/ Wort zum Tag

Matthäus 15,28

Bibelvers

Jesus sprach zu der Frau: Dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.

Matthäus 15,28

Ach, wenn Jesus das zum mir auch sagen würde, denken Sie vielleicht. Gibt es da nicht irgendeinen Trick? Ich kenne keinen. Es gibt sicher auch keinen. Aber es lohnt sich, wenn wir die ganze Geschichte einmal betrachten.

Eine selbstbewusste emanzipierte  Frau. Sie hat eigentlich alles. Aber unter jedem Dach ein Ach. In jeder Familie ist irgend etwas. Hier ist es die Krankheit der Tochter. Nun hört sie von Jesus, der helfen kann. Sie lässt als gute Mutter nichts unversucht und sucht ihn auf. Wenn das so einfach wäre. Die Frau erlebt gleich zwei Schwierigkeiten.
- Die Leute um Jesus herum wollen sie abwimmeln.
- Sie erlebt  etwas, was manche unter uns auch erleben: Jesus schweigt.

Gott schweigt und Gottes Bodenpersonal verhält sich unmöglich. Kennen Sie das? Als willensstarke Frau mit Charakter bleibt sie dran und  - kriegt eine Abfuhr. Viele von uns wären wohl weinend oder entrüstet weggegangen. Die Frau hält das Schweigen von Jesus aus. Beim Schweigen haben die Gedanken Zeit zum Wandern. Wandern wir einmal in Gedanken den Weg ab, den Jesus gerade hinter sich hat.

Die Frau lebt am Mittelmeer. Kurz vorher aber war Jesus am See Genezareth. Und: Sofort nach unserer Geschichte  ist er dort auch wieder. Ist Jesus 100 km marschiert über Stock und Stein vom See Genezareth bis ans Mittelmeer – mit einem einzigen Ziel: Um diese Frau zu sehen und ihre Tochter gesundzumachen? Aber noch ist es nicht so weit. Er schweigt. Warum? Das steht nicht da. Aber möglicherweise will er der Frau zweierlei zeigen. Wer er ist. Und wer sie ist.

Wer er ist: Jesus ist der Sohn. Jesus tut nichts von sich aus, sondern er handelt dann, wenn der Vater grünes Licht gibt. Er lebt in Rufweite des Vaters und empfängt aus der Stille am Morgen seine Aufträge. Er hört die Stimme des Vaters im Wort der Schrift. Nicht jede Not ist ein Auftrag. Aber keiner, der ihn bittet, bleibt ohne Hilfe. Jesus zeigt uns: Wer Gott dienen will, muss ihn erst auf Knien fragen, was er überhaupt will. Sonst kommt heillose Überforderung und Verwirrung statt Heilung zustande.

Jesus ist eins mit dem Vater. Eins mit dem Schöpfer des Himmels und der Erden. Er ist der Herr. Er allein weiß, was gut ist und was nicht. Er allein hat Macht über alles. Über Gesundheit und Krankheit.  Er ist souverän. Er kann helfen.

Aber die Frau  muss noch etwas zweites begreifen. Wer sie ist. Es ist nicht recht, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen, sagt Jesus. Zack, das sitzt. Die Fau hat kapiert. Spätestens jetzt würden andere wutenbrannt davondampfen. Nein, Herr, würden viele sagen. die Frau sagt: Ja, Herr. Das kürzeste Gebet, das es gibt: Ja, Herr. Die Frau hat verstanden: Ich habe kein Recht auf irgendetwas. Ich gehöre nicht zu den Kindern. Ich gehöre zu den Hunden. Aber die Frau ist mit großer Wahrscheinlichkeit Hundebesitzerin. Sie kennt sich mit Hunden aus. Ja Herr. Herr, du hast recht.  Herr, ich stelle mich deiner Diagnose. Herr, ich füge mich deinem Willen. Herr, ich gehorche deinem Wort. Aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen.

Die Frau hat begriffen, wer Jesus ist und wer sie ist. Nun können Bitte und Fürbitte kommen. Herr, ich weiß, wer du bist. Herr, ich weiß, wer ich bin. Hilf mir. Erbarme dich meiner. Und die Tochter wird gesund in der gleichen Stunde. Fällt Ihnen auf, wie die Frau bittet? Nicht: Jesus, mach meine Tochter gesund. Sondern: Herr, erbarme dich. Egal, wie du hilfst, ich weiß, dadd du helfen willst und helfen kannst. Und Jesus lässt sich bitten. Er lässt sich bitten auch von uns.

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