/ Wort zum Tag

Micha 5,4

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Noch nie in der Geschichte lebten die Deutschen so lange im Frieden wie seit dem Zweiten Weltkrieg. 66 Jahre nun schon haben wir Frieden. Kein Krieg, keine bewaffneten Auseinandersetzungen mit anderen Staaten. Das ist ein Geschenk, für das wir Gott sehr dankbar sein sollten!

Aber ganz so friedlich war diese Zeit dennoch nicht. Da gab es die Zeit des Terrorismus in Deutschland. Danach gab es immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen um die Abrüstung und um die Atomkraft. Es gibt Unfrieden zwischen den Generationen und es gibt den so genannten Geschlechterkampf. Es gibt Gewalt an den Schulen und in den Häusern. Es gibt Bandenkriege und mafiaähnliche Strukturen in Deutschland. Es gibt so viele Bereiche, wo unter der Oberfläche der Hass schwelt und der Unfriede sein Unwesen treibt.

Wenn die Bibel vom Frieden spricht, meint sie immer viel mehr als nur die Abwesenheit von Krieg und Streit. Frieden, Schalom – das meint umfassendes inneres und äußeres Wohlbefinden. Frieden bedeutet gelingende soziale Beziehungen und eine gerechte Gesellschaftsordnung. Frieden – also eine Utopie? Ein Niemandsland? Eine Illusion? Ein frommes Wolkenkuckucksheim?

Nein! Der Friede ist da! Er ist schon angekommen, mitten in dieser Welt! Davon spricht das heutige Bibelwort: „Er wird der Friede sein.“ Der Prophet Micha spricht ein paar hundert Jahre vor Christus vom Frieden als einer Person. Er wird der Friede sein! Micha beschreibt nicht in erster Linie utopische Zustände, sondern er spricht von einer Person, die der Friede sein wird. Wie können wir das verstehen?
Haben Sie schon einmal einen Säugling beobachtet, der an der Brust der Mutter oder an der Schulter des Vaters zur Ruhe kommt? Da kann es um dieses Kind fürchterlich laut oder hektisch sein. Da kann die Familie sich vielleicht in großer Gefahr befinden. Da tobt vielleicht ein Unwetter, was auch immer. Doch das Kind ist bei der Mutter oder beim Vater geborgen. Es erlebt Frieden in der Nähe seiner Bezugsperson. Das ist Frieden. Die Mutter oder der Vater ist der Frieden für dieses Kind. Es braucht keine Erklärungen – die würde es sowieso nicht verstehen. Es braucht nur die Nähe dieser Friedensperson. Dann ist alles gut!

So spricht die Bibel vom Frieden: Er ist die Anwesenheit Gottes mitten im Chaos der Welt. Der Frieden ist nicht  - noch nicht! - die Abwesenheit von Gefahr, sondern die Anwesenheit Gottes. Der Frieden ist nicht die Erklärung aller Rätsel, sondern die Anwesenheit Gottes in den Rätseln des Lebens. Bei Gott bin ich geborgen und zu Hause. Er ist mein Frieden, auch wenn ich Situationen erlebe, denen ich nicht gewachsen bin.

Als der Prophet Micha lebte, sah er noch in die Zukunft. Er sprach von einer Zeit, die noch kommen würde. Von der Anwesenheit Gottes mitten in dieser Welt. - Als Christen wissen wir, dass Gott tatsächlich auf diese Welt gekommen ist. In seinem Sohn Jesus Christus hat er Wohnung bezogen in dieser Welt. Er ist in das Chaos, in die Not und in die Schuld und Sünde dieser Welt gekommen. Er liebte die Ausgestoßenenen, heilte die Kranken, vergab den Versagern. Er starb stellvertretend für die Sünden der Menschheit und ist am dritten Tag auferstanden von den Toten. Wo Jesus ist, ist Gott anwesend in dieser Welt und in meinem Leben. Wo Jesus ist, ist Vergebung. Wo Jesus ist, ist der Tod überwunden. Er schenkt ewiges Leben. Der Gekreuzigte und Auferstandene ist der Frieden, weil ihm alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden. Bei ihm komme ich zur Ruhe.

Jesus ist mein Frieden. Er ist in die Welt gekommen, vor 2000 Jahren. Und er kommt in mein Leben, wenn ich ihn darum bitte. Er ist nur ein Gebet weit von mir entfernt. Noch gibt es viel Unfrieden in der Welt und um mich herum. Aber jetzt schon lebt der Frieden in mir, weil ich Jesus habe. Und eines Tages wird Jesus alles Leid wegnehmen und alle Tränen abwischen von unseren Augen. „Er wird der Friede sein!“ Jetzt und in alle Ewigkeit.


Kommentare

Von Marlene am .

Ein treffendes Bild für
" In Christus sein",
ein Säugling mitten im Unheil an der Brust der Mutter oder an der Schulter des Vater. Es braucht keine Erklärungen – die würde es sowieso nicht verstehen. Es braucht nur die Nähe dieser Friedensperson. Dann ist alles gut!
Das ist es, was Gott uns allen schenken möchte. Und das ist es, was ich noch und immer wieder lernen muss.
Aber das Bild hab ich jetztschon mal in meinem Kopf abgespeichert, danke:)

Von heike am .

Wie tröstend und wunderbar..Vielen Dank!

Von Jutta am .

Was mir in Ihren Ausführungen gefehlt hat, das war ein Hinweis darauf, Deutschland jedoch durch seine Rüstungsexporte die Waffen in Krisengebiete liefert und somit indirekt bei Kriegshandlungen dabei ist.

Von maite am .

mir gefällt die auslegung ebenfalls sehr gut, inspiriert finde ich sie auch! an cord: die ausführungen über die assyrer und die aus der stadt nimrod beziehen sich m.e. auf die endzeit wenn Jesus wiederkommt und die versammelten heere der völker, die Ihn als herrscher verhindern wollen, vernichtet. nimrod ist der name des jägers, der babylon gegründet hat, die stadt, in der die anbetung anderer götter zuerst begann. assyrien ist entweder ein nachfolger der damaligen assyrischen nation oder ein mehr

Von Thomas am .

Eine sehr schöne Auslegung. Schönen Gruß auch an den Nutzer cord zwecks seines Kommentars: Manche Auslegungen sollten wir vielleicht nicht nur über unseren Verstand zu erklären versuchen, sondern sie Gott und seinem Heiligen Geist überlassen. Er kann dies viel besser als wir mit unserem doch allzu beschränkten Wissen. Siehe diese Auslegung hier!

Von cord am .

In der "Gute Nachricht" Bibel heißt es "Er wird Frieden bringen und uns vor den Assyrern retten..." woraufhin nicht beschrieben wird, dass er die Assyrer bekehrt, sondern sie dahinmetzelt.
Die in der Auslegung gemachten Ausführungen finde ich im Bibeltext so garnicht wieder.


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