/ Wort zum Tag

Psalm 8,3

Bibelvers

Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet.

Psalm 8,3

Nichts ist der Mensch? Ich zitiere Nietzsche: „Eine kleine überspannte Tierart, die ihre Zeit hat!” Ende des Zitates. Sich so zu fühlen, so ohnmächtig, so unbedeutend und hilflos, das kann uns zu schaffen machen. Ich traf wenige Wochen nach der Katastrophe von Fukushima einen Freund. Jahrelang arbeitete er im
Kernforschungszentrum Karlsruhe. Immer wieder nahm er an Fachtagungen überall in der Welt teil. Stets vertrat er seine Erkenntnis, dass die Kernenergie nicht nur wichtig, sondern auch beherrschbar ist. Das war für mich ehrlicher als bei manchen, die einseitig informiert für ihre Ideologie auf die Straße gehen. Jetzt begegnete ich einem Mann, der ganz anders redete. Er hatte auf die vielen für mich offenen Fragen keine Antworten, keine Lösungen mehr. Das ist für ihn und für mich deprimierend. Bestätigt jedoch nicht, was Nietzsche über unsere Gattung Mensch aussagt. Neu lernen müssen aber wohl viele von uns. Wir beherrschen nicht alles! Das will und soll uns nicht entmutigen, nicht in die Resignation stürzen. Es gilt die Erkenntnis und Aussage des Psalmisten: "Nur wenig kleiner hat Gott die Menschen gemacht, als himmlische Wesen!"

Im gleichen Psalm 8, Vers 3 lesen wir dann: "Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet!" Eine Macht, die Gott lobt und ihm nahe ist, gemeinsam mit der gesamten Schöpfung.
Eine Macht, von der wir normalerweise keinen Rat, keine Hilfe erwarten. Alles, was groß ist, stark, schön und reich, erscheint auf unseren Bildschirmen, wird vergöttert. Anerkannt wird der im Augenblick vorzeigbare Erfolg. Es gibt Mitmenschen, die suchen geradezu die Nähe derer, die ihnen zu Glanz verhelfen könnten. Gar nicht, oder früher selber im nun verblassten Rampenlicht stehend, versuchen sie von denen zu profitieren, deren Namen heute die Schlagzeilen füllen.

Eine ganz andere Perspektive zeigen unsere Psalmworte auf. Auch der Evangelist Matthäus weist auf sie hin. Er berichtet, wie Jesus die Händler aus dem Tempel treibt und die Tische der Geldwechsler umwirft. Anschließend heilt Jesus Blinde und Gelähmte, die zu ihm kamen. Auch Kinder freuten sich darüber und stimmten in den Hosiannaruf ein. Die Priester und Schriftgelehrten ärgerten sich. Jesus aber weist auf unseren Psalm hin: "Aus dem Mund der jungen Kinder und Säuglinge hat Gott sich eine Macht zugerichtet!" Das ist verliehener Adel, gleichzeitig eine Umkehrung dessen, was wir gewohnt sind und auch suchen. In diesen Stand ist jeder Glaubende hinein gerufen. Martin Luther nennt uns in diesem Zusammenhang "Narren in Christo"! Er ist überzeugt: "Die Wahrheit ist mächtiger als alle Beredsamkeit, der Heilige Geist stärker als der Menschengeist, der Glaube höher als die Bildung!" Und darum, sein Zitatende: "... ist der Sieg bei der stammelnden Wahrheit und nicht bei der verlogenen Beredsamkeit!" Ich erbitte für Sie und für mich, dass Gott uns einen solchen Glauben schenkt.
 

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