/ Wort zum Tag

Apostelgeschichte 10,43

Bibelvers

Von Jesus bezeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.

Apostelgeschichte 10,43

Als die große Menge am gerade verschlossenen Grab wieder ruhig geworden war, stimmte der Rhetor ein bekanntes Frühlingslied an, das die Mädchen auf dem Land bei der Arbeit gerne singen. Die Worte des Lieds waren allerdings auffällig verändert. Mit diesen Worten wurde nicht mehr die Kraft der Natur gefeiert. Sie gaben dem Schöpfer des Kosmos die Ehre. Das Lied rühmte nicht länger das jährliche Wiedererwachen der Blumen und Bäume. Es pries den, der ein für alle Mal von den Toten auferweckt worden war. Die schönen Jünglinge und die bezaubernden  Frauenzimmer standen nicht mehr im Vordergrund. Mit dem Lied besang die andächtige Schar den Herrscher des Alls, den Anfang des Lebens, seine Mitte und sein Ziel.

»Wir mussten«, sprach der Wortführer dann mit kräftiger Stimme, «unseren Bruder Cornelius hergeben. Im hohen Alter ist er einem feigen Angriff zum Opfer gefallen. Drei verantwortungslose Burschen haben den unbewaffneten Mann mit ihren Stöcken und Fäusten traktiert, bis er nicht mehr lebte. Hier stehen sie bei uns, in der ersten Reihe. Festgehalten von Soldaten, sollen sie die Rituale bei der Bestattung ihres Opfers miterleben.
Bevor der Richter sich mit euch beschäftigt, wollen wir euch ins Gewissen reden. Ihr sollt die wichtigsten Adressaten unserer Zeugnisse hier am frischen Grab sein. Wir wollen euch etwas von dem weitersagen, was durch Cornelius an uns Gutes getan wurde. Ihr müsst unbedingt hören, was der Bruder Septus zu sagen hat. Den habt ihr zuerst angegriffen. Ihn wolltet ihr berauben. Auf seine Schreie hin kam Cornelius aus dem Haus gelaufen, um euch vom Überfall abzuhalten.

Auch von den Knechten und Mägden des Erschlagenen wird euch jemand ansprechen. Sie nennen wir selbstverständlich ebenfalls unsere Geschwister. Ihr werdet euch wundern, wie hoch sie ihren irdischen Herrn schätzten. Aber ihr habt es ja eigentlich schon zu spüren bekommen. Durch diese, von Unkundigen als Sklaven Verachtete, seid ihr eingeholt, niedergerungen und gefangen gesetzt worden. Habt ihr gemerkt, wie wenig sie euch dabei angetan haben trotz ihrer Wut? Ihr könnt dem einzigen Gott danken, dass nicht gleich an Ort und Stelle Blutrache an euch vollzogen worden ist.

Auch im Namen der Kinder und Enkel des Umgekommenen werdet ihr angesprochen. Ich sage euch jetzt schon, dass diese vor Gericht für euch um Gnade bitten werden. Wenn der Richter sie erhört, müsst ihr nicht sterben. Ihr könnt eure Untat auf der Galeere oder beim Steinebrechen büßen. Ihr seid Diebe und Räuber. Noch schlimmer: Ihr habt einen aufrechten Menschen um sein Leben gebracht. Ihr habt uns, unzählige Männer, Frauen und Kinder, Freie und Knechte, Frohe und Bedrückte um einen edlen Freund beraubt. Aber von denen hier, soweit ich sie kenne, verlangt niemand euren Tod. Wir hoffen vielmehr, dass ihr die Möglichkeit zu ehrlicher Reue und aufrichtiger Umkehr wahrnehmt. Denn wir haben unser Leben dem Sohn des lebendigen Gottes anvertraut. Über ihn, Jesus Christus, wurde schon unserem Bruder Cornelius einst zugesagt: ›Von diesem bezeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen‹ (Apg. 10,43).

Diese ermutigende Nachricht gilt euch auch. Für den Heiland dessen, den ihr umgebracht habt, seid ihr keine hoffnungslosen Fälle. Öffnet jetzt also unbedingt eure Ohren und eure verstockten Herzen. Lasst diese Gelegenheit nicht leichtsinnig verstreichen. Wer weiß, ob ihr noch eine weitere zur Besinnung bekommt. Gottes Barmherzigkeit sei mit euch!«
 

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