/ Wort zum Tag

2. Mose 3,11-12

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

„Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten? Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge.“

2. Mose 3,11-12

Worauf kommt es an, wenn Menschen eine Aufgabe ausführen, die ihnen gestellt wurde? Bei Bewerbungsgesprächen wird in der Regel nach der (fachlichen und menschlichen) Kompetenz gefragt. In den Kirchen spricht man auchauch von Gabenorientierung. Es geht darum, ob ein Mensch fähig ist, seine Aufgaben zu bewältigen.
Als Mose von Gott gerufen wurde, die Israeliten zu befreien, ging es genau um diese Frage. Im Wort zum heutigen Tag heißt es: „Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten? Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge.“
Mose zögert, den Auftrag anzunehmen, weil er an seiner Befähigung zweifelt. Ganz grundsätzlich hält er es sogar für möglich, dass er schlicht die falsche Person ist. Darum fragt er: "Wer bin ich denn, dass ich  … die Israeliten aus Ägypten führen soll?"
Wer bin ich denn? Das ist eine herrlich ehrliche Frage. Und ein sehr berechtigtes Argument. Stellen Sie sich vor, einer wie Mose würde sich heute als Pfarrer bewerben. Mose wurde als Mörder gesucht und er hatte eine Ehefrau, die einer anderen Religion angehörte. Er hatte jahrelang keinen Kontakt mehr zur Gemeinde gehabt. Außerdem neigte er zum Jähzorn. Als Hirte hatte er mehr mit seinen Schafen geredet als mit Menschen. Er war ein Stotterer, der einen anderen für sich reden ließ. - So einer hätte heute in einem Bewerbungsgespräch um einen Anstellung in irgendeiner Kirche nicht die geringste Chance. Es ist also nur logisch und konsequent, dass Mose sich selbst und damit auch Gott die Frage stellte: Wer bin ich denn?
Gott antwortet darauf: "Vergiss es, das spielt alles keine Rolle, denn ich werde bei dir sein." – Das muss man sorgfältig durchbuchstabieren: Auf die Frage "Wer bin ich denn?" antwortet Gott nicht: "Stimmt! Jetzt, wo du's sagst, fällt's mir auch auf. Du bist ja ein Mörder. Das hatte ich gerade vergessen. Gut, dass du fragst. In diesem Fall nehme ich lieber den Hirten vom Nachbarhügel." Genausowenig sagt Gott: "Mose, jetzt hab doch nicht solche Skrupel. Schau mal: Du bist ein Adoptiv-Enkel des Pharaos und damit ein geborener Führer, du hast ganz besondere Gaben! Du bist hochkompetent! Du musst nur an dich glauben! Jetzt stell dich nicht so an, du schaffst es!"
Gott kommt Mose weder als Moralapostel noch als Motivationskünstler. Seine Antwort an Mose heisst schlicht: "Ich werde mit dir sein. Das ist alles, was du brauchst." Merken Sie, was das bedeutet? Dass Gott mit einem Menschen ist, qualifiziert diesen für jede denkbare Aufgabe. Gott beurteilt Kompetenz und Qualifikation ganz anders als wir. Die entscheidende Frage ist eben nicht: "Wer bist du?", sondern: "Wer ist es, der mit dir geht?"
Menschen, die sich nicht auf Gott, sondern nur auf ihre Qualifikation verlassen, gleichen verdorrtem Gestrüpp in der Wüste. Sie fangen bei einer Aufgabe Feuer, lodern kurz auf und verbrennen. Wer sich aber darauf verlässt, dass Gott an seiner Seite ist, gleicht dem Dornbusch, vor dem Mose im Moment seiner Berufung, steht. Er brennt ohne zu verbrennen, weil Gott das Feuer in ihm nährt. So will Gott durch uns hindurch andern Menschen Licht und Wärme bringen. Derjenige, der uns beruft, qualifiziert uns auch. Er macht uns fähig, die uns gestellten Aufgaben auch zu bewältigen.
 


Kommentare

Von Hedy am .

Vielen Dank. Wunderbare Auslegung. Das macht mir Hoffnung...

Von Ingrid am .

Herr Eschbach,
Ihr Beitrag hat mir sehr gut gefallen, vor allem der Vergleich mit dem Dornbusch (weil Gott das Feuer in m i r nährt!) Danke.

Von Andrea am .

Vielen herzlichen Dank für diese wunderbare Auslegung. Das macht Mut für alle scheinbar unlösbaren Aufgaben! Wenn wir Gott mitgehen lassen, wird es gelingen! Auch mich hat das Bild vom Dornbusch in dieser Art von Auslegung sehr angesprochen!
Lassen wir uns von Gottes Liebe entzünden, dass wir für andere brennen und ihnen das Licht der Liebe Gottes bringen können!

Von Jutta am .

danke!

Von Thomas Kohlmann am .

Großartige Auslegung!!

Von Renate am .

Danke für diese anschauliche Auslegung! Vor allem das Bild des Dornbusches habe ich so noch nie gesehen, aber es ist absolut zutreffend.


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