/ Wort zum Tag

Psalm 90,12

Bibelvers

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Psalm 90,12

Ein Satz hat mein Leben verändert. Ich hatte ihn schon öfter gelesen. Doch wie viel Tiefe in diesem Satz steckt, habe ich erst gemerkt, als mein Opa gestorben ist. Abends bin ich damals zu Bett gegangen. Etwas unruhig. Ich wusste, dass es meinem Opa nicht gut ging. Irgendetwas hielt mich wach und ließ mich nicht zur Ruhe kommen. So habe ich immer wieder kurz für meinen Opa gebetet und auch geweint, als hätte ich gespürt, dass er am nächsten Morgen nicht mehr leben würde.

So manche dumme Bemerkung, die einer in den nächsten Tagen machte, wirkte auf mich völlig deplatziert. Ich musste daran denken, wie wahr die Worte aus Psalm 90 doch sind: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

Klug hieß für mich, zu merken, wann eine Bemerkung passend ist und wann nicht. Gespräche bei einem gemütlichen Abend fühlten sich für mich oberflächlich an. So mancher Streiterei konnte ich in der Zeit nichts mehr abgewinnen. Wen interessierte es, ob einer sich versprochen hatte oder nicht, wenn ein Mensch fehlte,
der doch zu uns gehört hatte. Ich habe mich gefragt: Was bleibt von einem Menschen? Fotos, typische Aussprüche, persönliche Dinge, Erinnerungen. Der Tod warf auf vieles, was mir vorher so wichtig war, ein anderes Licht. Was vorher so strahlte, verlor an Glanz.

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Mit diesem Satz, wendet sich ein Beter hilfesuchend an Gott.

Ich beschäftige mich mit vielen Dingen – viel zu vielen. Ich brauche den Blick nicht nur auf den Tod von meinem Opa, sondern auch auf meinen eigenen Tod, um zu sortieren, was mir wirklich wichtig ist. Mich z. B. zu fragen:
Was übersteht den Tod? Das ist nicht viel, wenn ich über einen Friedhof gehe. Ein Fleckchen Erde, in dem ich liegen werde; wenn es gut geht, findet sich mein Name auf einem Stein. Mein Geburts- und mein Sterbedatum.
Ich wünsche mir, dass ein Kreuz neben meinem Namen steht. Als Zeichen für Jesu Kreuz. Für Jesus Christus, der für mich gestorben und auferstanden ist, damit dieses Fleckchen Erde nicht meine letzte Ruhestätte bleibt. Sondern damit ich umziehe in eine himmlische Wohnung. Jesus hat schon meinen Namen an meine Wohnung geschrieben und erwartet mich. Dort werde ich alles wiederfinden, wo ich zugelassen habe, dass Jesus durch mich wirken konnte. Schätze, die dem Tod trotzen, wie meine Freundschaft mit Jesus.

Was kann das noch sein? Wenn mir ein Mensch erzählt: Als du damals in der Kinderstunde die Geschichte mit Jesus und den Jüngern erzählt hast. Wie sie auf dem See Genezareth Angst bekamen, weil der Sturm so heftig tobte, bekam ich Mut, meine Ängste Jesus zu erzählen. Frauen, die sagen: Damals hast du uns das Beten in einer Gruppe beigebracht. Wir haben uns nicht getraut, laut zu beten, wenn andere dabei sind, obwohl jede für sich regelmäßig zuhause gebetet hat. Vielleicht steht auch jemand vor mir, der sagt: Ich bin damals mit meinem Auto sicher ans Ziel gekommen, weil du für mich gebetet hast – wie knapp das an der Kreuzung war, habe ich erst jetzt im Himmel erfahren.

Ob es klug ist, dem Himmel auf der Erde Rechnung zu tragen? Ich glaube schon. Denn was Jesus sagt, wird nicht vergehen. Was ihm gehört, hat trotz meines Todes bestand. Es hält ewig.

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