/ Wort zum Tag

Habakuk 3,19

Er ist nicht so populär wie andere, der kleine Prophet Habakuk im Alten Testament. Aber ein Satz, den er von Gott empfangen und weitergegeben hat, ist im Neuen Testament mehrmals aufgegriffen worden: „Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben!“ (Habakuk 2,4). Es ist das Bekenntnis seines Glaubens, wenn er später in seinem Psalm schreibt: „Der HERR ist meine Kraft“ (Habakuk 3,19). Und es ist das Ergebnis seiner Gespräche mit Gott über seine Anfechtungen, Zweifel, Ängste und Fragen.

Habakuk erlebt katastrophale Ereignisse, denen auch das Volk Gottes ausgesetzt ist, und fragt nach Gottes Gerechtigkeit. Wie kann Gott es zulassen, dass die gottlosen Chaldäer vom Osten her das ganze Land mit verheerender Wirkung überrennen und auch vor dem Volk Gottes nicht Halt machen?

Uns sind solche Fragen auch nicht fremd, etwa angesichts von Naturkatastrophen, die viele Todesopfer fordern und viele Überlebende obdachlos machen; oder wenn Menschen in Regionen großer Trockenheit wie in Somalia die lebensnotwendige Nahrung fehlt und vor allem Kinder kaum Überlebensperspektiven haben; wenn Christen um ihres Glaubens willen verfolgt werden, oder wenn Diktatoren den Ruf der Bürger ihres Landes nach Freiheit mit Gewalt unterdrücken. Noch etliche andere aktuelle, notvolle Begebenheiten ließen sich hinzufügen. Oft ist es auch ganz persönliches Leid, vielleicht ein Unfall, der von einem Moment auf den anderen die Lebenssituation radikal verändert; oder die Diagnose einer Krankheit, die alle Hoffnungen zerstört. Es kann der Verlust der Arbeitsstelle sein oder etwas anderes, was die Frage nach Gottes Gerechtigkeit stellen lässt.

Für solche schwerwiegenden Anlässe können wir von Habakuk lernen: Er bleibt mit all seinen Klagen und Fragen mit Gott im Gespräch. Und Gott geht auf seine Vorwürfe und Zweifel ein und antwortet ihm. Durch das Gebet bekommt Habakuk vor allem eine neue Sicht über Gott, über seine Macht, seine Souveränität und Gerechtigkeit. Auch wenn sich an der äußeren Situation noch überhaupt nichts geändert hat, so kann er doch absehen von den Problemen und aufsehen auf Gott, der hinter allem Geschehen seinen guten Sinn und Plan hat. Habakuk kommt schließlich von der Klage zur Freude und zu neuer Kraft: „Aber ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil. Denn der HERR ist meine Kraft.“

So ist diese kleine Schrift des Propheten ist ein Beispiel dafür, wie Beten den Beter verändert. Im Gespräch mit Gott können sich unsere Gedanken und Gefühle ändern und mit ihnen auch unser Verhalten. Auch aus meinem Leben kenne ich Ereignisse, die mir sehr zu schaffen machten und die ich erst einmal vor Gott aussprechen und klären musste, bevor ich mit anderen Menschen darüber sprechen konnte. Oft habe ich dann auf einem längeren Spaziergang Gott mein Herz ausgeschüttet und dabei erlebt, wie ich eine neue Sicht bekam. Manches Mal, wenn ich dann zurück kam, hat meine Frau mir die Veränderung durch das Gespräch mit Gott schon an meinem Gesichtsausdruck angesehen. Die Frage, warum Gott dies oder jenes geschehen lässt, habe ich zwar immer noch nicht beantworten können. Ich habe noch nicht verstehen, aber neu vertrauen können, dass Gott alles in seinen Händen hält, dass ihm letztlich alle Zukunft gehört, dass er in seiner Liebe für die Menschen, die ihm vertrauen, nur das Beste will, und dass er alle Macht hat, dieses auch zu tun.

Wie es Habakuk bekannt hat, habe ich es auch erfahren: „Der HERR ist meine Kraft.“ Und so ist sein Rat für uns heute und für jeden Tag: Gehe mit allem, was dich belastet, zu Gott und bleibe mit ihm im Gespräch. So bekommst du eine neue Perspektive, neue Freude und neue Kraft.
 

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren