/ Wort zum Tag

2. Könige 19,15

Bibelvers

HERR, du bist allein Gott über alle Königreiche auf Erden, du hast Himmel und Erde gemacht.

2. Könige 19,15

Was machen wir, wenn es plötzlich faustdick kommt? Wenn uns niederschmetternde Nachrichten erreichen, wie dies im heutigen Bibeltext der alttestamentliche König Hiskia erlebt? Hier vorerst ein Überblick auf den Rahmen der Geschichte: Der König von Assyrien, Sanherib, ist mit seinem Heer gegen Jerusalem gezogen. Das Nordreich Israel war bereits besiegt und in die Verbannung verschleppt. Sanherib hatte die übrigen Städte Judas bereits erobert. Nun zieht das siegreiche Heer vor die Stadt Jerusalem und belagert sie. Sanherib schickt einen hohen Beamten, den Rabschake, vor die Stadtmauer. Der fordert die Bevölkerung der Stadt zur Aufgabe und Unterwerfung auf. Das Volk steht auf der Mauer und hört zu. Die Leute des jüdischen Königs Hiskia bitten den Rabschake, doch nicht hebräisch, in der Sprache des Volkes, zu reden, sondern lieber aramäisch, damit das Volk die niederschmetternden Worte nicht verstehen kann. Doch das wollte der Assyrer ja gerade: die Moral der Bewohner Jerusalems untergraben. Aber das Volk und die Beamten Hiskias gehen auf den Versuch einer Demoralisierung durch den Rabschake nicht ein. Denn König Hiskia hatte durch den Propheten Jesaja die Zusage der Hilfe Gottes erhalten.

Als der Rabschake zu seinem König zurückkommt, ist der mit seinen Heeren bereits in neue Kämpfe verwickelt. In einem Brief warnt der assyrische Herrscher aber König Hiskia, er solle ja nicht denken, Jerusalem würde verschont. Aufgeschoben sei nicht aufgehoben. Hiskia steht das Wasser bis zum Hals. Das Volk litt unter der Belagerung. Und nun ein solcher Brief. Was macht Hiskia in seiner Bedrängnis? Er geht in den Tempel, breitet den Brief vor Gott aus und betet die Worte, die uns heute als Wort zum Tag beschäftigen: „HERR, du bist allein Gott über alle Königreiche auf Erden, du hast Himmel und Erde gemacht.“

Auf der einen Seite steht Hiskia die bedrohliche Macht der Assyrer vor Augen, – diesem Feind konnte bisher kein Volk widerstehen. Auf der anderen Seite steht der unsichtbare Gott mit einem bloßen Wort, einer Zusage. Was ist das schon gegen eine so sichtbare Bedrohung?

So etwas lässt auch uns nicht unbeeindruckt. Die sichtbare Realität scheint oft so übermächtig! Mir fällt auf, mit welchen Worten Hiskia in dieser Bedrängnis betet. Seine Aufmerksamkeit ist nicht gefesselt von der Größe der Not. Man kann sich ja im Gebet noch weiter in die Not hineinsteigern! Nein, Hiskia macht sich beim Beten zuerst bewusst, wer Gott ist. Er ist der Gott, der über den Cherubim thront, über den himmlischen Mächten; er allein ist Gott über alle Völker und Weltereignisse. Er hat Himmel und Erde gemacht. Und plötzlich werden das assyrische Heer und die bedrohlich vermessenen Worte des feindlichen Königs auf ihre wahre Bedeutung zurechtgestutzt. Die Völker der Welt sind vor dem lebendigen Gott wie ein Tropfen an einem Eimer.

Hiskia wurde nicht enttäuscht. Sanherib nahm die Stadt nicht ein. Er schoss keinen einzigen Pfeil ab. In der Nacht kam ein Engel des Herrn und erschlug im Lager der Assyrer 185.000 Mann. Sanherib zog sich zurück nach Ninive und wurde später von seinen eigenen Söhnen erschlagen. Auch wenn diese Geschichte brutal klingt - eins können wir daraus lernen: Nicht einen großen Glauben brauchen wir, sondern Glauben an einen großen Gott.
 

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren