/ Wort zum Tag

1. Mose 46,3.4

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Gott sprach zu Jakob: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht. Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder heraufführen.

1. Mose 46,3.4

Flexibel zu sein ist heute angesagt. Und das heißt, auch in höherem Alter noch einmal ganz neu anfangen zu können. Eine andere Ausbildung machen, den Beruf wechseln, umziehen, vielleicht sogar in ein anderes Land, eine neue Partnerschaft eingehen, sich eine neue Lebens- und Sinnperspektive suchen. Manchmal ist ein Mensch dazu gezwungen, so eine Entscheidung zu treffen. Wenn zum Beispiel die Arbeitslosigkeit droht oder die Lebensumstände einen Umzug erfordern. Manchmal aber ist die Entscheidung auch freiwillig. Menschen gehen bewusst ein Risiko ein, wenn sie sich beispielsweise dazu entschließen, sich in einem anderen Land eine neue Existenz aufzubauen. Sie möchten ihrem Leben noch einmal eine ganz neue Richtung geben und erhoffen sich damit mehr Lebensglück und Zufriedenheit.

Auch Jakob, der Stammvater aus dem Alten Testament, bricht als alter Mann noch einmal in ein neues Land auf. Er tut dies allerdings nicht, um noch einmal etwas Besonderes zu erleben. Denn in Ägypten wartet Joseph auf ihn. Joseph, der längst tot geglaubte Lieblingssohn, den die Brüder einst als Sklave in das fremde Land verkauften und von dem sich jetzt herausgestellt hat, dass er noch lebt und sogar eine hohe Position im Herrschaftsbereich des Pharao bekleidete. „Ich will hin und ihn sehen, ehe ich sterbe“ (1. Mose, 45,28), so Jakobs Worte. Und dann macht er sich auf, mit seinem Vieh, seinem ganzen Besitz und insgesamt 70 Nachkommen und Familienmitgliedern. Leicht wird ihm das nicht gefallen sein.

Im Alten Testament hören wir immer wieder von Menschen, die ihren Weg gegangen sind. Menschen, die aufgebrochen sind und Altes hinter sich gelassen haben, auch Vertrautes, auch lieb gewordene Menschen, auch manche Sicherheiten. Von Abraham hören wir es, der von Gott aus seiner Heimat fortgeschickt wurde. Wir hören von Menschen, die vor einem schwierigen Auftrag geflohen sind wie Jona, oder die ihren Lebensweg am Ende sahen wie Elia. Eines aber eint sie alle: Sie waren auf ihren so unterschiedlichen Wegen niemals allein. Gott ist mitgegangen. Jedes Mal. Gott hat eingegriffen, wenn der Weg zu Ende schien oder in die verkehrte Richtung führte. Jona hat Gott klar gemacht, dass er seinen Auftrag in Angriff nehmen und nach Ninive gehen musste. Elia hat er neuen Lebensmut und frische Lebenskraft geschenkt. Abraham hat Gott durch alle Schwierigkeiten hindurch geleitet. Ob das nun Konflikte mit den Verwandten waren, eine Hungersnot oder die Sorge um die Nachkommenschaft. Gott war da und hat am Ende alles zum Segen werden lassen.

Und so erlebt es auch Jakob. Die weite Reise wird sich lohnen. Er wird ihn wiedersehen, den geliebten Sohn, der so viele Jahre verloren schien, und dazu seine Schwiegertochter und Enkel. Und Jakob kann voller Vertrauen losziehen. Denn Gott hat zu ihm gesagt: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht. Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder heraufführen (1. Mose 46, 3.4).

Vielleicht erleben Sie auch gerade so einen Umbruch in Ihrem Leben oder haben ihn schon erlebt. Da ist etwas ganz Neues, noch Unbekanntes und schwer Einschätzbares auf Sie zugekommen. Das Gefühl von Unsicherheit, die Angst, dem allen nicht gewachsen zu sein, ist da. Jeder Mensch hat sein eigenes Ägypten, in das er aufbrechen, das er entdecken und als Neuland in Angriff nehmen muss. Wie gut, dass wir einen haben, auf dessen Beistand wir uns verlassen können. Wie gut, dass wir einen haben, der jeden Weg mitgeht, so weit und ungewiss er auch sein mag. Wie gut, dass unser Gott uns Mut macht, uns stärkt und tröstet. Auch mit dem Zuspruch, den er dem Jakob gegeben hat: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht. Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder heraufführen (1. Mose 46, 3.4). Die Gewissheit, dass Gott in dieser Weise bei Ihnen ist, wünsche ich Ihnen für jeden Weg, den Sie in Ihrem Leben gehen.
 


Kommentare

Von Roesger am .

Guten Tag Herr Preiss,
machen Sie weiter! Auch ich beschreite Neue Wege mit 60!
Alles Gute
UR

Von Hans-Rainer Preiss am .

Super Auslegung! Trifft ganz meine Situation! Ich gehe als Lehrer im August in Pension und frage mich, was ich jetzt machen soll. Ich habe nämlich drei Internetseiten für lehrer, Schüler und Eltern. Soll ich sie weitermachen? Ihr Beitrag ist daher sehr hilfreich für mich.
Herzlichen Dank und Gottes Segen für Ihre weitere Arbeit.


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