/ Wort zum Tag

Psalm 106,4

Bibelvers

„Herr, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; erweise an uns deine Hilfe."

Psalm 106,4

Manchmal sind bei uns im Spessart Straßen blockiert.

Wenn Stürme oder die Schneelast im Winter Bäume umstürzen, gibt es kein Durchkommen mehr. Erst wenn die Hindernisse aus dem Weg geräumt sind, ist der Weg wieder frei. Blockierende Hindernisse gibt es nicht nur auf Straßen. Sie gibt es im Leben und Zusammenleben von Menschen. Es gibt sie im Blick auf Gott. Schuld zerstört. Sie wirkt zerstörend im Leben des Einzelnen. Sie beschädigt und zerstört die Gemeinschaft zwischen Menschen. Sie zerstört insbesondere das Vertrauensverhältnis zu Gott. Die Entfremdung des Menschen von Gott ist die Wurzel einer schlimmen Geschichte. Sie zieht eine Spur der Verwüstung nach sich. Das ist bis heute so. Auf Schritt und Tritt können wir es wahrnehmen.

Im Psalm 106, dem das Bibelwort für diesen Tag entnommen ist, wird  dies an Beispielen illustriert. In diesem Lied und Gebet wird zurückgeblickt auf die Vergangenheit. Menschlich gesehen ist es eine Katastrophengeschichte. Lang ist die Liste der Verfehlungen des Volkes.  Sie sind zusammengefasst in dem Bekenntnis: „Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, wir haben Unrecht getan und sind gottlos gewesen“. Damals wie heute haben Menschen Gott vergessen. Sie haben ihm, den Geber aller guten Gaben den Gehorsam aufgekündigt. Dem treuen Gott brachten sie nicht Vertrauen, sondern Misstrauen entgegen. Gottes Maßstäbe für ein gelingendes Leben waren ihnen aus dem Blick geraten. Die eigenen Maßstäbe wurden ihre Leitlinie. Sie fragten nicht mehr nach Gott. Sie taten, was ihnen gefiel. Die Freiheit, die sie suchten, führte in Bindungen. Indem sie Gott davonliefen, landeten sie im Chaos. Sie gerieten auf Irrwege und Abwege. Sie verrannten sich in manch ausweglose Sackgassen. Oft hatte der  Ungehorsam schlimme Folgen, manchmal sogar tödliche. Aber es gibt in diesem Psalm noch eine andere Liste.

Der langen Liste der Sünden des Volkes wird eine lange Aufzählung der Heilstaten Gottes gegenübergestellt. Sie sind ein Beleg für die Treue Gottes. „Wer kann die großen Taten des Herrn alle erzählen und sein Lob genug verkündigen?“ wird am Beginn des Psalms gefragt. So ist es nicht verwunderlich, dass am Anfang eine Aufforderung steht. Sie lautet:

 „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich!“ Damit wird Gottes Wesen beschrieben.

Gottes Freundlichkeit und Güte begründen die menschliche Dankbarkeit. Obwohl die Sünde den Weg zu Gott blockiert, bleibt seine Liebe zu dieser Welt,  seinem Volk und zu jedem einzelnen Menschen ungebrochen. Gottes Zusagen bleiben in Kraft. Gott bleibt sich treu. Er steht zu seinem Wort. Er darf beim Wort genommen werden damals wie heute.

Das tut der Beter wenn er ruft:

„Herr, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; erweise an uns deine Hilfe“. Es ist das Gebet eines Menschen, der seine Unzulänglichkeit erkannt hat. Er beruft sich auf die Zusagen Gottes, die er seinem Volk gemacht hat. Er weiß sich als Glied dieses Volkes. So birgt er sich in die Barmherzigkeit Gottes. Sie zeigt sich in den Zusagen an sein Volk. Nicht auf Menschen, sondern auf Gott setzt der Beter seine Zuversicht. Menschen können nicht weiterhelfen. Er erwartet die Hilfe von Gott. Dieses auf die Gegenwart bezogene Schuldbekenntnis wird zum Weg der Buße, auf dem Gottes Güte seine Gemeinde leitet. So kann sie wieder vor ihn treten.

Auch wir heute dürfen einstimmen in die Worte des Psalms. Vor Gott dürfen wir die Sünden des eigenen Lebens, aber auch die Sünden unseres Volkes ausbreiten. Vor ihm dürfen wir die Blockaden ehrlich benennen. Mit bußfertigem Herzen können wir vor ihm treten. Sein Aufräumungsprogramm ist mit einem Namen verbunden. Mit dem Namen Jesus. Dieser Name bedeutet „Gott hilft“. Gott vergibt uns um Jesu willen. In ihm hat er uns seine Hilfe erwiesen. In ihm erweist er sie täglich neu. Jesus macht den Weg frei. Der Zugang zum Vater führt über ihn.

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