/ Wort zum Tag

Psalm 25,16

Bibelvers

Wende dich zu mir und sei mir gnädig; dennn ich bin einsam und elend.

Psalm 25,16

Das könnte auch ein Wort aus den Gebeten Jesu sein; denn er lebte in den Psalmen und hat sie gebetet, zuletzt in seiner Sterbestunde am Kreuz. Er war einsam, weil ihn alle Menschen verlassen hatten, auch seine engsten Freunde; da war er elend, als man das Kreuz auf ihn legte, das er durch die Gassen Jerusalems tragen musste um dann daran gekreuzigt zu werden. Sein Leben war nicht von großen Erfolgen und Siegen geprägt, eher von Niederlagen. Warum wohl? Wozu wohl? Ich kann das nur so begreifen, dass er darin alle meine Einsamkeiten, mein persönliches Elend mit an sein Kreuz genommen hat. Nicht, damit ich dann niemals mehr einsam und elend sein sollte, sondern dass ich darin nicht mehr allein sein sollte. Denn unser Leben ist so oft von dem Gefühl der Verlassenheit geprägt; aber seine gnädige Zuwendung darin macht mich gewiss, dass ich darin nicht scheitern soll. Mein Glaube und Vertrauen in Gott sollen nicht enttäuscht werden, sondern durchtragen, auch in den finsteren Tälern der Einsamkeit und des Elends.

Wieviele Christen erleben dies Tag für Tag. Sie vertrauen auf Menschen, verlassen sich auf Menschen und werden verlassen, vereinsamen. Nur wer das in seinem Leben durchgemacht hat, weiß und kann ermessen, wie elend man sich dann fühlt. Hat mich Gott dann auch verlassen? Nie und nimmer! Er wendet sich mir zu, er schaut mich an mit den Augen der Liebe und des Erbarmens. Unser Christenleben ereignet sich nicht wie auf einer Siegerstraße. Wir versagen oft, enttäuschen und werden enttäuscht, sind Verlierer im Kampf gegen die Sünde, zweifeln und weinen und fühlen uns dann so richtig elend. Aber Jesus enttäuscht uns nie.

Leider weiß ich auch, dass in der Gemeinde manchmal anders gedacht wird. Da ist der Strahlemann gefragt und beliebt; da preist man manchmal den Sieg über die Sünde und jubelt ein neues Lebensgefühl hoch. Wie deprimierend ist das dann für jemanden, der sich ach so oft einsam und elend fühlt. Wenn Jesus z. B. sagt, dass wir unser persönliches Kreuz auf uns nehmen sollen und darin ihm nachfolgen sollen, dann ist doch damit gemeint, dass wir das aus seiner Gnade und Zuwendung können. Wir sollen nicht unter unserem Kreuz zerbrechen. Es sind christliche Scharlatane, die ein durchgängig fröhliches, unbeschwertes und gar siegreiches Leben dem Christen versprechen. Denn die Wirklichkeit ist anders. Nur allzu oft stellen sich Niederlagen ein: Traurigkeit, Enttäuschung, Einsamkeit und Elendigsein bestimmen weite Strecken unseres Christenlebens. Welch ein Trost ist es dann, zu wissen, dass ich nicht allein gelassen werde: denn er wendet sich mir zu mit seinem Trost und seiner Gnade- unverdienter massen- nur ein Gebet weit entfernt ist Gott:“ Wende dich zu mir und sei mir gnädig“. Diese Bitte hat die Verheißung, dass sie erhöret wird. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich war oft einsam und elend. Das prägt weite Strecken unseres Christ seins. Aber ich darf darin leben:“ Wende dich, mein Gott und Erlöser, dann zu mir und tröste mich!"

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