/ Wort zum Tag

1. Korinther 15,20

Bibelvers

Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

1. Korinther 15,20

„Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind“.

Kein Tag strahlt in der Christenheit so hell wie der Ostertag. Heute feiern wir das höchste Fest. Weltweit jubeln die Glocken, singen die Chöre, blasen Posaunen und brausen Orgeln, werden Osterkerzen angezündet, wird die Auferstehungsbotschaft gepredigt. Was für ein strahlendes Fest! 

Warum das alles? „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten“. So der Originalton des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth. Nun aber! Von wegen: tot bleibt tot. Das mag für alles gelten, was lebt: Menschen, Tiere und Pflanzen. Auf sie wartet der gierige Rachen des Todes. Auch Jesus hat er gepackt. Doch dann ist alles anders gekommen. Gott hat Jesus aus Tod und Grab gerissen und ihn in ein neues Leben gerufen. In ein Leben von ewiger Qualität. Bei Jesus hat der Tod sein Spiel verloren.

Mich erinnert das an den Fall der Berliner Mauer vor mehr als zwei Jahrzehnten. Diese schreckliche Grenze hat die Ostberliner gefangen gehalten. Doch dann kam der Abend des 8. November. Aus schier unerfindlichen Gründen wurde die Mauer an einer einzigen Stelle geöffnet. Wer durch dieses Tor nach draußen ging, trat in die Freiheit. Nun gab es kein Halten mehr. Wer das damals erlebt hat, hat sich seiner Tränen nicht geschämt.

Verzeihen Sie den Vergleich: Aber so ähnlich verhält sich das mit der Auferstehung von Jesus. Gott hat an einer einzigen Stelle der Welt den Ring des Todes durchbrochen: bei Jesus. Wer sich nun an Jesus hält, der wird - wie Jesus – in ein neues, göttliches Leben hineintreten. Natürlich werden wir noch sterben. Aber das ist nicht unser Ende. Wo wir uns an Jesus halten, sind wir keinen Augenblick tot, sondern finden uns in einem neuen, himmlischen Leben vor.

Die Auferstehung bleibt also nicht auf Jesus beschränkt. Jesus ist der „Erstling unter denen, die entschlafen sind“. So formuliert es Paulus. In den letzten Wochen haben wir Erstlinge besonderer Art erlebt. Nach und nach zeigten sich die bunten Frühlingsblumen. Da haben wir gewusst: Die Sonne wird weiter an Kraft gewinnen. Es mag noch gelegentlich schneien und Frost geben. Aber der Frühling ist nicht aufzuhalten. Alles wird aufblühen. Schneeglöckchen und andere Blumen sind Erstlinge des Frühlings. Und wo die sprießen, ist die volle Blüte nicht weit.

Genauso spricht Paulus von der Auferstehung Jesu. Jesus, der Erstling, der Vorbote einer neuen Welt. Was mit Jesus angebrochen ist, ist also nicht Schnee von gestern. Nein, hier zeigt sich unsere Zukunft.

Deshalb verhält es sich mit Ostern völlig anders als mit sonstigen Ereignissen der Geschichte. Die ruhen im Grab der Vergangenheit. Sie sind erledigt und abgehakt, zum Beispiel die Schlacht vom Teutoburger Wald, 9 nach Christus. Die hat damals die Gemüter der Germanen und Römer mächtig ins Wallen gebracht. Aber das regt heute keinen mehr auf. Warum auch? Die Sache zwischen beiden Seiten ist längst abgehakt. Das Ereignis hat seine Wirkung gehabt. Jetzt ist es nur noch für Schüler und Klassenarbeiten wichtig. Und nicht zuletzt für solche, die einen Ausflug zum Hermannsdenkmal unternehmen.

Völlig anders die Auferstehung von Jesus. Was damals begonnen hat, wirkt weiter. Wer sich an Jesus hält, wer ihm glaubt und nachfolgt, wird ebenso auferstehen wie er. Deshalb der Jubel. Deshalb die unbändige Freude am Ostertag. „Jesus lebt, mit ihm auch ich“, freut sich der Liederdichter. Wo wir heute mit Jesus leben, werden wir nie mehr ohne Jesus sein. Grund genug, uns bereits heute fest an Jesus zu binden, ihm zu glauben und dann ausgiebig und fröhlich Ostern zu feiern!
 

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren