/ Wort zum Tag

Psalm 98,3

Bibelvers

Aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Psalm 98,3

Das Bibelwort für heute aus Psalm 98, Vers 3, ist eine riesige Versprechung: Aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes. Die ganze Welt - was für eine Behauptung! Das war keineswegs sichtbar zu den Zeiten des Volkes Israel, als der Psalmbeter dies zum ersten Mal so kühn aussprach. „Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel“ lautet der unmittelbar voraus gehende Versteil. Und es folgt eine Aufforderung, die ebenso kühn wie visionär klingt: „Jauchzet dem Herrn, alle Welt!“ Das jüdische Volk hatte zu guten Zeiten eine gewisse Vorstellung von der Weltherrschaft Gottes. Oft genug jedoch ließen sie ihren Gott noch nicht einmal über all ihre eigenen Lebensbereiche Herr sein. Erst recht ahnte die heidnische Welt damals noch nichts von dem Heil dieses Gottes. Das sollte erst später kommen.

Aber die Ansage für dieses die ganze Menschheit umspannende Rettungsprogramm Gottes wurde schon im Alten Testament gemacht. Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder, von Abraham am Anfang der Bibel bis hin zu Maleachi, dem letzten Propheten des Alten Testaments. Man kann also mit Recht sagen: Die erste „Globalisierungswelle“, wie wir heute sagen, ging vom Alten Testament aus, auch wenn sie zunächst nur als Voraussage und Anspruch erklang. Alle Völker sollten durch Abrahams Nachkommen gesegnet werden. Alle Welt sollte einmal den wahren Gott ehren und ihm zujubeln. Diese Ansage wurde dann im Kommen von Jesus Christus wahr gemacht. Er gab ihr den Inhalt und auch die Dynamik. Gewiss, er war zwar zunächst der Messias Israels. Er setzte aber durch sein Reden und Handeln immer wieder Zeichen dafür, dass Gott das Heil aller Völker will; dass er möchte, dass alle gerettet werden. Dazu kam Jesus als Mittler und zugleich als der Weg zu Gott. In seiner Zeit auf dieser Erde gab er dafür wenige, aber eindeutige Zeichen. Er heilte z. B. den Sohn eines römischen, also heidnischen, Offiziers. Aber die Kraft und sozusagen „den Drive“ bekam die Botschaft erst kurz darauf: Als Jesus nicht mehr sichtbar auf der Erde war, schickte er wie versprochen den Heiligen Geist. Der entfachte solche eine Bewegung unter den Jüngern, dass die erste Gemeinde nicht nur in kurzer Zeit sprunghaft anwuchs, sondern gleich international war. Davon berichtet die Apostelgeschichte, wenn sie die vielen Sprachen und Volksgruppen nennt, die die Botschaft von Jesus als Retter in ihrer eigene Sprache hörten – und die betroffen waren und zum Glauben kamen!
 
Wir haben hier einen Globalisierungsschub ohne gleichen vor uns. Die Geschichte der darauf folgenden etwa 50 Jahre zeigt, wie das Evangelium vom Völkerheiland Jesus Christus in einer beispiellosen Geschwindigkeit bis an die Enden des Römischen Riesenreiches gelangt. Schon Ende des 1. Jahrhunderts gibt es christliche Gemeinden vom heutigen Irak bis nach Spanien. Eine Dynamik, von der wir für unsere westliche Welt heute nur träumen. Allerdings breitet sich der christliche Glaube heute in den armen Ländern in ähnlicher Geschwindigkeit aus wie nach dem ersten Pfingstfest. Dort braucht es heute nicht einmal eine Aufforderung, die gute Botschaft von Jesus doch mit Wort und Tat hinaus zu tragen. Es geschieht einfach. In Europa und Nordamerika ist das etwas anders. Wir oft so etablierten Christen in der reichen westlichen Kultur benötigen dringend die Aufforderung „die Botschaft muss raus!“ Alle Welt soll das Heil unseres Gottes sehen, wie es der Psalm sagt. Ja, nicht nur hören, sondern sehen! Ich kann es auch etwas frecher formulieren: „Christen raus – raus in die Welt“ - dahin, wo die oft uneingestandene Sehnsucht nach Gott ist, dahin, wo die Not ist! Christen raus in unsere Städte und Dörfer mit ihren vielen vom Glauben völlig unberührten Lebensbereichen und Milieus! Alle sollen es sehen, wie freundlich unser Gott ist. Wie damals in Jerusalem am Anfang der Kirche! Wie heute in manchen unterentwickelten Völkern! Damit Gott uns gebrauchen kann für die Erfüllung seiner Ansage aus alten Zeiten: „Aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.“ Jesus kam als der Eine für alle, damit sie alle durch den Einen mit Gott versöhnt werden.
 

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