/ Wort zum Tag

Psalm 63,5

Bibelvers

So will ich dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.

Psalm 63,5

Nach einem Besuch im Tierpark überraschte uns vor kurzem unsere neunjährige Enkelin mit den Worten: „Ich will ein Haustier! Ich will ein Meerschweinchen!“ – Sie sagte nicht: „ich möchte…“ oder „ich wünsche mir ein Haustier“, sondern ganz bestimmt: „ich will…“. So ist das mit Kindern. Sie sagen meist ganz direkt und unbefangen, was sie wollen:
- ich will ein Eis
- ich will fernsehen
- ich will spielen
- oder eben: ich will ein Haustier.
Wenn jemand sagt: „ich will…“, dann drückt er damit auch seine Wünsche aus. Er zeigt damit, was er vorhat. Fragt man Erwachsene, was sie wollen, bekommt man die unter-schiedlichsten Antworten:
- ich will leben
- ich will glücklich sein
- ich will Spaß haben
- ich will das Leben genießen
- ich will mir etwas gönnen
Da ist ein junger Mann in ein Mädchen verliebt. Und es ist doch klar, was er will. Er will, dass seine Liebe erwidert wird. Oder: da ist jemand krank. Auch da ist doch klar, was er will. Er will wieder gesund werden. Nun hören wir in dem Wort für heute von einem Menschen, der auch etwas ganz bestimmtes will. Da sagt jemand: „Ich will dich loben…“.
Das sagen nicht Eltern von ihrem Kind, das vielleicht gerade mit einer guten Note aus der Schule nach Hause gekommen ist.
Sondern das sagt ein Mensch, der gute Erfahrungen mit Gott gemacht hat. Er hat Gott als Helfer erfahren. Er hat Gottes Bewahrung erlebt. Gott ist sein Halt im Leben. Sein ganzes Denken kreist um diesen Gott. Auf Gott ist seine Sehnsucht ausgerichtet. – Nun könnte man vielleicht vermuten, dass es jemand ist, dem es äußerlich gut geht, der keine Sorgen und Probleme hat. Ein Mensch auf der „Sonnenseite des Lebens“. Dem ist allerdings nicht so. Wir erfahren in dem Psalm, dass sein Leben bedroht ist, dass man ihn verfolgt. Und trotzdem sagt er: „Ich will dich loben mein Leben lang!“ – Das Lob ist seine Antwort auf die Erfahrungen, die er mit seinem Gott gemacht hat. Und in den Psalmen ist es oft genug ein „Lob aus der Tiefe“.
Dabei ist das Lob nicht einfach nur ein Dank. Lob schließt den Dank zwar mit ein, aber Lob ist mehr. Der Gelobte wird im Lob erhöht, besonders herausgestellt. Da steht nicht der Lobende, sondern der Gelobte im Mittelpunkt. Das hat z.B. der große Musiker Johann Sebastian Bach dadurch betont, dass er all seine Werke mit den Buchstaben SDG versehen hat. Sie sind die Abkürzung für: Soli Deo Gloria – allein Gott die Ehre.
Das Lob ist auch eine öffentliche Sache, gehört in die Gemeinschaft, es soll anstecken und zur Freude führen. Und wenn es im Wort für heute heißt: „Ich will…meine Hände aufheben in deinem Namen“, dann zeigt dies für mich, dass das Lob nicht nur eine Sache meines Mundes ist. Der ganze Mensch ist mit einbezogen und das Lob Gottes kann durch eine entsprechende Körperhaltung noch unterstrichen werden.
„Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände aufheben in deinem Namen.“ Dieses Wort für heute ist für mich eine Erinnerung und Einladung zugleich. Es erinnert mich daran, nachzudenken. Und zwar einerseits darüber: wo ich in meinem Leben Gottes Hilfe erlebt und was ich an Gutem von ihm erfahren habe. Dass ich mir bewusst Zeit dafür nehme und mir täglich bewusst mache, was ich Gott letztlich verdanke und dass nichts im Leben selbstverständlich ist. Und dass ich andererseits auch das in den Blick bekomme, wo Gott im Leben anderer Menschen, in der christlichen Gemeinde und in dieser Welt wirkt. 
Und dieses Handeln und Wirken Gottes, das kann und will ich nicht verschweigen. Darüber will ich Gott loben und ihm die Ehre geben, wenn ich z.B. mit anderen zusammen Loblieder singe oder bete oder wenn ich mich in der Öffentlichkeit zu Gott bekenne und von dem erzähle, was er getan hat. Gott zu loben, das ist mehr als angemessen.

 

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