist bei Gott und es kommt der Tag, dann werde ich dort einziehen. Das wird der schönste aller Tage.
 

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