/ Wort zum Tag

Hiob 28,28

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Einsicht.

Hiob 28,28

Friedrich Schiller verfasste die Wallenstein-Trilogie. Darin sagt der Generalleutnant Oktavio Piccolomini zu seinem Sohn Max: „Mein bester Sohn! Es ist nicht immer möglich, im Leben sich so kinderrein zu halten, wie's uns die Stimme lehrt im Innersten. In steter Notwehr gegen arge List bleibt auch das redliche Gemüt nicht wahr. Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, immer Böses muss gebären.“

Hier wird in dichterischer Schönheit eine allgemeine Lebenserfahrung ausgedrückt: Wir wissen im Innersten zwar, was gut wäre, aber die böse Welt zwingt uns, Böses zu tun. Und die böse Tat führt zu immer neuem Bösem. Sich in Bosheit verstricken zu müssen, ist schicksalhaft gegeben, selbst wenn wir ein redliches Gemüt haben. So sagt es Schillers Weisheit.

Die biblische Weisheit widerspricht dem. „Die Furcht des Herrn, das ist Weisheit.“ In Ehrfurcht vor Gott leben, die Entscheide auf ihn bezogen fällen, nach seinem Willen fragen, das zeichnet einen weisen Menschen aus. „Furcht des Herrn“ – das schliesst das Beachten seiner Gebote ein. Die Lebensregeln dessen beachten, der das Leben erschaffen hat, das ist klug.

Wie so oft im Alten Testament ist der zweite Teil des Satzes zum ersten Teil parallel geführt: „Furcht des Herrn – Weisheit“ entspricht demnach „Meiden das Böse, das ist Einsicht“.. Die Wurzel alles Bösen ist, Gott nicht Gott sein zu lassen. „Ihr werdet sein wie Gott!“ war die Versuchung im Paradies. Die Parallelität ergibt sich nur völlig logisch: Wer Gott in Ehrfurcht begegnet, wer ihn Gott sein lässt, wer seinen Willen und seine Gebote ernst nimmt, der kennt die Fallen des Bösen in seinem Leben. So ein Mensch wird Gott um die Kraft bitten, den Schlingen des Bösen ausweichen zu können. Ein so geführtes Leben vertieft die Einsicht in das Wesen des guten Gottes und in das Unwesen des boshaften Bösen.

Sie, liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer, hören sich jetzt gerade das „Wort zum Tag“ an. Sie fragen offenbar nach Gott. Damit haben Sie den entscheidenden Schritt schon getan, um das Böse zu meiden. Lassen Sie den Tag, der Ihnen bevorsteht, so weit es schon möglich ist, vor Ihrem inneren Auge vorbeiziehen. Wo könnte das Böse seine Fallen aufstellen? Wo benötigen Sie noch eine Portion Gottesfurcht?

Oder – wenn Sie in die umgekehrte Richtung, in die Vergangenheit blicken: Wo haben Sie schon Siege oder Niederlagen gegenüber dem Bösen erfahren? So oder so: Das Leben mit Gott führt uns zur Einsicht, wie das Böse vermeidbar ist.


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