/ Wort zum Tag

Jeremia 31,3

Bibelvers

Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.

Jeremia 31,3

Der Herr Himmels und der Erde lässt uns in sein Herz blicken. In sein Herz voller Liebe. Er erklärt seine Liebe zu seinem Volk und zu seinen Menschen. Es geht mir zu Herzen, wie warmherzig er dies tut. „Ich habe dich je und je geliebt!“ Seine Liebeserklärung lässt erkennen: Eine einzigartige Liebesgeschichte verbindet unseren Gott mit seinem Volk und den Menschen. Immer ist sein erster und sein letzter Gedanke Liebe. Die erste und die letzte Intention seines Handelns ist nur Liebe. Alles ist Ausdruck seiner Liebe. Johannes kann in seinem Brief nicht anders, als zu sagen: Gott ist die Liebe.

Kann man so von Gott reden? Ist Gott in seinem Handeln so eindeutig? Muss nicht der Prophet Jeremia, der diese göttliche Liebeserklärung bezeugt, zuerst von Gottes Zorn und Gericht reden? Ja, er muss so sehr von Gottes Zorn und Gericht reden, dass er es selbst kaum ertragen kann. Und noch zu seiner Zeit geschah es, dass das Gottesvolk von Feinden überfallen, das Land eingenommen und zerstört und die Menschen ins feindliche Ausland verschleppt wurden. Das vom Propheten angekündigte Strafgericht Gottes trat ein. Aber das war nicht das Ende. Noch in der Katastrophe hört Jeremia die Zusicherung Gottes für sein geliebtes Volk: Ich habe dich je und je geliebt.

Und heute? Wie uns die Welt und das Leben begegnen, lässt uns immer wieder viele Fragen stellen. Kinder sterben an schlimmer Krankheit. Eine Mutter oder ein Vater werden aus der Familie gerissen. Immer wieder geschehen schlimme Unglücke. Warum, warum? Wir alle kennen das Leid und Leidende. Uns allen stehen Lebensgeschichten vor Augen, die uns Gottes Liebe infrage stellen lassen. Aber die Bibel bleibt dabei: Gottes erstes und letztes Wollen ist Liebe. Sein Wirken ist von Liebe geprägt. Seine Gerichte wollen zurecht bringen. Seine Strafen zur Umkehr führen. Auch sein Zorn zeigt seine Liebe. Das ist – zugegebenermaßen – im Erleben nicht zu begreifen. Aber im Nachhinein kann es uns deutlich werden.

Friedrich Bodelschwingh verlor innerhalb weniger Tage alle seine Kinder durch eine schwere Krankheit. Wie erschreckend schlimm muss dies für ihn und seine Frau gewesen sein. Später konnte er sagen, damals habe er an Gottes Härte Barmherzigkeit gelernt. Er baute in Bethel ein großes Werk der Barmherzigkeit auf, um Gottes Liebe gerade solchen Menschen zu erweisen, die körperlich und geistig eingeschränkt sind. Gottes Liebe wird für uns Christen am Kreuz Jesu eindeutig. Seine Liebe ist eben keine Allerweltsliebe eines etwas dusseligen und senilen Weltenherrn. Nein, der heilige Gott übernimmt selbst das Gericht, um allen, die zum Kreuz kommen, seine Gnade zu schenken und sie seiner unermesslichen Liebe zu vergewissern. So weit kann nur seine Liebe gehen. Am Kreuz wird Gottes Liebe offenbar.

„Ich habe dich je und je geliebt!“ Das dürfen wir auch ganz persönlich hören. Er spricht jedem von uns seine Liebe zu. Daran dürfen wir uns halten, wenn wir ins Grübeln und Zweifeln geraten. Wenn der Boden unter uns wankt. Wenn alles infrage steht. Das Kreuz erinnert uns an Gottes Liebe. An ihr dürfen wir uns fest machen. An seiner umfassenden, vorbehaltlosen und bedingungslosen Liebe.

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