/ Wort zum Tag

Markus 5,29-30

Bibelvers

Die Frau spürte es am Leibe, dass sie von ihrer Plage geheilt war. Und Jesus spürte sogleich an sich selbst, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war.

Markus 5,29-30

Unser Tagestext schildert das gute Ende einer endlos langen traurigen Geschichte. Schon zwölf Jahre lang hatte eine Frau sich mit ihrer Krankheit herum gequält. Von Arzt zu Arzt war sie gelaufen. Keiner hatte ihr helfen können. Unzählige Medikamente hatte sie ausprobiert. Die Krankheit blieb. Ihr ganzes Vermögen hatte sie dabei ausgegeben. Es hatte nichts genützt. Im Gegenteil, ihr Leiden war nur schlimmer geworden. Sie war verzweifelt.
Eines Tages hörte sie von Jesus. Die Leute erzählten sich beeindruckende Geschichten davon, was Jesus alles getan und geredet hatte. Und sie erzählten auch, dass Menschen in der Begegnung mit ihm geheilt worden waren. Ob er ihr auch helfen könnte? Die Frage ließ sie nicht mehr los. Und als Jesus dann auch in ihren Ort kam, gab es für sie kein Halten mehr. Sie musste Jesus treffen. Doch das wollten unzählige andere Menschen auch. Eine große Menge drängte sich um Jesus. Aber sie ließ sich davon nicht abschrecken. Schritt für Schritt drängelte sie sich durch die Menge hindurch von hinten an Jesus heran. Er sollte sie nicht sehen. Als sie ihn endlich erreicht hatte, berührte sie entschlossen mit ihren Händen seinen Umhang. In ihr hatte sich die Hoffnung festgesetzt: „Wenn ich nur sein Gewand anfasse, werde ich gesund.” Und tatsächlich, in dem Augenblick, als sie Jesu Gewand berührte, spürte sie ganz intensiv: Sie war ihre Plage los. Ihre jahrelange Blutung war gestoppt. Doch ihre Berührung blieb von Jesus nicht unbemerkt. Er spürte: Heilende Kraft war von ihm ausgegangen. Sofort drehte er sich in der Menge um und fragte: ,,Wer hat mein Gewand berührt?” Die Jünger sagten zu ihm: ,,Du siehst doch, wie die Leute sich um dich drängeln. Da fragst du noch: ,,Wer hat mich berührt?” Aber Jesus blickte umher, um zu sehen, wer es gewesen war. Die Frau zitterte vor Angst. Sie wusste ja, was mit ihr geschehen war. Da trat sie vor Jesus hin und erzählte ihm, was sie erlebt hatte. Jesus schaute sie freundlich an und sagte zu ihr: ,,Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh’ in Frieden und sei frei von deinem Leiden.” Über dieses gute Ende einer langen Krankengeschichte kann ich mich nur freuen. Doch Sie und ich wissen auch — zum Teil aus eigener Erfahrung — nicht jede Krankheit wird von uns genommen. War unser Vertrauen zu Jesus und seinen heilenden Kräften nicht groß genug?
Die Jahreslosung für 2012 gibt uns einen wichtigen Hinweis. Das sind Worte, die Jesus dem an seiner Krankheit leidenden Apostel Paulus sagte. Dreimal hatte Paulus den Herrn angefleht, ihn von seinem Leiden zu befreien. Und die Antwort, die er erhielt? Paulus überliefert sie uns. ,,Er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.” Paulus nimmt das an und bezeugt: ,,Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne... Denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.” So konnte Paulus mit seiner Krankheit leben und trotz seiner Krankheit mit großem Einsatz für Jesus wirken. Diese Kraft Jesu steht auch uns zur Verfügung, jeden Tag neu. Sie hilft mir, mein Leben zu bewältigen, trotz der Spuren, die eine Krankheit in mir hinterlassen hat. Gerade dann, wenn ich keine Energie mehr habe, wenn mir alles zu viel wird, kann ich mich darauf verlassen, dass die Kraft Christ in mir wirkt. Darauf will ich bauen: "Lass dir an meiner Gnade genug sein, denn meine Kraft ist in den
Schwachen mächtig."
 

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