/ Wort zum Tag

2. Timotheus 1,12

Bibelvers

Ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, er kann mir bewahren, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag.

2. Timotheus 1,12

„Je mehr ich weiß, weiß ich, dass ich nichts weiß.“ Dieses Zitat, von wem es auch stammt, wird gern verwendet, wenn das Erfassen von Wissen an seine Grenzen gekommen ist. Wer kann heute schon alles wissen? Die Wissensflut wächst ständig und ein Ende ist nicht in Sicht. Das kann uns ganz schön zu schaffen machen. Dennoch wird es immer wieder Experten geben, die in ihrem Bereich ein enorm hohes Maß an Wissen haben. Niemand kann den Fachleuten so schnell etwas vormachen. Es geht nicht nur um die Menge, sondern auch um die Qualität des Wissens. Das meint auch dieses Bibelwort. „Ich weiß, an wen ich glaube.“ Paulus hatte sicher ein hohes Maß an Wissen über die jüdische Bibel, und doch hatte er sicher auch manches nicht gewusst. Paulus hatte eine persönliche Begegnung mit Christus, auch wenn er nie persönlich miterlebt hat, wie Jesus in seiner Zeit gelebt und gewirkt hat. Paulus hatte bei Jesus nicht zusehen können, wie er predigt, wie er sich Menschen in Not zuwendet, wie er sich mit anderen freut und lacht,  wie er heilt und Wunder tut.

Das entscheidende Wort für Paulus bestand darin, dass es genau in seine Situation getroffen hat. „Was verfolgst du mich“, fragte ihn Jesus, als Paulus auf dem Weg war, den Christen in Damaskus den Prozess zu machen. Ohne Vorankündigung traf ihn das Wort von Jesus. Paulus war erkannt. So kann Paulus sagen: „Ich weiß, an wen ich glaube.“ Dieses Wissen betrifft seinen Verstand und sein Herz. Wissen wurde zur Gewissheit.
So eine Erfahrung kann ihm niemand streitig machen. Dieses Wissen hat sich auch immer wieder bewährt, auch in schwierigen Situationen. Sein Glauben an Jesus wurde hinterfragt, er ist angegriffen worden und hat auch Benachteiligungen erfahren. Paulus war im Gefängnis, weil er sich zu Christus bekannt hat. Sein Wissen und sein Glauben kamen jedoch immer wieder zusammen. Er konnte seinen Glauben verständlich zum Ausdruck bringen. Vielen Menschen konnte er die Botschaft von Gottes Liebe sagen. Er hat gesehen, wie sich ihr Leben verändert hat. Viele haben durch ihn wieder Hoffnung gefunden. Das Reden wurde zur Tat. Durch Glauben wurden Menschen geheilt, andere konnten dem Leben wieder trauen. Sehr unterschiedlich wurde Menschen in ihrer Situation geholfen. Jedem ganz persönlich in ihrem Leben. Paulus war unermüdlich unterwegs und hat selbst keine Mühe gescheut, auch in die entfernten Gebiete zu laufen.

Er hat es mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört, welche Wirkung seine Botschaft vom Tod und der Auferstehung Jesu hatte. Immer wieder begann sein Handeln mit dem Wagnis des Vertrauens. Er konnte nie sagen, wie seine Predigt ankommt und was sie bewirkt. Er vertraute dem Auftrag, den er hatte. Paulus war nicht davon abhängig, ob seine Predigt viel oder wenig bewirkte. Er machte sich immer wieder von Jesus abhängig und vertraute auf die gegebene Zusage. Paulus wurde deshalb nicht übermütig. Hätte er sich auf seine Arbeit etwas eingebildet, wäre er sicher schnell überheblich geworden. Es ging ihm nicht darum, selbst gut dazustehen. Er vertraute auf die Zusage von Jesus, die ihn in seine Nachfolge gerufen hat. Er konnte sicher sein, dass er nicht enttäuscht wird. Paulus ist ein gutes Beispiel dafür, dass es große Zusagen für das Leben eines Menschen gibt, aber dass auch Ereignisse eintreten können, in denen nicht alles glatt geht. Die auf ihn einstürmenden Ereignisse konnte er nicht verändern. Paulus machte sich dabei nicht abhängig von dem, was ihm widerfuhr, denn für ihn war die Zusage von Gottes Verheißung größer. Seine Deutung der Ereignisse stand unter dem Zeichen der Hoffnung.
 
Das ist für mich auch eine wichtige Erfahrung, dass ich mich immer wieder von dem abhängig mache, was mir von Gott her zugesagt ist. Bei allen Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen auch ich mich stellen muss und die es auch klar zu benennen gilt, bin ich für die richtige Deutung verantwortlich. Auch Schwierigkeiten sind eine Chance, aus dem Glauben zu leben. Was wäre das für eine Hoffnung, die nur dann gültig ist, wenn alles glatt geht? 

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