/ Wort zum Tag

Apostelgeschichte 18,10

Immer flexibel sein,  sich immer wieder auf Neues einstellen, das wird heutzutage von vielen Arbeitnehmern verlangt. Auch der Umzug hin zu dem Ort, in dem die Firma einen neu einsetzen will, gehört heutzutage dazu, wenn man seinen Arbeitsplatz behalten möchte. Neuorientierung, Situationen des Umbruchs sind vielen vertraut. Der Apostel Paulus war auch schon so ein Mann, der sich ständig in bisher unbekannten Städten zurechtfinden musste. Innerhalb weniger Jahre lebte er in mindestens dreizehn verschiedenen Städten.

Auch in der Haufenstadt Korinth war er zunächst ein Neuankömmling. Er trifft dort Berufskollegen, Aquila mit seiner Frau Priscilla. Mit diesen arbeitete er nun zusammen, um sein täglich Brot zu verdienen. Samstags, am Sabbat, ging er in die Synagoge. Er war ihm ein großes Anliegen, seine Volksgenossen zu überzeugen: „Dieser Jesus aus Nazareth ist der Christus. Er wurde gekreuzigt, aber er ist von den Toten auferstanden!“

Doch er stieß auf erbitterten Widerstand. Ja, dort in Korinth schlug ihm Spott und Hohn entgegen. Die Menschen rissen ihre Witze über Jesus Christus; sie machten die Predigt des Paulus lächerlich. „Sie lästerten“, so heißt es in der Apostelgeschichte. Paulus wendet sich von ihnen ab. Er predigt dort nun nicht mehr. Ab jetzt spricht er nur noch zu den so genannten Heiden. Das waren Griechen und Römer, die nicht von Geburt an zum Volk Israel gehörten.

Aber es war für Paulus eine sehr gefährliche Situation. Auch in anderen Orten war es zu solchen Auseinandersetzungen gekommen. In Philippi hatte Paulus im Gefängnis gesessen und wieder frei gekommen. In Thessaloniki war er nur knapp einer Lynchjustiz entkommen. Er hatte allen Grund, besorgt zu sein. Wie würde sich sein Leben in Korinth entwickeln?

Daher schickt Gott ihm ein starkes Erlebnis. Paulus träumt so intensiv, dass er Gottes Stimme deutlich hört: „Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.“ Gott spricht ihn an. Mit dem Zuspruch, der schon Abraham Trost und Kraft gab: „Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn!“
Fürchte dich nicht! So spricht Gott seine Segensträger an. So spricht der Engel zu Maria, als sie die Verheißung des Jesuskindes empfing. „Fürchtet euch nicht!“ so riefen die Engel den Hirten auf den Feldern vor Bethlehem zu. Sie sollten die ersten sein, die den neugeborenen König Israels huldigten. „Fürchtet euch nicht!“ So spricht der Engel die Frauen am Grab an, als sie den Gekreuzigten salben wollten. Sie wurden zu den ersten Zeugen der Auferstehung Jesu Christi.

„Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden.“ Paulus wird für seinen Auftrag gestärkt. Er ging von da an nicht mehr in die Synagoge in Korinth, obwohl er anderthalb Jahre in der griechischen Hafenstadt lebte. Aber er predigte und lehrte und unterrichtete die Menschen in Korinth, die Christen geworden waren. Von keiner Gemeinde ist uns so viel überliefert wie von den Christen in Korinth. Paulus blieb selten so lange als Lehrer an einem Ort.

Das ist eine starke Zusage auch für uns heute. Denn wer immer an Jesus glaubt; wer immer es bekennt: Jesus Christus ist  mein Retter und mein Herr! - der ist zugleich auch gesandt, diesen Glauben weiterzugeben. Das ist auch heute nicht einfach. Eine Schülerin erzählte in der Schule von den christlichen Abendveranstaltungen in ihrer Gemeinde. Sie selbst sang dort im Chor mit. Es gefiel ihr gut und so ging sie jeden Abend dort hin. Leider litten die Hausaufgaben darunter. Sie entschuldigte sich bei ihrem Lehrer und erklärte, warum sie für die Aufgaben nicht genügend Zeit gehabt hatte. „So, sind Sie wohl fromm geworden!“, bemerkte der Lehrer mit unüberhörbarem spöttischen Untertan. Das war für die Schülerin nicht leicht. Doch sie sagte: „Ich würde es gläubig nennen.“ Sie stand zu ihrem Glauben. Sie ließ sich den nicht madig machen.

„Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden.“ Ob in der Schule oder am Arbeitsplatz ... wir werden immer wieder herausgefordert sein, zu unserem Glauben zu stehen. Gott braucht mutige Zeugen. Ich möchte Sie ermutigen, dass Sie es immer wieder wagen, von ihrem Glauben zu erzählen. Jesus Christus als Gekreuzigten und Auferstandenen zu kennen, das verändert das Leben. Was auch immer wir falsch machen: Ob wir zornig geworden sind, wo es nicht recht war. Ob wir ungeduldig waren, wo wir Langmut gebraucht hätten. Ob wir neidisch waren, weil andere mehr Glück hatten. Durch Jesus können wir Vergebung erhalten. Er macht unser Leben rein und neu. Immer wieder! Das gibt eine große innere Freude. Das stärkt die Gelassenheit, offen und mutig auf neue Situationen zuzugehen. Gott hilft. Er lässt uns nicht alleine. Jesus Christus als Gekreuzigten und Auferstandenen zu kennen, das verändert das Leben.

Was auch immer uns an Schwerem, Leidvollen begegnet. Jesus hat uns den Weg durch den Tod gebahnt. Der Himmel steht offen. Mit dem Tod ist nicht alles aus. Das macht mein Leben weit und tief. Das gibt große innere Ruhe. Denn das Leben hier auf dieser Welt ist nicht alles. Ich muss keine Angst haben, irgendetwas zu verpassen. Ich kann voller Kraft da wirken, wo Gott mich hingestellt hat. Teilen wir das unseren Mitmenschen mit. Jesus Christus ist die Quelle für Lebenserneuerung und Lebenshoffnung, Aus dieser Quelle sollte jeder Mensch trinken können. Das wir Zeugen der Hoffnung sind, dazu will uns Gott heute stark machen.
 

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