/ Wort zum Tag

Richter 6,23-24

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Der HERR sprach zu Gideon: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben. Da baute Gideon dem HERRN einen Altar und nannte ihn: "Der HERR ist Friede."

Richter 6,23-24

»Abba, was wollen wir denn hier auf diesem Berg? Weshalb müssen wir denn aus der Ebene herauf steigen bei dieser Hitze? Ich wäre lieber unten im schattigen Tal  bei den anderen geblieben.« Die zwölfjährige Mirjam schnaufte maulend hinter ihrem voraus eilenden Vater her. »Nur noch ein kleines Stück, Mädchen, dann werde ich dir alles erklären. Dann bist du bestimmt nicht mehr böse, dass du dich so anstrengen musstest. Glaub mir!«
Als sie endlich unter den Bäumen am Abhang der Anhöhe saßen und sich Brot und Wasser teilen konnten, waren die Strapazen des Wegs tatsächlich fast vergessen. »So, jetzt will ich dir erzählen, warum ich dich hier herauf mitgenommen habe, Mirjam. Schau dich mal um, was gibt es hier zu sehen?« »Ein paar alte Bäume, Mauerreste, kümmerliche Grashalme - und Himmel, viel Himmel, wenig Gras.«  - »Das ist noch nicht alles.« - »Ein Felsbrocken.« - »Sieh ihn dir genau an. Ist das nur ein natürlicher, gewachsener Felsen?« - »Mhm. Der hat Spuren.« - »Das sind menschliche Spuren. Der wurde mal bearbeitet.« - »Was ist das für ein Stein?« »Hier oben war einmal eine Opferstätte. Mein Großvater hat mir diesen Stein gezeigt und mir seine Geschichte erzählt, so wie ich sie dir weiter erzähle. Auch wenn du eine Tochter bist, wirst du trotzdem in allem unterrichtet, wie es sonst nur den Söhnen zukommt. Unsere Familie hat vor vielen Jahren damit angefangen und ich setze diese Tradition selbstverständlich fort. Sie entspricht ganz und gar meiner Überzeugung. Wenn dein Bruder einmal groß genug sein wird, um hier her mitzukommen, dann kannst du ihn vielleicht unterweisen. Auf jeden Fall dann, wenn ich nicht mehr dazu in der Lage sein sollte.« »Aber - was ist es für ein Stein?«

»Du hast von Gideon gehört, dem Sohn des Joasch. Er war Richter in Israel. Der hat diesen Stein hier aufgerichtet vor langer Zeit. Der Ewige ist ihm hier als Engel begegnet und hat ihn von seiner Arbeit weg berufen. Gideon sollte den Willen des Allerhöchsten erfüllen. Israel war damals sehr bedrängt von den Midian-Leuten. Unsere Vorfahren sind ungehorsam gewesen gegenüber dem Ewigen. Darum hat er sie der Willkür ihrer damaligen Nachbarn überlassen. Die Zeiten waren kriegerisch. Gideon konnte nicht einmal sein Getreide dreschen, wie es sich gehört. Hier war ein Weinberg seines Vaters. In der Kelter musste er sich zu dieser Arbeit verstecken. Sonst hätten ihm die Feinde das Korn weggenommen oder verbrannt. Gideon war sehr niedergedrückt in diesen Tagen. Aber da kam der Herr zu ihm und setzte ihn ein, Israel wieder aufzurichten. Er stand dem Lebendigen gegenüber. Ihm wurde versprochen, dass er nicht wie ein Strohbund im Feuer vor der Macht des Himmels vergehen muss. Diese Begegnung mit dem Allerhöchsten hat den Nachkommen des Abies so tapfer gemacht, dass er über sich hinaus gewachsen ist. Früher kam Gideon sich als kleines Licht vor: Ein unbedeutender Zweig des Hauses Manasse, der Jüngste in seiner Sippe. Zu dem kommt der Engel des Herrn. Das war großartig für ihn. Deshalb baute er an dieser Stelle dem Herrn einen Altar und hat ihn genannt »Der Herr ist Friede«. Für alle Zeiten will solche Gnade Gottes seinen bedrängten Menschen Kraft verleihen. Darum erzählen wir diese Berufung weiter.« 
 


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