/ Wort zum Tag

Psalm 145,10

Bibelvers

Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben.

Psalm 145,10

Der Psalmbeter beauftragt die Gläubigen der Gemeinde. Und er erwischt viele von uns gestresst und hektisch, das große Fest vorzubereiten.

Also heute ist so gut wie keine Zeit, grundsätzlich über Lob und Dank nachzusinnen. Heute geht´s mal wieder gegen die Uhr. Schließlich muss morgen alles klappen: das Krippenspiel, der Chorauftritt, die Vesper. Und daheim: Christbaum schmücken. Geschenke verpacken, Besuch bewirten. Keine Zeit für neue Aufträge.

Weihnachten, das aufwändigste Fest im Jahreskreis hierzulande, fordert viele von heraus. Mitten hinein in das, von dem wir denken, es dringend tun zu müssen, dringt die Weisung, was zuerst dran ist: "Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke und deine Heiligen sollen dich loben!"

Der Ruf ist adressiert an die Frommen. Die Heiligen, wie Luther übersetzt. Auf jeden Fall an diejenigen, durch die Gottes Güte hindurch fließt und die deshalb großherzig sein können. Menschen, die Gott nahe stehen, ihm vertrauen, ihn lieben und sich in ihm freuen können.

Nun mag mancher einwenden: so heilig bin ich nicht. Und ein anderer meint: Ja, das trifft schon zu auf meine Beziehung zum Vater im Himmel, aber der Druck und die täglichen Sorgen bremsen mein Loben aus gleichwie ein frischer Maulwurfshügel auf der Rodelbahn den Schlitten stoppt.

Ganz egal, was wir jetzt vorbringen, wichtig ist, den Ruf nicht zu überhören. Aus welchem Grund? Weil uns damit die Voraussetzungen unseres Lebens bewusst werden. Den Herrn preisen für alles, was er vollbracht hat; alles, was er tut und alles, was durch seine Hand geschehen wird.

Ohne ihn, den Schöpfer des Himmels, der Erde und des Lebens wären wir nicht auf der Welt. Jeder Atemzug macht deutlich: Wir leben, weil Gott, der Herr es möchte. Jedes Stück Brot weist uns auf seine Güte hin. Und wenn Brot und Wein sich verbinden, dann schmecken wir die Liebe Gottes, die er uns in Christus reicht. Alles zu unserem Heil. Gestern. Heute. Und morgen erstmal!

"Morgen, Kinder, wird´s was geben, morgen werdet ihr euch freuen ..!" Morgen zeigt sich uns der Schöpfer als Retter unserer Zukunft. Er kommt, um die gute Ordnung, die der Teufel durcheinanderbringt und uns als Handlanger anstellt, wieder herzustellen. Die wunderbare Ordnung des Lebenssieges über den und die Mächte des Bösen! Gott heilt durch seinen Sohn Jesus, was wir kaputt machen. Er schlägt die Brücke über den Graben der Trennung zwischen uns und ihm. Gott schafft Gutes ohne Ende.

Darum loben ihn die Werke aus sich heraus. Wir wollen einstimmen und vor jedermann bekennen, wovon wir leben, wofür wir danken. Deshalb hat an Tagen, an denen eine Verpflichtung die andere jagt, die Unterbrechung zum Gebet höchste Bedeutung. Wenn also z. B. die Mittagsglocke läutet, dann will ich alles fallen lassen und den Worten des Psalmes Rechnung tragen. Lasst uns bekennen: Wie dich, lieber Herr, alle deine Werke loben, wollen auch wir dich preisen,  sprechen von deiner Herrlichkeit und reden von deiner Kraft, um sie den Menschenkindern kundzutun (Psalm 145,10ff., paraphrasiert nach der Elberfelder Übersetzung).
 

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