/ Wort zum Tag

Psalm 91,15

Bibelvers

„Ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.“

Psalm 91,15

Neben den Psalm 23 vom „Guten Hirten“ wage ich den Psalm 91 vom „Schirm des Höchsten“ zu stellen - als genauso wertvoll. Denn beide Psalmen singen begeistert von Gottes Nähe in der Not.
Ich muss aber zugeben, dass ich erst in den letzten Wochen den grandiosen Psalm 91 genauer  gelesen habe. Obwohl er seit Generationen bei unseren Familienfesten gebetet wird.
Ich entdeckte, dass sich in den großartigen Bildern ein Zwiegespräch versteckt.
Ein Mensch in Todesangst redet mit Gott. So wie ein von Feinden Gehetzter sich in eine Höhle flüchtet, versteckt sich hier ein Geängsteter bei Gott. Flieht sozusagen unter Gottes Schirm, in seine  Arme. Und dort sagt er das Größte, was ein Mensch sagen kann: „Du bist mein Gott!“
Es gibt einige Anhaltspunkte, dass dieses Lied von Mose stammt.
So wie keiner besser als David den Guten Hirten kannte, so erlebte niemand besser als Mose, dass man sich in jeder Gefahr unter den Schirm des Höchsten flüchten darf.

Schlimme Gefahrensituationen werden im Psalm 91 geschildert  -  Pest, Seuchen, Giftpfeile, Grauen der Nacht. Und es wird gesagt, dass Gott aus all dem heraus rettet. Gott habe sogar seinen Engeln befohlen, den, der ihm vertraut, auf ihren Händen aus der Gefahr heraus zu  tragen.
Und jetzt, gegen Schluss des Psalms wächst die Spannung: Gott redet selbst:
Er enthüllt das Geheimnis, wen er retten wird: „Den, der mich liebt. Der meinen Namen kennt.  Den, der mich anruft.“

So ist dies Zwiegespräch zwischen Mose und Gott eine absolut persönliche Sache. Es ist das Muster einer Liebesbeziehung.
Einer Beziehung, die auch zwischen Ihnen und Gott entstehen kann. Wenn Sie Gott lieben, wenn Sie seinen Namen kennen, wenn Sie zu ihm rufen, dann, ja dann ist Ihnen ebenso dieses  Fünffache verheißen: Gott will Sie erretten, schützen, erhören, mit langem Leben sättigen, Ihnen sein Heil zeigen.
Und als Krönung heute im Wort zum Tag schließlich noch diese drei Versprechen: „Erstens: Wenn du mich liebst, bin ich bei dir in der Not. Zweitens: Dann reiß ich dich heraus. Drittens: Ich bring dich zu Ehren.“

Spannend ist für mich der Ausdruck „Herausreißen“. Ich finde ihn z.B.  in Hiob 36: „Gott reißt auch dich aus dem Rachen der Angst; und an deinem Tisch, voll von allem Guten, wirst du Ruhe haben.“
Ebenso bei David im Psalm 18: „Als mir angst war, schrie ich zu meinem Gott. Da streckte er seine Hand aus und  riss mich heraus aus großen Wassern, denn er hatte Lust zu mir.“
Was Mose hier in unserem Psalm Gott sprechen hört, das hat er mit dem Volk Israel erlebt, als sie aus den Fluten des Roten Meeres gerissen wurden.

Ich hatte seit Monaten gesundheitliche Einschränkungen. Die führten immer wieder mal nachts zu einer Panikattacke. Aber dann war‘s schön, wenn die Gewissheit wuchs: Gott ist bei mir in dieser Not.
Und noch schöner war‘s, wenn ich herausgerissen wurde aus dem Rachen der Angst. Wenn der Morgen kam und der Arzt Entwarnung gab.

Wer im Glauben durchhält, wird  am Thron Jesu auch das Letzte erleben, was heute in der Losung  versprochen ist: „Ich will ihn zu Ehren bringen.“
Am Thron des Dreieinigen werden wir bestimmt  mit allen Seligen lachen, wenn wir zurück denken an alle Rachen der Angst, in denen wir hier gezittert haben.

Und können dann mit dem Liederdichter sagen: „Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, Ich bin stets sein Gesell.“

 

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