/ Wort zum Tag

Psalm 9,19

Bibelvers

Der HERR wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht ewig verloren sein.

Psalm 9,19

Psalm 9 ist ein Aufschrei: David, der den Psalm betet, ist in großer Bedrängnis. Er spricht von Feinden, die ihn umgeben und fertig machen wollen. Dennoch durchzieht diesen Psalm eine ganz große Gewissheit: „Der HERR wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht ewig verloren sein.“ Deswegen kann er zu Beginn schon loben und danken: „Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder. Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir und lobe deinen Namen, du Höchster.“

Wie passt das zusammen: einerseits Angst, Klage und intensives Flehen um Gottes Hilfe und andererseits hymnisches Preisen der Treue Gottes: „Der Herr ist des Armen Schutz, ein Schutz in Zeiten der Not“, wie es in Vers 10 heißt. Angesichts von Bedrängnis und Bedrohung eine ganz tiefe Zuversicht, eine große Gewissheit: „Der HERR wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht ewig verloren sein.“

David kann so beten, weil er das selbst schon erlebt hat und weil sich das durch die ganze Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel durchzieht. Seine Zuversicht ist keine Illusion, kein „Die-Augen-Verschließen“ vor der Realität. Seine Zuversicht ist gegründet in der Erfahrung der Treue Gottes.

Kurz vor der Berufung des Mose heißt es in 2. Mose 2: „Ich habe das Elend meines Volkes gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. Und ich bin hernieder gefahren, dass ich sie errette.“

Die Bibel bezeugt einen Gott, der sieht und hört, der uns sieht und uns hört.
Die Bibel bezeugt einen Gott, der Leid und Not wahrnimmt, der unser Leid und unsere Not wahrnimmt.
Die Bibel bezeugt einen Gott, der hernieder fährt und heraus führt.
Die Bibel bezeugt einen Gott, der im Stall von Bethlehem auf die Erde hernieder gefahren ist und der am Kreuz von Golgatha heraus führt aus Schuld und Gottlosigkeit.
Die Bibel bezeugt einen Gott, der uns nicht im Stich lässt, sondern bei uns ist – auch und gerade in Bedrängnis, in Angst, in Verlassenheit.

Warum ist das so? Im Matthäusevangelium wird uns Einblick gegeben in das Herz Jesu: „ Und als Jesus das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.“ Es jammert Jesus. Es jammert Jesus, wenn er uns so ganz am Ende sieht, ausgelaugt und ohne Kraft. Es jammert Jesus, wenn er uns wieder einmal in den Scherbenhaufen und Trümmern unseres Lebens, unseres Glaubens, unseres Verhaltens sieht. Es jammert Jesus. Es jammert Gott.

Das ist unser Glück und unsere Chance, jeden Tag neu, dass Gott nicht hartherzig und abweisend, gleichgültig und teilnahmslos daneben steht, sondern dass es ihn jammert. Das gibt mir den Mut, mit einzustimmen in das Bekenntnis, das David spricht: „Der HERR wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht ewig verloren sein.“ Daran möchte ich mich heute immer wieder erinnern lassen.

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