/ Wort zum Tag

1. Petrus 2,15-16

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten TAten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft - als die Freien und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes.

1. Petrus 2,15-16

Im Vaterunser beten wir: Dein Wille geschehe. Damit erbitten wir, dass wir erstens erkennen, was Gott von uns will, zweitens, dass sich sein Wille durchsetzt bei uns und in der Welt, und drittens, dass Christen, indem sie Ja sagen zu Gottes Willen, diesen auch tun. Dadurch kann es gottlosen Menschen die Sprache verschlagen und sie zum Staunen bringen. Daran erinnert das Wort zum Tag: „Das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten Taten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft - als die  Freien und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit, sondern als die Kinder Gottes.“ Das ist der Wille Gottes, dass wir mit guten Taten auffallen. Gott möchte, dass wir seinen Willen befolgen und so ein Zeugnis für andere werden können.

Jesus hat einmal in einem Gleichnis Gott mit einem Weinbergbesitzer verglichen. Dieser wollte, dass seine beiden Söhne  im Weinberg arbeiten sollten. In der Sprache von heute sagte der eine zu seinem Vater: „Ja, Papa, ich werde machen, was du willst.“ Er ist ein Ja-Sager. Das Problem ist nur: Er machte es nicht, was der Vater wollte. Er ignorierte den Willen des Vaters. Er sagte sich: Ich habe keine Lust. Ich habe selber für mich so viel zu tun. Und da war der andere Sohn, der den gleichen Auftrag bekommt, und der sagte seinem Vater: „Nein, Papa, ich habe heute keine Zeit.“ In Wirklichkeit hatte er wahrscheinlich keine Lust. Ein Nein-Sager. Der Vater war traurig über ihn. Aber dann passierte, dass dieser Junge nachdachte, in sich ging, zum Weinberg marschierte und die verlangte Arbeit erledigte. Aus dem Nein-Sager war ein Ja-Tuer geworden, während der Ja-Sager ein Nein-Tuer war.

Jesus wandtet sich mit diesem Gleichnis von den beiden Söhnen zunächst an die frommen Leiter seiner Zeit. Sie waren studierte Leute, kannten ihre Bibel in- und auswendig, wussten genau, was der Wille Gottes ist. Und sie bejahten ihn sogar öffentlich. Jesus fragte sie: Wer hat nun von den beiden Söhnen den Willen des Vaters getan? Und seine Kontrahenten sagen richtig: Nicht der Ja-Sager, sondern der Nein-Sager, der Reue empfunden hat, weil er den Vater mit seinem Nein enttäuscht hat. Und dann entlarvte Jesus diese frommen Männer: „Ihr wisst fast alles über Gott, ihr kennt den Ablauf eurer Gottesdienste auswendig, ihr kennt die Liturgie auswendig und merkt sofort, wenn irgend etwas vergessen wird. Ihr kennt den Willen Gottes, aber ihr tut ihn nicht. Ihr seid Ja-Sager, aber Nein-Tuer.

Ungezählte Menschen haben ja gesagt zu Gottes Willen. Sie haben ja gesagt bei Taufen. Eltern und Paten haben versprochen: „Ja, wir werden unser Kind im Glauben erziehen, wir werden für unser Patenkind beten und alles tun, damit es ein lebendiges Glied der Gemeinde Jesu bleibe.“ Ungezählte Konfirmanden haben ja gesagt zu einem Leben mit Jesus und versprochen, ihren Glauben in der Gemeinde zu leben; Paare haben ja gesagt zu einer Ehe unter der Führung Gottes; sie haben vor Gott versprochen, zusammen zu bleiben bis der Tod sie scheidet. Aber wie viele von diesen Menschen waren später Nein-Tuer, indem sie ihr Versprechen nicht gehalten haben, indem ihnen der Wille Gottes egal war. Sie alle sind Nein-Tuer. So kann man keinen Menschen beeindrucken oder gar überzeugen.

Ich möchte Sie fragen: Sind Sie eher Nein- oder Ja-Sager? Bleiben Sie bei Ihrem Ja zum Willen Gottes oder ist es dann doch so manches Mal ein Nein? Ich persönlich bin aus Überzeugung ein Ja-Sager. Ich kenne aus der Bibel den Willen Gottes, aber dennoch bleibe auch ich so manches Mal in diesem Nein stecken und tue nicht, was Gott von mir will. Ich bin dankbar, dass ich dann sagen kann: Herr, ich will ja deinen Willen tun, ich möchte damit ein Zeugnis für meine Mitmenschen sein.
In dem sehr empfehlenswerten Buch „Willkommen daheim“, eine Übertragung des Neuen Testaments in die Sprache von heute, lautet das Wort zum Tag so: Denn Gott will, dass wir durch das Gute, das wir tun, die Ignoranz der unvernünftigen Menschen Lügen strafen. Man soll an uns erkennen können, dass wir unsere Freiheit nicht als Deckmantel für unsere Bosheit benutzen, sondern dass wir Menschen sind, die Gott dienen.


Kommentare

Von Holger Bischof am .

Ich habe die letzte Predigt eines Prädikanten aus unserer Gemeinde gelesen, bevor er plötzlich starb. Auch er hatte dieses Thema vom "Jasager" und "Neintuer" dort in die Mitte gerückt. Letzte Worte sind wie ein Vermächtnis. Ich möchte sie ernsthaft in meinem eigenen Leben umsetzen. Dazu erbitte ich die Gnade Gottes.

Von Thomas am .

Ich habe Ihre Auslegung gelesen und mich sogleich geprüft. Viel zu oft bin ich ein NEIN-Tuer, obwohl ich es nicht nur besser weiß, sondern auch obendrein noch JA sage.
Danke für die ermahnenden und auch aufmunternden Worte.

Von Christine Klett am .

Sehr schöner Text! ich habe ihn mit großem Interesse gelesen. Machen Sie bitte so weiter!


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren