/ Wort zum Tag

Epheser 2,22

Bibelvers

Durch Jesus Christus werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Epheser 2,22

Um diese Aussage zu verstehen, muss man sie im Briefzusammenhang lesen. Paulus schreibt vorweg: „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn“ (Verse 19 bis 21).

Und dann schreibt Paulus weiter: „Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ Paulus schreibt hier an Menschen, die ausgeschlossen waren. Denen Gemeinschaft verweigert wurde, weil sie angeblich nicht dazu gehörten. Wie gnadenlos hart können Menschen andere behandeln, wenn sie anders sind als sie. Diese anderen bekommen es dann auf Schritt und Tritt zu spüren, dass sie nur ungern geduldete Gäste sind oder Fremde, Menschen zweiter Klasse.

So erging es vielen Menschen in Deutschland vor Jahrzehnten und ergeht ihnen teilweise heute noch so. Als Gastarbeiter wurden sie gerufen, und zwar die Südeuropäer und Türken, um nur einmal diese Länder zu nennen. Sie waren willkommen als Arbeiter. Aber weniger als Gäste. Wie es sich dann in Krisen der deutschen Wirtschaft zeigte. Sie wohnen und leben zwar als Mitbürger unter uns, aber mehr als Fremdlinge denn als Hausgenossen, um die Worte des Paulus aufzugreifen.

Es ist schlimm, wie manchmal auch bei uns Ausländer und Fremde behandelt werden, wenn ihnen nicht nur die Arbeit, sondern auch das Gastrecht verweigert wird.

Wie anders ist das bei Gott. Er will alle haben: Juden und Heiden, Schwarze und Weiße, Einheimische und Ausländer, Gerechte und Sünder, Rechte und Linke. Allen bietet er das Bürgerrecht an.

Gott bietet eben mehr als nur Asyl. Wenn einer in Deutschland Asyl sucht, kann das lange dauern und äußerst schwierig werden. Wie oft erfahren Ausländer, das ihnen das Gastrecht, geschweige denn das Bürgerrecht, versagt bleibt. Sie fühlen sich als Menschen zweiter Klasse behandelt und abgestempelt.

Im Reich Gottes sieht die Sache ganz anders aus. Bei Gott gibt es keine Unterschiede, keine Einteilung nach Klassen. Das liegt daran, weil der Grund, in sein Land gerufen zu werden, wenn ich es einmal so ausdrücken darf, ein ganz anderer ist. Hier hat sich der Rufer mit Leib und Leben für die Gerufenen eingesetzt. Der Rufer ist Jesus Christus. Jesus Christus hat allen den Zugang zum Vater im Himmel eröffnet. Und jede, jeder, der an Jesus glaubt, findet nicht nur ein Asyl, sondern ein Zuhause. Er lernt Gott als einen Vater kennen, der sich all seinen Kindern liebevoll zuwendet.

Die Christen in Ephesus, die als Heiden den Juden gegenüber im Abseits standen, sind durch das Eingreifen Gottes Glieder der großen Gottesfamilie geworden. Paulus schreibt vorweg in diesem Brief: „Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst Ferne wart, Nahe geworden durch das Blut Christi.“ Der Apostel wählt diese Formulierung, um die große Versöhnungstat Gottes in Jesu Tod und Auferstehung zusammen zu fassen. Das Blut als sichtbares Zeichen der großen Gottesliebe zu aller Welt. Weil Jesus sich allen genaht, gibt es für Gott keine Ferne mehr.

Dieses Heimatrecht steht also nicht auf wackeligen Füßen, sondern auf festem Grund. Boten Gottes haben diesen Grund vor Zeiten gelegt. Er steht in der Gegenwart und bleibt über den Tod hinaus bis in Ewigkeit. Denn Jesus ist der Eckstein, der in den Spannungen der Zeiten sein Haus zusammen hält. Wohl dem, der an Jesus Christus glaubt, der kann sich über dieses Wohnrecht jeden Tag freuen.

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