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1. Korinther 8,5.6

Bibelvers

Obwohl es solche gibt, die Götter genannt werden, so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.

1. Korinther 8,5.6

Unsere Zeit ist randvoll mit Religionen in allen Variationen. Leicht unterhaltend, asketisch fordernd, meditativ stimulierend, friedlich sinngebend, aufregend ekstatisch, militant missionarisch, ernsthaft suchend – kurzum: Heute gibt es für jeden etwas, der sich nach Sinn, Balance, Frieden, Glück, Ausgeglichenheit, Stressabbau und Transzendenz sehnt. Medien und Unterhaltungsangebote, Feste und Feiern, Games, Events, Open Airs und Happy Sessions – sie alle sind mal latent, mal offensichtlich geprägt von religiösen Inhalten, spirituellen Ritualen und praktischen Hinweisen auf kosmisch-göttliche Energien.
 
Ist Ihnen schon aufgefallen, dass in der Advents- und Weihnachtszeit sogar christliche Symbole als religiös-esoterische Sinnträger herhalten müssen? Von den Engeln bis zur heiligen Familie, von der Krippe bis zum Kreuz, von den Glocken bis zu den Kerzen – alles kann gebraucht werden, wenn es darum geht, die Sehnsucht nach etwas göttlichem Frieden zu stillen.

Das Vermischen der Religionen ist populär geworden. Jeder bastelt sich etwas Göttliches, ein Gottesbild, Götter oder Götzen. In diesem Religionsgemenge gibt es keinen klaren Überblick mehr!

Das ist nicht neu. Paulus erlebte vor knapp 2000 Jahren genau die gleichen Phänomene. Es wimmelte auch damals nur so von religiös-esoterischen und philosophischen Angeboten zur Lebensbewältigung. Beeindruckende Mysterienkulte, spiritualistisch-okkulte Rituale mit tiefen Erfahrungen jenseitiger Kräfte und religiöse Unterhaltungsangebote waren an der Tagesordnung. Außerdem hatten pfiffige Leute längst entdeckt, wie man mit Religion viel Geld verdienen konnte! 

Korinth war eine Hochburg für religiös-mystische und ekstatisch-faszinierende Kulte und Rituale. Die dortigen Christen hatten Angst, dass sie sich an den täglichen Götterfesten, Götzenkulten und Opferhandlungen okkult infizieren könnten. Schließlich waren alle Nahrungs- und Lebensmittel,  aber auch die Medikamente und Heilkuren den Göttern geweiht. Durfte man diese Dinge als Christ überhaupt kaufen und einnehmen? Für viele Christen entstand mit diesen Fragen eine schwere Gewissensnot! Denn man hatte doch mit der Umkehr zu Christus eine radikale Abkehr von den Göttern, Götzenbildern und kultischen Opferriten vollzogen!

Wie kann die Kirche in einer Gesellschaft überleben, in der das gesamte Alltagsleben von den Göttern des Zeitgeistes beherrscht wird? Diese Frage stellt sich also nicht nur heute, sie war auch schon für die korinthischen Christen höchst aktuell. Paulus überrascht nun mit einer entlastenden Antwort: Obwohl es solche gibt, die Götter genannt werden im Himmel oder auf Erden – und solche Götter und Herren gibt es viele – so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm. Und einen  Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn (1. Kor 8,5-6).

Damit gibt Paulus einen zweifachen Hinweis! Es stimmt: Götter, Götzen und sich als Götter aufspielende Herren gibt es und wird es immer geben. Das sind zweifellos geistige, mächtige und unsichtbare Realitäten! Manchmal sind es auch nur von Menschen ausgedachte Mächte, denen sie sich freiwillig unterwerfen. Das können dann Statuen, Holz- oder Tonfiguren, Reliefs, Bilder, Sterne, Pflanzen oder Tiere, eingebildete Geister, Götterfamilien oder Dämonen sein oder gar menschliche Diktatoren, Sektenführer, Parteien, Idole oder Gottkaiser – all’ diese Götter und Herren gibt es und sie können tatsächlich Kultur, Politik, Gesellschaft und den gesamten Alltag als Mächte und Gewalten beherrschen.

Aber es gilt auch das andere: Die Menschen, die Götter und Götzen produzieren, „haben ihre Gedanken dem Nichtigen zugewandt und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden“, schreibt Paulus in seinem Brief an die Christen von Rom. Deshalb erinnert er uns in unserem Tageswort an die Herrschaft des einen und einzigen Gottes! Spekulationen, wie diese Götzen und Götter die Christen und Gemeinden schädigen könnten, sind völlig überflüssig. Sie sind „Nichtse“!

Wer an Christus glaubt, lebt unter Christi Herrschaft! Weder Götzenkulte noch die dort geweihten Lebensmittel und Medikamente können einem Christen schaden. Denn Gottes Herrschaft ist total! Die Götter und Götzen unserer Zeit können uns nicht von der Liebe Gottes trennen, denn „wir sind zu Gott hin unterwegs; alle Dinge und auch wir sind durch unseren Herrn Jesus Christus geschaffen.“ Wir gehören nicht den Göttern der Welt, sondern dem dreifaltigen Gott, dem Vater, Sohn und Heiligen Geist! Das dürfen Christen auch im fragwürdigen Weihnachtsrummel selbstbewusst proklamieren! Vielleicht kann ein solches Bekenntnis ohne Wenn und Aber sogar den einen oder die andere zur Abkehr vom modernen Götzendienst bewegen! Seine Sehnsucht nach dem einen Gott wäre gestillt, weil er nun wieder bei seinem Schöpfer zuhause ist!

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