/ Wort zum Tag

Maleachi 1, 11

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist mein Name groß unter den Völkern, spricht der Herr.

Maleachi 1, 11

„Im Namen Gottes des Allmächtigen!“

mit diesen Worten beginnt die Präambel der schweizerischen Bundesverfassung. Die Schweizer Verfassung beruft sich also auf Gott selbst. Wir Schweizer zählen uns – wie unsere Nachbarländer auch – zum „christlichen Abendland“. Und in der Schweizer Flagge steht das Kreuz im Zentrum. Irgendwie habe ich als Schweizer das Gefühl, dies alles zeichne unser Land besonders aus  …

„Im Namen Gottes des Allmächtigen!“

Tatsächlich scheint Segen auf der Schweiz zu liegen. Sie wurde in vielerlei Hinsicht reich beschenkt und ist vor vielem bewahrt geblieben. Ist das nicht Grund, Gott besonders zu danken und zu loben?

Doch, egal in welchem Land wir leben, viele von uns haben reichlich Grund dazu. Stimmen wir doch ein in die heutige Losung aus Maleachi 1,11: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist mein Name groß unter den Völkern, spricht der Herr.“

Diese Worte sind zuerst an das Volk Israel gerichtet. Es versteht sich als Volk, das von Gott auserwählt worden ist. Das wird besonders deutlich, nach der Rückkehr aus dem Exil und dem Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem.

Durch den Propheten Maleachi hält Gott seinem Volk – und indirekt auch uns – aber einen Spiegel vor.

Israel ist das erwählte Gottesvolk. Und deshalb etwas Besseres. Zumindest meinten das manche Menschen damals. Wer sonst sollte Gott richtig dienen und loben?!

Wohl werden im Tempel die nötigen Opfer verrichtet. Doch Gott werden minderwertige Tiere geopfert. Das, was den Menschen nicht genügt, soll für Gott gut genug sein.

Und im sozialen Bereich läuft es ähnlich: Man überlässt den Armen, was man ohnehin nicht mehr braucht. Es sind Brosamen, Almosen gegen das schlechte Gewissen.

Das genügt Gott aber nicht. Seine Forderung ist eine andere: Während des ganzen Tages und im alltäglichen Leben soll Gottes Name geehrt werden.

Oder mit den Worten Maleachis: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist mein Name gross unter den Völkern, spricht der Herr.“

Gott stellt dem selbstzufriedenen Gottesvolk ausgerechnet die Völker, die scheinbar „gott-losen“ Heiden, als Vorbild hin: „Da ist mein Name wirklich gross.“

Das provoziert. Aber Gott lässt sich eben nicht täuschen. Wo minderwertiges Vieh geopfert oder aus der Mode gekommene Kleider und „verfallene“ Lebensmittel „gespendet“ werden, wird Gottesfurcht und Mitmenschlichkeit inszeniert.

Man könnte das auch als „wohltätige Entsorgung“ bezeichnen.

Natürlich kann selbst dadurch Gutes geschehen. Doch Gott missfällt die Haltung dahinter: das eigene Wohl kommt zuerst  … und erst weit dahinter jenes der Mitmenschen und der Wille Gottes.

Wie anders ist es doch, wenn wir im Bewusstsein leben, dass wir von Gott geliebt und getragen sind. Dann steht unser Sein und Tun nicht mehr unter dem Motto: „zuerst für mich“. Die bedingungslose Annahme durch Gott befreit uns vom krampfhaften Absichern des eigenen Lebensstandards und von der Angst, zu kurz zu kommen. Christus führt uns zu einem Leben in Dankbarkeit, das in uns echte Mitmenschlichkeit und aufrichtiges Gotteslob wachsen lässt.

Dann steht über unserem Leben die Präambel: „Im Namen Gottes des Allmächtigen!“


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