/ Wort zum Tag

Römer 12,16

Bibelvers

Trachtet nicth nach hohen Dingen, sondern ahltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug.

Römer 12,16

Es gibt keinen Menschen, dem Konflikte fremd sind. Es gibt z. b. die Rangeleien auf der Arbeitsstelle. Man erlebt oder erfährt von Auseinandersetzungen zwischen Nachbarn. Schon kleine Kinder streiten sich um dasselbe Spielzeug. Selbst Eheleute, die sich aus Liebe verbunden haben, können Streit nicht ausschließen. Jede menschliche Gemeinschaft ist durch Konflikte gefährdet, weil Menschen eben verschieden sind. Das trifft auch für die christliche Gemeinde zu. Wieviel leidvolle Erfahrungen gibt es gerade auch durch Konflikte unter Christen.
 
So gibt der Apostel Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Rom einige konkrete Ratschläge für ihr Zusammenleben, um damit aufkommende Konflikte zu bewältigen. Es sind im Grunde praktische Konsequenzen aus dem Evangelium und dem neuen Status als Kinder Gottes durch den Glauben an Jesus Christus. In dieser Gemeinde in der Weltstadt Rom gab es Menschen aus jüdischer und nichtjüdischer Herkunft. Es gab in dieser multikulturellen Gesellschaft Menschen aus verschiedenen Rassen und sozialen Schichten. Dazu kommt, dass jeder einzelne ja seine eigene Wesensart, Prägung, Erfahrung und Bildung mitbringt.

Die Gemeinde von Jesus hat von Natur aus keine verwandschaftliche Bindung. Sie ist keine Gemeinschaft, die über gemeinsame Interessen und Neigungen zusammenfindet. Ihre Zusammensetzung beruht auch nicht auf Sympathie oder auf anderen menschlichen Voraussetzungen. Der einzige Grund für ihre Zusammengehörigkeit ist die Zugehörigkeit zu ihrem Herrn Jesus Christus. Sie haben in Christus einen gemeinsamen Lebenspartner, Dienstherrn und himmlischen Vater. Doch diese Verbindung hebt ihre natürlichen Unterschiede nicht auf. So ist ihre Gemeinschaft von vornherein konfliktreich. Um einigen Konflikten vorzubeugen und andere unvermeidliche zu bewältigen, ja, um eines Sinnes zu sein und zu bleiben, gibt der Apostel den Glaubenden in Rom den Rat: „Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug.“ (Römer 12,16). Schon vorher in Vers 3 empfahl er, „dass niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat.“

Was einer ist und hat, ist Gottes Gabe und Zuteilung, so dass sich niemand darauf etwas einbilden kann. Auch die Wesensart und die Prägung durch die unterschiedliche Vorgeschichte ist eine Vorgabe Gottes. Doch wie der einzelne damit umgeht, ob er sich für etwas Besseres oder Höheres hält, ob er seine Interessen und Ziele ohne
Rücksicht auf andere durchsetzt, ob er die Schwächeren einfach überfährt und seine Vorteile nutzt, ist seine Aufgabe und Verantwortung. Hier gilt es, nach Einheit und Gemeinsamkeit zu streben. Diese Aufgabe stellt sich in jeder Gemeinschaft, aber erst recht in einer christlichen Gemeinde. Wo sich in der Gesellschaft jeder selbst der Nächste ist, hat Jesus seine Leute angewiesen, den Nächsten so zu lieben, wie sich selbst. Mit einem rücksichtsvollen Verhalten, wenn sich der einzelne nicht selbst überschätzt und überheblich für maßgeblich hält, wo jeder auf das Zusammenbleiben und die gemeinsamen Interessen achtet, verlieren Konflikte ihre trennende und zerstörende Wirkung und lassen sich bewältigen. Zu den Gaben Gottes gehören neben den individuellen Voraussetzungen eben auch die Menschen, mit denen Gott uns in der Gemeinde, aber auch anderen Lebensbereichen, wie etwa Familie und Beruf zusammengestellt hat. Vielfalt und Verschiedenartigkeit soll bereichern und nicht zerstören.

Konfliktbewältigung ist unsere Aufgabe, aber auch unsere Möglichkeit durch den Heiligen Geist, den Jesus seinen Nachfolgern gegeben hat. Dieser Geist bewirkt Liebe, Friede, Freude, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Galater 5,22). Er hilft uns den Rat des Apostels zu befolgen und gemeinsam unsere natürlichen Konflikte zu bewältigen.
 

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