/ Wort zum Tag

Nehemia 13,2

Bibelvers

„Unser Gott wandte den Fluch in Segen.“

Nehemia 13,2

Ich habe aktuell in der Seelsorge einige Menschen, deren Leben buchstäblich unter einem Fluch steht. Ein Beispiel:

Der Vater einer mittlerweile sechsundzwanzigjährigen Frau eröffnete ihr: „Wenn du als Baby behindert gewesen wärest, hätte ich dich umgebracht.“ Nun war sie tatsächlich behindert, allerdings unsichtbar. Sie hatte einen schweren Herzfehler, der im Alter von zehn Monaten operiert wurde. Die ältere Schwester bezeichnete sie als „Missgeburt“. Ihre Mutter eröffnete der dannzumal herangewachsenen Frau einen weiteren belastenden Satz: „Als du operiert warst, habe ich es dir überlassen, ob du weiterleben willst.“

Solche Aussagen sind negative Kraftworte oder eben Fluchworte. Sie legen einen Menschen auf destruktive Weise fest. Die erwähnte junge Frau kommt in ihrem Leben auf keinen grünen Zweig. Sie bewegt sich in einer Art Tunnel und sieht kaum Licht.

Auch Segensworte sind Kraftworte, allerdings positive, konstruktive. Als Pfarrer segne ich am Schluss des Gottesdienstes die Gemeinde:

„Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ (4.Mose/Numeri 6,24-26)

Ich tue dies im Bewusstsein, dass dieser Segen mehr ist als einfach ein guter Wunsch. Ich habe immer den Eindruck, dass die Gemeindeglieder diese Worte dankbar aufnehmen, in einem guten Sinn aufsaugen. Sie dürfen die Kirche anders verlassen als sie sie betreten haben, gesegnet eben.

Kraftworte kommen auch in unserem Alltag vor, wenngleich nur selten. Das klassische Beispiel dafür ist das „Ja“ vor dem Standesbeamten. Wer auf die Frage „Wollen Sie Herrn X / Frau Y zum Mann / zur Frau nehmen?“ mit „Ja“ antwortet, schafft damit eine neue Realität. Vor diesem Wort war die Person ledig, nachher ist sie verheiratet.

Das Wesen eines Kraftwortes ist, dass es eine neue Wirklichkeit schafft. Das stimmt für beiderlei Kraftworte, sowohl für die positiven als leider auch die negativen.

Unendlich dankbar bin ich dafür, dass wir Flüchen nicht einfach hilflos ausgeliefert sind. „Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ (1.Johannes 3,8b) Wir dürfen die Vollmacht des Gottessohnes in Anspruch nehmen, um die negativen Bindungen durch Fluchworte zu zerschneiden. So kann wahr werden, was die heutige Tageslosung verheisst: „Unser Gott wandte den Fluch in Segen.“

Gehen Sie mit dem Wunsch in den heutigen Tag hinein, als segnende Person zu wirken. Bitten Sie Gott, ihre Zunge zu leiten. Es gibt auch in ganz kleinen, alltäglichen Zusammenhängen aufbauende Worte.

Der Herr segne Sie und behüte Sie!
 

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