/ Wort zum Tag

Jesaja 53,5

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten.

Jesaja 53,5

Er schaut sich um. Hastig. Niemand ist ihm gefolgt. Keiner hat ihn gesehen. Sicheren Schrittes geht er weiter. Im Rucksack die begehrte Kamera. Wie lange wollte er sie schon haben. Leisten konnte er sie sich nicht. Er hatte einen jungen Mann beobachtet, wie der den Messeturm fotografiert hatte. Wohl ein Bekannter kam dazu. Sie redeten angeregt miteinander. Der junge Mann legte seine Kamera ab. Beide gingen weiter - ohne das begehrte Objekt. Das war seine Chance. Schnell war er zur Stelle, öffnete seinen Rucksack und besaß das, wovon sein Blick die ganze Zeit nicht gewichen war.

Zuhause untersucht er stolz seine Neuerwerbung. Macht die ersten Bilder – schaut im Display nach, klickt  weiter zurück und sieht die Fotos des anderen … er will sie löschen. Aber irgendetwas hält ihn davon ab. Die Bilder – er muss sie sich wieder und wieder anschauen und er denkt: Die Kamera gehört mir nicht wirklich.
Soweit die Geschichte.

In der Bibel wird diese Geschichte von Gott anders weitergeschrieben als ich sie am liebsten erzählen würde.
Im Jesajabuch Kapitel 53,5 heißt es: „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten.“ Wer ist dieser „ihm“? Ihm – ist der Knecht Gottes, den Gott sich aussucht, um Geschichten umschreiben zu können.
Normalerweise verliefe die Geschichte so: Gott hat mitgeteilt: „Du sollst nicht die Kamera deines Nächsten begehren. Du sollst nicht stehlen.“ Diese Gebote hatte Gott nicht unverbindlich in den Raum gestellt. Gott erwartet, dass seine Worte beachtet werden. Und wenn nicht – muss der Mann mit den Folgen leben: dem schlechten Gewissen, der Schuld, die er begangen hat. Den Konflikt mit Gott, den er durch sein Verhalten ausgelöst hat. Gott ist persönlich getroffen, wenn eins seiner Geschöpfe so mies behandelt wird.

Aber Gott schlägt ein anderes Kapitel auf: Der Knecht Gottes zieht sich die Schuldgefühle des Mannes an, von dem ich gesprochen habe. Sein schlechtes Gewissen. Das geht soweit, dass der Knecht Gottes daran zerbricht. Was kann er dem Zorn Gottes entgegensetzen? Nichts. Er nimmt die Strafe an. Gott bittet den Mann: Suche den Knecht Gottes auf, von dem in den Evangelien gesagt wird: dieser Knecht hat den Namen Jesus. Er ist der Knecht, von dem der Prophet Jesaja vor vielen Jahrhunderten bereits gesprochen hat. Jesus hat die Strafe am Kreuz von Golgatha getragen. Sie war so schwer, dass er daran zerbrochen und gestorben ist. Jesus blieb nicht tot. Ich, Gott, habe Jesus auferweckt von den Toten. Jesus lebt.

Und nun geht die Geschichte so weiter: Der Mann wird nicht bestraft. Kann er die gestohlene Kamera behalten – weil Jesus zu ihm sagt: ich bin dafür gestorben, dass du auf meine Kosten fotografieren kannst? Nein. Jesus ist gestorben, damit etwas heil wird. Schaden wieder gut gemacht wird. Der unrechtmäßige Besitzer des Fotoapparates erlebt: Die Beziehung zu Gott, die er gestört hat, wird wieder gut, indem er ihm seine Schuld bekennt. Und Gott? Er vergibt ihm. Der Richter des himmlischen Weltgerichtshofes spricht ihn frei.
Unglaublich! Gott greift ihm aus Liebe so unter die Arme, dass er bei Gott angesehen ist. Er wird nun nicht argwöhnisch von Gott beobachtet. Gott ist stolz auf ihn. Er schämt sich nicht für den Mann. Gott versetzt den Mann in die Lage, die Kamera zurückzugeben. Der Neid steht nicht mehr zwischen dem Mann und dem ursprünglichen Besitzer. Er kann dem jungen Mann seine Kamera gönnen. Von daher ist es angemessen, wenn der Mann sie mindestens zum Fundamt bringt und einen Weg findet, dass die Kamera wieder in die Hände ihres rechtmäßigen Besitzers kommt. Unabhängig davon – die Schuld hat Gott ihm vergeben.
 


Kommentare

Von Martin Flöther am .

Wieder eine ausgezeichnete, lebensnahe Veranschaulichung des Bibeltextes! Auch im Aufbau hervorragend! Herzlichen Dank!

Von Heidi am .

Vielen Dank für die wunderbare Auslegung.


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