/ Wort zum Tag

Psalm 1,3

Bibelvers

Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.

Psalm 1,3

Vielleicht gehören Sie auch zu den Leuten, die schon einmal einen Baum gepflanzt haben. Ich habe schon als Jugendlicher angefangen, Bäume zu pflanzen. Mein erster Versuch waren zehn Kastanien, die ich einmal im Herbst in die Erde gedrückt und mit Laub bedeckt habe. Die kamen alle prächtig, einige habe ich verschenkt. Eine von ihnen wurde ein richtig großer Baum im Vorgarten vor dem Haus meiner Eltern.

Als ich dann mit meiner Familie in ein eigenes Haus zog, haben wir auch Bäume gepflanzt, Obstbäume: Zuerst habe ich mit dem Spaten das Loch ausgehoben. Dann wird etwas Originalerde mit Pflanzerde und Torf gemischt, schließlich wird das Gemisch kräftig gewässert, und dann kommt der Baum rein. Und dann blühen die Kirschen, und es blühen die Zwetschgen, und die Früchte reifen – oder auch nicht! Erstes Jahr: mickerig, zweites Jahr: nichts, drittes Jahr: alles verlaust, viertes Jahr: die Zweige biegen sich unter den Früchten!

Diese und weitere Erfahrungen in den folgenden Jahren haben mich etwas gelehrt. Wichtig ist es, Schädlinge zu bekämpfen. Wichtig ist es auch, in welche Erde der Baum gepflanzt wird. Aber noch wichtiger ist es, dass der Baum immer genügend Wasser hat! Wir hatten letztes Jahr die für Baumpflege zuständige Fachfrau der Stadt Mannheim auf dem Gelände rund um unserer Kirche. Einige Bäume waren sichtbar krank und mussten gefällt werden. Andere, jüngere Bäume wuchsen nur schlecht. – Warum? Die Antwort: fünf Jahre lang müssen die neu gesetzten Bäume gegossen werden! Erst nach fünf Jahren haben sie ihre Wurzeln so weit in den Boden gestreckt, dass sie auch Trockenzeiten überlegen. Jetzt war uns klar, weshalb eine frisch gesetzte Trauerweide in der Mitte der Wiese vor dem Pfarrhaus vertrocknet war. Sie war einige Jahre lang im Sommer nicht richtig gegossen worden.

"Der Gerechte ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen". Die Bibel spricht hier im ersten Psalm von dem Menschen, der Gott liebt. Er wird als ein Mensch geschildert, der sich über das Wort Gottes freut. Tag und Nacht denkt er über das nach, was Gott ihm zu sagen hat. Ein Mensch, der Gott liebt, beschäftigt sich natürlich auch mit Gottes Wort. Das ist so natürlich wie die Tatsache, dass ein Baum Wasser braucht. Wenn er in einer trockenen Gegend gepflanzt wird, dann wächst er nicht richtig. Aber wenn er in einer wasserreichen Gegend steht, bei einem Bach oder mit genügend Grundwasser, dann kann er sich richtig entfalten.

So ist es auch mit den Christen, die Jesus Christus als den Herrn ihres Lebens lieb haben. Sie interessieren sich auch für das, was die Bibel über ihn und seine ersten Nachfolger erzählt. Sie sind wie ein Baum, der wächst und gedeiht, weil er reichlich Wasser hat.
Wenn der Baum genug Wasser hat, und ein Christ mit Gottes Wort umgeht, dann – so sagt unser Bibelwort – folgt daraus: Er bringt seine Frucht zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht.

Frucht bringt er zu seiner Zeit. – Wir können nicht erzwingen, dass ein Baum Früchte trägt, wenn wir es wollen. Das kommt zu seiner Zeit, wenn der Baum ein gewisses Alter hat. Viele Christen würden gerne Frucht in ihrem Leben sehen, aber sie wollen nicht warten. Deshalb muss uns Gott darauf hinweisen, dass auch in der Natur die Früchte nicht von heute auf morgen kommen, sondern ihre eigene Zeit haben. Und dieser Christ ist auch in geistlich dürren Zeiten nicht in Gefahr, so wie der Baum, der ausreichend Wasser hat. Seine Blätter verwelken nicht, denn er lebt vom Wasser. So ist auch der Christ, der aus den verborgenen Quellen von Gottes Wort Kraft schöpft für seinen Tag. Auch wenn er durch eine schwere Zeit geht, lebt er doch aus dem Wort Gottes, das ihn stärkt.

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