/ Wort zum Tag

Micha 2,1

Bibelvers

Weh denen, die Schaden zu tun trachten, weil sie die Macht haben!

Micha 2,1

Auf den ersten Blick ist dieser Bibelvers keine Einladung und Ermutigung. Im Gegenteil: Hier wird gedroht, sogar mit dem Gericht Gottes, wie der nachfolgende Text zeigt. Also weg damit? Ich denke, wir sollten uns der Herausforderung stellen, zu der dieser kurze Satz uns auffordert. Da wäre als erstes die Machtfrage zu klären.
Macht haben wir alle. Eltern haben Macht über ihre Kinder, und Kinder über ihre Eltern. Arbeiter können ihre Macht ausüben genauso wie Chefs. Reiche können ihre Macht gebrauchen, um durch Schmiergeldzahlungen ihre Vorteile zu sichern. Und der Arme übt seine Macht aus in der Verweigerung des Gehorsams. So ist Trotz eine umgesetzte Inanspruchnahme von Macht, die in allen Schichten unserer Gesellschaft zu finden ist. Bis hinein in die intimsten Beziehungen wird das Potential der Macht umgesetzt.

Auch das andere gibt es: Dann reden wir jedoch meist von Beziehungen, die nützlich waren, um zum Beispiel, eine Lehrstelle zu finden, eine Chance zur Fortbildung zu nutzen oder uns durch eine großzügige Spende ein wenig Ansehen zu kaufen. In fast allen Fällen geht es dabei um uns und unseren Vorteil. Selten wird umgesetzt, was der Apostel Paulus in seinem Brief an die Philipper (Kapitel 2,3 + 4) schreibt: "Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, was dem andern dient."

Hier sind wir nun bei einem zweiten Gedanken der mich beim Nachdenken beschäftigt: Wie setzen wir die uns verliehene Macht ein? Micha warnt seine Landsleute vor dem Missbrauch der verliehenen Macht. Er spricht von bösen Gedanken die Menschen auf ihrem Nachtlager ausbrüten, um sie dann am Tag zu vollbringen. Es muss ja nicht gleich eine schlimme Tat sein. Auch der leise Gedanke daran, wie wir dem andern das "heimzahlen", was er uns angetan hat, gehört dazu. Der scheele Blick auf den Nächsten ist oft der erste Schritt zur bösen Tat. Der Prophet Micha warnt: "Weh denen." Gott sieht uns und er möchte nicht, dass das Böse über uns solche Macht gewinnt, dass wir ihr schließlich erliegen. Er warnt zu unserem Heil, um uns die Schmerzen sündhafter Verfehlungen zu ersparen. Weil er uns liebt, warnt er vor der Gefahr des Missbrauchs unserer Macht, damit 'der böse Feind' (Luthers Morgensegen) keine Macht an uns findet.

Und vergessen wir nicht: Wir selbst leben davon, dass Gott nicht von seiner Macht über uns Gebrauch macht, um uns zu verderben wegen unserer Schuld. Er hat alle ihm zur Verfügung stehende Macht benützt, um uns selig zu machen, indem er sich von der Macht seiner Liebe treiben ließ. Er sandte Jesus Christus, seinen Sohn, um uns vor dem Fluch der Sünde und seinen Folgen, zu retten. Wenn wir diese Kraft der Liebe Gottes erfahren haben, sind wir dazu berufen, diese Liebe weiter zu geben, in unserem Alltag. So bringen wir viel und gute Frucht. Auch am heutigen Tag. Probieren Sie es aus.

 

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