/ Wort zum Tag

Josua 24,18

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Auch wir wollen dem HERRN dienen, denn er ist unser Gott.

Josua 24,18

„Papa, wenn wir heute Abend länger aufbleiben und diesen Film noch anschauen dürfen, dann werden wir nie wieder böse sein im Leben. Wir werden nur noch ganz lieb sein. Indianerehrenwort!“ „Mama, wenn du mir diesen Lippenstift schenkst, dann habe ich für den Rest meines Lebens keinen einzigen Wunsch mehr. Indianerehrenwort!“ Kennen Sie auch solche kindlichen Versprechen? Sie sind absolut ehrlich gemeint und von geradezu rührender Naivität. Aber wir alle wissen, dass die Vorsätze wahrscheinlich nur ein paar Stunden halten. Und wahrscheinlich haben wir uns selbst auch schon mit solch unrealistischen kleinen Selbsttäuschungen einen Wunsche erfüllt ...

Das 24. Kapitel im Buch Josua erinnert mich genau an die eben beschriebenen Szenen. Josua, der Nachfolger Moses, steht am Ende seines Lebens. Er hatte von Mose die schwierige Aufgabe übernommen, das Volk Israel ins gelobte Land zu führen. Viele Schwierigkeiten hat er gemeistert und manche Prüfungen bestanden: Die Überschreitung des Jordans; die Eroberung Jerichos, der Kampf gegen Riesen und andere Feinde. Das Land ist verteilt, und die Stämme beginnen, ihre Wohngebiete urbar zu machen. Nun macht Josua sein Testament: Er ruft noch einmal das ganze Volk nach Sichem, um es auf ein Leben im Gehorsam Gott gegenüber einzuschwören. Er erinnert daran, dass ihr Stammvater Abraham einst ein Götzendiener gewesen war. Aber der  lebendige Gott war ihm begegnet, so dass die fremden Götter für Abraham uninteressant wurden. Josua ruft die Geschichte vom Auszug aus Ägypten vor ihr inneres Auge: Die Götter Ägyptens waren schwach und machtlos gewesen. Aber Jahwe, der lebendige Gott, hatte sich als vertrauenswürdig erwiesen. Und so war es die ganze Zeit der Wüstenwanderung über geblieben: Immer wieder erlag das Volk der Versuchung, fremden Göttern nachzulaufen. Und jedesmal hatte der Götzendienst für das Volk nur Jammmer und Elend gebracht hat.

Und nun, in Sichem fragt Josua das Volk: „Wem wollt ihr dienen? Den fremden Göttern oder dem lebendigen Gott?“ Wir kennen die Antwort. Darauf kann es nur eine Antwort geben. Mit dem Brustton der Überzeugung antwortet das Volk: „Wir wollen dem Herrn dienen!“ Noch einmal erinnert Josua die Leute daran, dass es kein Zuckerschlecken ist, Gott zu dienen. Nicht, weil Gott etwa ein schwieriger Herr wäre. Aber weil er die Menschen entweder ganz oder gar nicht will. Weil er ein eifersüchtiger Liebhaber ist, der das Herz der Menschen nicht gerne teilt. Weil er ein liebender Gott ist – und Liebe verträgt nun einmal nicht mehrere Liebhaber, sondern schenkt und fordert die totale Hingabe. Und noch einmal antwortet das Volk: „Natürlich werden wir dem Herrn dienen, wem denn sonst? Nie wieder werden wir anderen Göttern dienen. Ungehorsam – das war einmal. Ab heute ist alles anders! Wir sind verändert. Wir sind verwandelt. Wir sind Gottes Volk im gelobten Land. Natürlich werden wir Gott dienen!“

Ja, sie haben es ernst gemeint. So wie die Kinder mit dem Film und dem Lippenstift. Wir hören die Versprechen – und wir wissen schon in diesem Moment, wie die Geschichte weitergeht. Bei den Kindern ist das abzusehen – schließlich waren wir selbst einmal Kinder. Aber beim Volk Israel? Das sind erwachsene Menschen. Das sind gereifte Nachfolger Gottes. Das sind Menschen, die Wunder erlebt haben. Sie haben Gottes Herrlichkeit geschaut. Und trotzdem sind sie immer wieder anderen Göttern nachgelaufen. Traurig. Tragisch. Wahr.
Tja, und es ist unsere Geschichte. Zumindest meine eigene. Wahrscheinlich sind Sie ehrlicher, tapferer und treuer als ich. Aber bei mir ist es tatsächlich so: Ich liebe Gott. Ich habe ihn erfahren. Ich kenne keine Alternative zu ihm. Er ist konkurrenzlos gut. Er ist die Liebe. Und ich will ihm dienen. Bis zu meinem letzten Atemzug. Ich will nie wieder weg von ihm. Und trotzdem: Ich kann dieses Versprechen nicht halten. Nicht aus eigener Kraft. In meinem kindlichen Wunsch, Gott zu dienen, bin ich darauf angewiesen, dass mein himmlischer Vater treuer, geduldiger und stärker ist als ich. Ich will Gott dienen. Immer! Auf jeden Fall! Danke, Gott, dass du mich festhältst. Immer! Auf jeden Fall!


Kommentare

Von Gretel König am .

Lieber Herr Pastor! Ihre Worte haben mich punktgenau in's Herz getroffen! Ich habe die besten Vorsätze und bin ein sehr untreues Kind Gottes. Er lässt mich aber immer wieder spüren, wie er mich festhält und ER treu ist! Herzliche Grüße aus der Niederösterreichischen Landeshauptstadt sendet Gretel König

Von Werner Kurz am .

Danke für die Auslegung der heutigen Losung! Ganz wichtig finde ich den letzten Absatz, der den Unterschied zwischen unserem Wollen und unserer Schwäche aufzeigt.
Wie gut, dass unser himmlischer Vater so gut, hilfreich und nachsichtig ist!

Von Ilse Frank am .

Wie gut ist es einen himmlischen Babba zu haben.Er kommt mit Kindern klar.


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