/ Wort zum Tag

Galater 6,9

Bibelvers

Lasst uns Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.

Galater 6,9

Um es vorneweg zu sagen: Gottes Gnade können wir uns nicht verdienen, und schon gar nicht können wir uns den Himmel verdienen. Beides ist ein freies Geschenk der Liebe Gottes zu uns, wir können und dürfen das einzig und allein im Glauben für uns annehmen. Denn Christus ist für uns gestorben und auferstanden, damit er uns mit Gott versöhnte und uns dadurch den Himmel und das ewige Leben eröffnete. Allein aus Gnaden werden wir errettet und selig, nicht aus uns, nicht aufgrund eines mehr oder weniger guten und vorbildlichen Lebens einschließlich sehr vieler guter Werke und Taten.

Jedoch: aus Dankbarkeit werden wir dann, wenn wir das Geschenk der Gnade und Vergebung angenommen haben, ein Leben führen, das bestimmt ist von der Liebe zu den Menschen, das unermüdlich bestrebt ist, Gutes zu tun und die Liebe zu den Menschen phantasievoll praktisch werden zu lassen; denn was Paulus hier formuliert als „Gutes tun“ ist doch die praktische Nächstenliebe. Natürlich machen wir dann auch die Erfahrung, dass manchmal das Gute, das wir den Mitmenschen tun, wenig oder gar nichts bewirkt, manchmal sogar das Gegenteil, dass nämlich die Menschen unsere praktizierte Liebe ablehnen oder gar als selbstsüchtig  missverstehen, oder uns gar böse Absichten unterstellen oder ein Streben nach Anerkennung und Lob. Was soll's?

Es gilt immer und unter allen Umständen: unermüdlich Gutes tun den Menschen, mir denen wir zu tun haben, natürlich zuallererst den Brüdern und Schwestern, die wir durch Jesus haben in der Gemeinde - denn das macht der Apostel an anderer Stelle deutlich -, aber ansonsten ohne Ansehen der Person. Sogar unsere persönlichen Feinde sollen wir da nicht ausnehmen. Gutes tun ist zu verstehen in körperlicher und seelischer Hinsicht, ihnen also umfassend zum Leben verhelfen. Wir leben zwar in einer Überflussgesellschaft und sehen oft nicht die Nöte von Hunger und Durst und medizinischen Mangel; aber nur ein paar Flugstunden von uns entfernt herrscht große Not in physischer Hinsicht; während ich diese Zeilen schreibe, herrscht die größte Not zurzeit am Horn von Afrika in Somalia und den Flüchtlingscamps in Kenia; dort tragen die Menschen ebenso wie hier das Antlitz Christi, denen wir Gutes tun können. Aber unter uns sind die Menschen mit seelischen Nöten genauso schlimm dran: misshandelte Frauen, denen man zudem noch die Würde geraubt hat, oder Menschen mit Zukunftsängsten, denen man die elementaren Rechte verweigert, wen sie den Beruf ihren Begabungen entsprechend nicht erlernen dürfen, wenn sie den Partner der Liebe nicht heiraten dürfen, wenn sie in Beruf und Schule gemobbt werden. Menschen wollen getröstet und aufgerichtet werden. Jeder Mensch hat auch ein mehr oder weniger schweres Kreuz zu tragen. Sie sind unheilbar krank, sehen ihrem Sterben entgegen und brauchen einfach Hilfe für die Seele. Niemand darf in unseren Gemeinden ungetröstet sterben. Unermüdlich Gutes tun heißt, mit wachen Augen und einem wachen Herzen zu leben - oftmals reicht ja schon ein Anruf oder ein Brief oder eine E-mail. Uns ist versprochen, dass unsere Bemühungen, Gutes zu tun, nicht ohne Antwort bleiben werden, sondern manchmal wie eine Ernte schon hier auf Erden eingefahren werden können, so wie der Bauer das ernten darf, was er gesät hat. Sicher: manche Saat geht als Ernte erst in der Ewigkeit auf. Das ist ein guter Trost zu wissen. Wenn es uns dann aber geschenkt ist, schon hier die Früchte unseres Tun zu ernten, dann ist die Freude groß - wenn z. B. jemand wieder lachen kann, der zuvor geweint hat oder wenn manche wieder aufatmen können, weil wir geholfen haben, ihre Lasten zu tragen. Das beste und höchste Gute aber, das wir den Menschen bringen können, ist eine persönliche Beziehung zu Jesus. Wie herrlich ist es dann, erleben zu dürfen, wenn jemand durch einen neu gefundenen Glauben wieder frei atmen, aufatmen kann.

 

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