/ Wort zum Tag

Psalm 8,6

Bibelvers

Du hast den Menschen wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.

Psalm 8,6

Haben Sie die Krone, die Sie tragen, heute schon einmal richtig angeschaut? Ach, Sie tragen gar keine Krone?
Dann lade ich Sie ein, diese „Krone der Ehre und Herrlichkeit“, mit der Sie von Gott beschenkt sind, doch einmal zu entdecken. Von ihr spricht das heutige Psalmwort. Durch alle Geschlechter ist sie weitergegeben worden.

Und wie das mit eine Krone so ist: Sie zu tragen, war nie nur mit Adel, sondern jederzeit und überall auch mit einer großen Verantwortung verbunden. Ihr Ursprung liegt weit zurück in der Vergangenheit. Auf diese Vergangenheit nimmt der Psalmbeter Bezug, wenn er bekennt: „Du hast den Menschen wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ Denn bis in die Schöpfungsgeschichte zurück reichen ihre Spuren. Dort wurde sie uns Menschen verliehen.

In der Schöpfungsgeschichte lesen wir von der Erschaffung des Menschen: „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.“

Warum ist es für uns gerade heute wichtig, uns an diese Aussage der Bibel zur Erschaffung des Menschen zu erinnern? Vielleicht deshalb: Die Erschaffung des Menschen durch Gott, der ihm die Krone der „Ehre und Herrlichkeit“ verliehen hat, steht am Anfang der ihr folgenden Geschichte der Menschen. In dieser Geschichte gibt es unzählige Beispiele unehrenhaften und niederträchtigen Verhaltens untereinander, gegen Gott und seine Schöpfung. Immer wieder zeigt diese Geschichte, dass Menschen untereinander die starke Tendenz zeigen, andere nach ihrem eigenen Bilde zu gestalten, sie sich selbst für eigene Ziele und Zwecke dienstbar zu machen.
Dies hat unweigerlich zu starken Konflikten und gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt. Ist es heute anders?

Mit dieser Aussage, dass wir Menschen „wenig niedriger gemacht als Gott“ und von ihm „mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt“ sind, hat Gott uns aber an seiner eigenen Würde und Freiheit Anteil gegeben. Er hat jeden Menschen mit einer eigenen, unverlierbaren Würde und Freiheit, nach seinem Bilde Mensch zu sein, ausgestattet. Jeder Mensch ist von ihm mit „Ehre und Herrlichkeit“ gekrönt. Was Gott jedem zuspricht, dürfen wir einander nicht absprechen.

So müssen wir als Christen zuerst zu den Menschen gehören, die die Menschenwürde im Auftrag Gottes fördern und schützen. Sie kommt jedem einzelnen Menschen zu, gleich welcher sozialen Stellung, Nationalität oder Religionszugehörigkeit er ist. Wir können nicht dieses Psalmwort beten und mit ihm Gott persönlich und öffentlich in unseren Gottesdiensten loben, dabei aber das Wohl und die Würde der Schöpfung und des Mitmenschen vernachlässigen. Mit ihm stimmen wir ein gegen jede Unterdrückung, jede Entwürdigung, jeden Missbrauch, jede Erniedrigung von Menschen und der Schöpfung Gottes.

Es ruft uns auf, aktiv einzutreten für die Einhaltung der Menschenwürde, für gleiche Rechte für Frauen und Männer, für ökologische Nachhaltigkeit und andere Ziele, die seiner „Ehre und Herrlichkeit“ entsprechen, mit der er uns gekrönt hat. So hoffe ich, die Ihnen verliehene Krone gefällt Ihnen! Und denken Sie daran: Auch die anderen Menschen, denen Sie heute begegnen, sind gekrönte Häupter!

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