/ Wort zum Tag

Matthäus 21,14-15

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Und es gingen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel und er heilte sie. Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich

Matthäus 21,14-15

Schon lange reiste Jesus mit seinen Jüngern durch Israel. In Jerusalem allerdings hielt er sich selten auf. Nur zu den großen Jahresfesten ging er in das Zentrum des jüdischen Glaubens, in den Tempel. Hier, in Jerusalem, hatte Jesus die meisten Feinde. Nach menschlichem Ermessen wäre er im dritten Jahr seiner Wanderschaft besser in Galiläa, weit weg von den Hohepriestern und Gelehrten geblieben. Denn ganz gleich, wie gut die Menschen von Jesus dachten, und wie gern sie ihn hatten, die Hüter des Glaubens blieben skeptisch. Modern ausgedrückt: Sie betrieben Mobbing. Unablässig stellten sie Jesus nach. Ganz gleich, was er tat oder sagte, nichts war den strengen gesetzestreuen Theologen recht. Anstatt sich zu freuen, dass viele Menschen geheilt wurden, machten sie Jesus schlecht. Sie gönnten ihm sein Ansehen nicht.

Bis heute ist Missgunst weit verbreitet und macht vielen engagierten Menschen das Leben schwer. Warum eigentlich? Warum eigentlich der Zorn auf Jesus, der die Menschen liebte und ihnen half? Was hatte er getan, das den Tod verdient hätte? – Denn bei seinem letzten Besuch in Jerusalem ist er bekanntlich gefangengenommen und hingerichtet worden. Aus fadenscheinigen Gründen. Jesus, der Freund des Lebens, am Kreuz wie ein Schwerbrecher der damaligen Zeit?

Das eigene Ansehen und die Kontrolle über die Gläubigen bringen hohe Geistesträger auch heute noch dazu, die Wahrheit zu verbiegen. So geschehen, als christliche Theologen beider großen Volkskirchen sich dem Rassenwahn Hitler-Deutschlands mit der Bibel in der Hand fügten. Warum eigentlich der Zorn auf Menschen aus anderen Kulturen und mit einem anderen Glauben als der eigene? Ist Andersartigkeit ein Schwerverbrechen, das verfolgt werden müsste? –

Ich bin überzeugt davon, dass es bei der Verfolgung von Andersgläubigen nur vordergründig um einen bestimmten Glauben geht. In Wahrheit geht es immer nur um Macht. Wie bei Jesus damals. Die Hohepriester und Gelehrten fürchteten sich. Sie hatten Angst, Jesus würde ihnen die Schau stehlen und am Ende auch sie kontrollieren. Dass Jesus Machtgier und Kontrollzwang nicht kannte, wollten sie nicht wahrhaben. Sie fürchteten ihn als Machtkonkurrenten, deshalb mobbten sie ihn und bezichtigten ihn, Macht an sich reißen zu wollen. Eine Redensart lautet: „Man kann nur mit dem Dreck werfen, den man vorher aufgenommen hat.“
Missgunst und Machtgier trieben Bibelkenner und Experten dazu, Jesus nachzustellen und ihm das Leben schwer zu machen. Wer Jesus glaubt und seiner Botschaft von der Liebe Gottes, der kann nicht anders, als wie Jesus unbeirrt in der Welt für die Welt da zu sein. Jesus tröstete die Traurigen. Er heilte die Kranken und speiste mit Ausgestoßenen und Verachteten. Er richtete Niedergeschlagene wieder auf. Er heilte sie alle, Römer und Juden und Samariter.

Jesus hatte keine Berührungsängste vor Menschen aus anderen Kulturen und mit anderem Glauben als dem seinen. Er lebte mitten unter ihnen. Wer immer mühselig und beladen war, den rief er zu sich. Heute sind es seine Nachfolger, die an seiner Statt Liebe und Heilung in die Welt tragen.
Doch offensichtlich fällt es vielen Christen leichter, gerecht zu sein anstatt barmherzig. Ein Beispiel: eine Gemeinde berief einen neuen Pastor. Der hielt eine sogenannte Probepredigt und fuhr wieder nach Hause. Einige Wochen später wurde ihm mitgeteilt, er sei willkommen und könne mit seinem Dienst beginnen. Noch während der Umzugsphase erhielt er einen Anruf von einer jüngeren Frau. Die teilte ihm ungeschminkt mit, sie hätte nicht für ihn gestimmt, weil er in seiner Probepredigt nichts über das Gericht Gottes gesagt hätte. Man dürfe doch nicht nur von dem liebenden Gott reden, denn er sei doch auch zu fürchten. – Stimmt! Der Schwerpunkt des Evangeliums aber ist nicht das Gesetz, sondern die Liebe: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, auf dass alle, die an ihn glauben, gerettet würden!“
Ich wünsche Ihnen viele wunderbare Erfahrungen mit der Liebe Gottes.
 


Kommentare

Von Jan am .

Der Punkt mit Macht stimmt genau.

Von M.B. am .

Guten Morgen,
ja, die Liebe Gottes erfahren, das ist es. Aber
zuvor werden wir von Gott erkannt, dass wir arm,hilflos, bind, taub, aussaetzig, lahm, gefangen und zutiefst gottfeindlich sind, eben trotzig und verzagt. Aber an dem Punkt wenden sich viele von Jesus Christus ab, gehen wieder in die Welt oder bleiben oder werden Gutmenschen.
In christlichen Kreisen müssen ja alle, alle lieben, Ekel ist da gar kein Argument:-) aber das überfordert die, die sich noch in der Auseinandersetzung mit mehr

Von Carmen Fritz am .

Ich möchte mich für die Worte von Rositta Krämer bedanken.
Ich finde es mutig von der jungen Frau, den Pastor anzurufen, und ihm ungeschminkt ihre Meinung zu sagen. Barmherzig war das sicher nicht. Dennoch sucht sie den Kontakt zum Pastor, macht sich gedanken. Sie hat Vorstellungen und sicher auch eine Vergangenheit, die sie dazu bringt, Gottes Zorn und Gericht ernst zu nehmen. Wenn der Pastor Barmherzig auf sie reagiert, werden die beiden vielleicht Freunde und können voneinander lernen. Gottes Segen dazu!!


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