/ Wort zum Tag

Hesekiel 34,2

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Wehe den Hirten, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?

Hesekiel 34,2

Wehe! Mit diesem Ausruf haben wir ein warnendes Signal in Richtung unserer Kinder gesetzt. Sie waren gerade im Begriff, aus Ärger und Wut heraus etwas Unkontrolliertes zu tun. Eine letzte Verwarnung wurde ausgesprochen, ein Stoppsignal gesetzt. Nützte dieses „Wehe“ nichts, dann war eine Bestrafung unumgänglich.
Ein „Wehe“ klingt uns auch in unserem heutigen Bibelwort entgegen.  Es ist nicht in Richtung Kinder gesprochen. Hirten sind gemeint. In Hesekiel 34,2 heißt es: „Wehe den Hirten, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?“ Als ein von Gott Beauftragter spricht der Prophet diese Warnung aus. – Sehr oft ist in der Bibel von Hirten die Rede. Sie stellten damals eine weit verbreitete und wichtige Berufsgruppe dar. Auch der bedeutende König Israels war in seinem ersten Beruf ein Hirte. Als Jesus in Bethlehem geboren wurde, kamen als erste Zeugen dieses einzigartigen Ereignisses Hirten von den Feldern, um das Kind in der Krippe anzubeten. Hirten hatten für die ihnen anvertrauten Tiere zu sorgen, sie zu schützen und ihnen in Gefahren helfend beizustehen. Das geschah nicht selten unter großem persönlichem Einsatz. - Von daher wurden Hirten zu einem Beispiel für die Könige und Führer im Staat und in neutestamentlicher Zeit für die verantwortlichen Leiter in der christlichen Gemeinde. Diese und alle, denen Menschen zum Schutz und zur Fürsorge anvertraut sind, sind mit unserem Bibelwort gemeint.

Hirte zu sein heißt, sich für andere fürsorglich zu engagieren. Ihnen gilt die ganze Zuwendung, auch unter persönlichem Verzicht. – Genau das aber sieht der Prophet Hesekiel genau ins Gegenteil verkehrt. Sein „Wehe“ gilt den Hirten, die sich selbst weiden. Seine Warnung hat Hesekiel nicht einfach aus der Luft gegriffen. Der Prophet spricht vielmehr hinein in die Tagespolitik seiner Zeit. Volksführer haben ihre Fürsorgepflicht für anvertraute Menschen grob vernachlässigt und haben nur den eigenen Vorteil vor Augen. Sie sind gleichsam „Hirten, die sich selbst weiden“. Es geht ihnen um die eigene Ehre und um die persönlichen Vorteile. Das aber ist Amtsmissbrauch.

Erkennen wir in diesem Bibelwort nicht die Aktualität der Bibel? Sie spricht auch in unsere Zeit hinein. Persönliche Begünstigung, Missbrauch anbefohlener Menschen, eigene Bereicherung und Befriedigung durch herausragende gesellschaftliche Positionen; das sind doch zumindest Gefahren auch in unserer Zeit. – Hesekiel will das, was in eine schuldhafte Verdrehung hinein geraten ist, wieder zu Recht rücken: Hirten sind für ihre Herden da! Das gilt es wieder neu zu erkennen und zu praktizieren. - Wir wollen jetzt nicht der Gefahr erliegen, von uns selbst weg und auf die Einflussreichen in Gesellschaft und christlicher Gemeinde herabzuschauen. Sind nicht uns allen Menschen anvertraut, denen wir mit fürsorglicher Liebe begegnen sollen? Gott selbst fragt uns danach, ob wir ihnen gerecht geworden sind? Wie oft haben wir andere vergeblich auf unsere Hilfe warten lassen, weil wir sie nicht mehr im Blick hatten oder viel zu stark mit unseren eigenen Belangen beschäftigt waren. Einer aber, der sich selbst den „guten Hirten“ nannte, hat uns das Beispiel echter Liebe und Fürsorge gegeben. Es ist Jesus Christus. Er gab sein Leben am Kreuz dahin, damit wir zur Herde des lebendigen Gottes gehören können. Dieses unvergleichbar große Opfer ruft uns zu unserer kleinen Hingabe im Dienst für uns anvertraute Menschen. Seien wir doch heute dazu bereit!   

 


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