/ Wort zum Tag

Sacharja 13,9

Bibelvers

Ich will sagen: Es ist mein Volk; und sie werden sagen: HERR, mein Gott!

Sacharja 13,9

Im Auf und Ab seiner Geschichte stieß das Volk Israel immer wieder auf die Frage: „Wer sind wir eigentlich? Warum unterscheiden wir uns von anderen Völkern?“ Die Antwort darauf haben sie sich nicht selbst gegeben. Die Antwort lautet: Weil Gott euch erwählt hat. Das zieht sich wie ein roter Faden seit den Tagen Noahs und Abrahams durch das ganze Alte Testament. Viel später - etwa 520 v. Chr. - als das Volk durch Wahrsagerei, durch falsche Propheten, durch Abfall von Gott weit von Gott entfernt war, erinnert sie Gott selbst durch den Propheten Sacharja an seinen Bund: „Ich will sagen:Es ist mein Volk; und sie werden sagen: HERR, mein Gott!“
(Sacharja 13,9). Mit diesem Wort zum Tag erinnert uns die Bibel an Gottes unverbrüchliche Treue. Besonders im Zusammenhang mit der Gesetzgebung durch Moses gilt: „Wenn ihr meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten werdet, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein“ (2.Mose 19,5.6).

Die Erwählung war Gottes Entscheidung. Ein Ruf ist ergangen, der nicht aus den Herzen von Menschen kam. Das Volk Gottes entsteht und besteht durch Gottes Initiative. Mit seinem Ruf legt der lebendige Gott seine Hand auf seine Leute. Bis heute. Und er sagt: Ihr gehört mir. Ihr seid mein Volk. Ihr seid mein Eigentum, d. h. ich kann über euch bestimmen und verfügen, wie einer es über sein Eigentum kann und auch tut. Das sagt - Gott sei Dank - kein willkürlicher Herrscher. Das sagt der Befreier Israels. Das sagt der Vater Jesu Christi. Das sagt der, der sein Eigentum nicht benützt und ausnützt, sondern beschützt. Gottes Liebe ist der Grund für Gottes Auswahl. „Nicht weil ihr größer wärt als alle Völker hat der Herr sich euch zugewandt und euch erwählt – ihr seid ja das kleinste unter allen Völkern -, sondern weil der Herr euch liebt ...“ Das ist die Auskunft der Bibel auf die Frage: Warum Gott gerade mit Israel, warum er mit uns einen Bund geschlossen hat.

Gottes Zusagen schließen uns, die wir heute leben, eng zusammen mit den Generationen, denen sie zum ersten Male zugesprochen wurden. Biblische Worte sind immer Gegenwartsworte. Im Auftrag Gottes greift Sacharja auf Worte zurück, die kein Verfallsdatum haben, die 800 Jahre zuvor Gott bereits beim Bundesschluss zu Moses gesprochen hat. Und 600 Jahre später schreibt der Apostel Petrus den Menschen, die durch Jesus Christus zu einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren sind: „Ihr seid die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums ...“ (1.Petrus 2,9). Wenn wir heute wissen wollen, wer wir sind, was wir sind, wodurch wir sind und wozu wir sind, dann beugen wir uns weit zurück bis an den Anfang und hören, was damals dem Volk Israel gesagt wurde und somit uns heute gesagt wird.

Was wird uns gesagt? Ihr seid etwas Besonderes! Wieso? Weil an euch etwas Besonderes geschehen ist. Ihr gehört zum Volk Gottes nicht durch Herkunft und Geburt, sondern durch eine neue Geburt. Dadurch gibt es unter allen Völkern auf Erden ein Volk Gottes, weil es Gottes Wort gibt und weil dieses Wort sich dieses neue Volk schafft. Gottes Wahl, nicht Israels vorzügliches und vorzeigbares Verhalten, gab den Ausschlag. Aus freien Stücken, aus Gnade hat Gott gesagt: Du bist mein Volk. Und aus Dankbarkeit für Befreiung aus Knechtschaft kam die Antwort: Herr, unser Gott!

Das ist eine Fortsetzungsgeschichte bis Christus wiederkommt. Aus der Bedeutungslosigkeit ruft Gott Menschen in die Bedeutsamkeit, adelt sie, legt seinen Namen auf sie und sagt: Du bist mein geliebtes Kind. Dich gliedere ich ein in das Volk, das nach meinem Namen genannt wird. Wer das erlebt, geht bewusst den aufrechten Gang an der Hand Jesu mit Standesbewusstsein, aber ohne Standesdünkel.
 

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