/ Wort zum Tag

Jesaja 33,6

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Die Furcht des HERRN wird Zions Schatz sein.

Jesaja 33,6

Haben Sie auch als Kind mit Begeisterung Karl Mays „Schatz im Silbersee“ gelesen? Oder andere Bücher, die von einer aufregenden Schatzsuche handeln?

Einen Schatz finden – das ist ein uralter Traum von Klein und Groß. Fragen Sie doch einmal einen verliebten Menschen! Der sagt Ihnen, wer sein wertvollster „Schatz“ ist. Auch ein Mensch, der uns liebt, kann so ein Schatz sein.

Und nun sagt uns unsere heutige Tageslosung: Gott will unser Schatz sein! Voraussetzung dafür ist aber, dass wir ihn fürchten. Heißt das, dass Sie und ich vor Gott Angst haben sollen? Nein! Aber fürchten sollen wir ihn, sagt die Bibel. Was ist der Unterschied? Jemand hat darauf geantwortet: „Bei der Angst gehe ich auf Abstand zu Gott und versuche, mich zu verstecken wie Adam im Paradies. Bei der Furcht im biblischen Sinn komme ich zu Gott und nehme ihn ernst als meinen Schöpfer und Herrn.“ Ja, Gott fürchten heißt, ihn ernstnehmen, seine absolute Autorität anerkennen, in Ehr-Furcht zu ihm aufsehen!

Dabei kann ich eine erstaunliche Entdeckung machen: Anders als viele Mächtige dieser Welt hat er alle Macht – aber nicht nur an sich, sondern für mich! Gott bietet mir an: „Du musst im neuen Jahr nicht allein mit dem Leben fertig werden. Ich stehe dir als Ratgeber und Helfer zur Seite. Ich sorge für dich und führe dich. Du brauchst nicht in Angst vor mir zu leben. Denn ich will dir täglich und reichlich vergeben – um Jesu willen.“ Da weicht die Angst. Da wurzelt Vertrauen. Da wächst Liebe. Da reift Glaube.

Und am Ende steht als Frucht „die Furcht des HERRN“ – das Ernstnehmen des einzigartigen Gottes, der „barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte“ ist. Es ist das größte Glück unseres Lebens, wenn wir  ihn als „HERRN“ unseres Lebens „fürchten und lieben“, wie Martin Luther jede Auslegung der Zehn Gebote begonnen hat.

Das lernen wir am besten, wenn wir auf das Kreuz von Golgatha schauen! Dort sehen wir den heiligen Gott, der zu fürchten ist, weil er einmal jede Sünde richten wird. Dort sehen wir aber auch den gnädigen Gott, der liebenswert ist, weil er jeden Sünder retten will. Jeden, der seinen Sohn als Retter ernstnimmt und annimmt.

Reicher kann Ihr und mein Leben nicht werden als durch Jesus! „Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt“, singt Paul Gerhardt. Weil am heutigen 1. Januar die Losung heißt: „Die Furcht des HERRN wird Zions Schatz sein“, würde ich 2012 gerne zum „Jahr der Schatzsuche“ erklären. Was kann „Zion“, was können wir, unsere Gemeinden, unser Volk besseres tun, als bei Jesus auf Schatzsuche zu gehen! „In Christus verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis“, sagt Paulus. Heben wir diese „Schätze“! Der oft beklagte Werteverlust unserer Gesellschaft würde damit behoben. Unser Zusammenleben würde liebens- und lebenswerter werden. Und auf jeden von uns träfe zu, was Martin Luther gesagt hat: „Man findet keinen fröhlicheren Menschen als den, der ein gottesfürchtiger Christ ist.“

Ich wünsche Ihnen ein Jahr voller Gottesfurcht, voller Gottesliebe und voller Gottesschätze!


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