/ Wort zum Tag

Hesekiel 28,25

Bibelvers

So spricht Gott der HERR: Wenn ich das Haus Israel wieder sammle aus den Völkern, unter die sie zerstreut sind, so will ich an ihnen vor den Augen der Heiden zeigen, dass ich heilig bin.

Hesekiel 28,25

Für viele Juden und Christen war es ein atemberaubendes Ereignis, als im Jahr 1948 der Staat Israel im „Land der Väter“ neu gegründet wurde. Seit dem hat eine große Sammelbewegung eingesetzt. Viele Juden aus aller Welt sind nach Israel gezogen. Und diese Bewegung ist noch nicht abgeschlossen. Nach etwa zweieinhalb Tausend Jahren der Zerstreuung des Volkes in viele Nationen kommen nun jüdische Immigranten aus Russland, Europa, den USA, dem Jemen und anderen Ländern wieder in Israel zusammen.
Damit erfüllt sich eine alte Verheißung des Propheten Hesekiel. Er wirkte etwa 593 bis 571 v. Chr., in der Zeit der babylonischen Gefangenschaft. Gleich am Anfang seines prophetischen Buches schreibt er: „... als ich unter den Weggeführten am Fluss Kebar war, tat sich der Himmel auf, und Gott zeigte mir Gesichte“. Das heißt, Visionen, Bilder oder Träume. Darunter waren immer wieder hoffnungsvolle Perspektiven, die Gott ihm im Blick auf die Zukunft seines Volkes Israel gab: Gott wird sein Volk wieder aus allen Nationen sammeln im Land ihrer Väter. Es ist für Gott eine Ehrensache, denn dadurch will er an seinem Volk vor den Augen aller Völker seine Heiligkeit zeigen. Wir sind also mit vielen anderen Zeitgenossen heute Augenzeugen  einer Erfüllung alter Zusagen Gottes für sein Volk. Viele, die das nicht so wahrhaben wollen, weisen darauf hin, dass der moderne Staat Israel nicht einfach deckungsgleich sei mit dem Gottesvolk des Alten Testamentes. Und doch ist das Handeln in der Geschichte dieses Volkes unverkennbar und ein Wunder vor unseren Augen.

Manches, was im Zusammenhang mit dieser von Hesekiel vermittelten Zukunftsaussicht auch noch beschrieben wurde, steht als Erfüllung noch aus. Etwa wenn es heißt: „...forthin soll für das Haus Israel von all seinen feindseligen Nachbarn ringsum kein Dorn übrigbleiben, es zu stechen ...“, oder sie sollen in ihrem Lande „sicher wohnen“. Noch lassen die Nachbarstaaten Israel keine Ruhe. Da muss noch etwas in der Zukunft geschehen. Aber was bedeutet es nun für mich, als Mitglied einer christlichen Gemeinde, des neuen Gottesvolkes, außer dass ich in unserer Zeit Augenzeuge eines weltgeschichtlichen Eingreifens Gottes bin? Als Gemeinde von Jesus Christus, die als „Zweig“ aus dem „Stamm“ des alten Volkes Israel hervorgegangen ist, haben wir eine gewisse Nähe zu diesem Volk. Ihre Bibel gehört auch zu unserer Bibel. Ihr Gott ist der Vater, den Jesus uns offenbart hat auch als unseren Gott. Wenn Gott in seinem Sohn Jesus Christus und seinem Sterben am Kreuz einen neuen Bund geschaffen hat, so ist der alte Bund mit Israel dadurch nicht automatisch aufgehoben. Israel hat als Volk Gottes auch in Zukunft noch eine Bedeutung, wenn auch nicht an Jesus Christus vorbei.

Der Apostel Paulus schrieb in seinem Brief an die Römer, gerade im Blick auf Israel, (Kapitel 11,29): „Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen“. So sehe ich beispielhaft an dem Handeln Gottes an Israel seine Fürsorge und Treue, selbst bei aller Untreue seines Volkes im Laufe seiner langen Geschichte. Mit dieser Liebe, Fürsorge und Barmherzigkeit darf auch seine christliche Gemeinde, und darf auch ich rechnen. So wie Gott sein Wort hält gegenüber Israel, so hält er es auch gegenüber seiner Gemeinde nach dem neuen Bund. Sein Wort ist verlässlich! Alle Verheißungen für die Gegenwart und die Zukunft werden sich erfüllen. Was an Israel geschieht, stärkt mein Vertrauen zu Gott. Er ist glaubwürdig. Und wenn es heißt, dass Gott sich vor den Augen der Völker als heilig erweisen will, zeigt es, dass es ihm auch um die anderen Menschen in dieser Welt geht. Die ganze Welt hat Gott „so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16). Schon zu Abraham sagte Gott, „in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden“ (1. Mose 12,3). Wenn Gott jeden Menschen liebt und im Blick hat, so will ich auch die Menschen, Juden und Nichtjuden, mit seinen Augen sehen und ihnen entsprechend begegnen. 

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