/ Wort zum Tag

2. Korinther 4,15

Bibelvers

Denn es geschieht alles um euretwillen, damit die überschwängliche Gnade durch die Danksagung vieler noch reicher werde zur Ehre Gottes.

2. Korinther 4,15

Im 2. Kor-brief Kap. 4 schreibt Paulus: Denn es geschieht alles  -und mit diesem alles fasst er zusammen, was er zuvor beleuchtet hat: Wir tragen den Schatz des Evangeliums in uns. Denn wir wissen, dass wir auferweckt werden mit Christus-  um euretwillen, damit die überschwängliche Gnade durch die Danksagung noch viel reicher werde zur Ehre Gottes. Dann führt Paulus seinen Gedanken weiter: Auch wenn unser äußerer Mensch einmal zerfällt, seht nicht nur auf das Sichtbare. Seht auf das Unsichtbare, seht auf das Ewige. Denn es schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit.
Überschwänglich, viel reicher, über alle Maßen – so beschreibt Paulus den Hoffnungsschatz des Evangeliums. Über alle Maßen – mit diesen drei schlichten Worten gibt Martin Luther wieder, was Paulus hier von der Sprengung, von der Überbietung aller Maßstäbe sagt. Die eher zurückhaltende Übersetzung Luthers bändigt mir die Sprengkraft des griechischen Originaltextes zu stark. Denn ganz wörtlich - und deshalb auch etwas holprig - lautet diese Passage so: Denn die augenblickliche Leichtigkeit des Leidens bewirkt für uns über alle Maßstäbe hinaus hinein ins Übermaß ein ewiges Schwergewicht der Herrlichkeit.
Über alle Maßstäbe hinaus hinein ins Übermaß – sieben Worte benötigt Paulus, um die Überbietung alle menschlichen Maßstäbe stammelnd anzudeuten. Sieben Worte, die zeigen sollen: Bei Gott gilt nicht der Maßstab 1:1. Sondern auf Gotteslatte steht: 1:100.000.
Tun wir Menschen einen Schritt, dann kommt Gott uns 100.000 Schritte entgegen. Bricht an uns und um uns herum eine Stütze, zerfallen wir - oder werden wir aufgerieben wie es wörtlich heißt -, werden wir aufgerieben durch Lasten, werden wir zu Boden geschmettert durch Schläge des Leidens, schwinden unsere äußeren Kräfte – so handelt doch Gott in uns und an uns – 100.000.fach.
Paulus sagt nicht einfach: Nimm’s leicht! Paulus verharmlost nicht. Er relativiert nicht. Er spielt nicht herunter. Sondern er will helfen, über das Vordergründige hinaus auch die andere Seite zu sehen. Er will helfen zu sehen: Dennoch soll in allem die überschwängliche Gnade durch die Danksagung noch viel reicher werde zur Ehre Gottes.
Was meint das konkret, dieses überschwänglich Reiche, dieses über alle Maßstäbe hinaus hinein ins Übermaß?
Der alte Maßstab 1:1 würde bedeuten: Gott belohnt oder bestraft uns nach unseren Taten 1:1. Der Maßstab 1:1 bleibt stehen im Denken von Leistung und Gegenleistung. 1:1 bleibt verhaftet in der Sicht, nur das Anfassbare, das Begreifbare, das Beweisbare sei wahr und bedeutsam.
Aber Gottes überschwänglich reicher, über alle Maßstäbe hinaus hinein ins Übermaß gesteigerter Maßstab 1:100.000 bedeutet: Ich erfahre, ich spüre, ich darf darin und davon leben: Trotz allem bin ich geborgen bei Gott. Und wenn das Leid mich 100x niederdrücken will, so seht doch 100.000 und 1x der neben mir, der mit seinem Kreuz mein Leiden mitträgt, der auch die dunkelsten Wege mit mir geht, der meine Klage hört, der mir unverbrüchlich zugesprochen hat, dass nichts und niemand auf dieser Welt mich von ihm zu trennen vermag.
So verstehe ich Paulus, wenn er uns zuruft: Es geschieht alles um euretwillen, damit die überschwängliche Gnade durch die Danksagung noch viel reicher werden zur Ehre Gottes. Das lasst uns annehmen und glauben und in uns noch reicher – werden durch unsere Danksagung.
 

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