/ Wort zum Tag

Psalm 119,109

Bibelvers

Mein Leben ist immer in Gefahr; aber dein Gesetz vergesse ich nicht.

Psalm 119,109

Es gab Überraschungen in meinem Leben, mit denen ich wirklich, wirklich nicht gerechnet hätte. Dazu gehört der Mauerfall 1989. In meinem ganzen Leben hätte ich nicht damit gerechnet. Ich war mit der Mauer aufgewachsen. Die stand für mich. Auch in meinem Kopf. Und dann das!

In unserem Leben können wunderbare überraschende, nie erwartete Dinge geschehen. In der DDR sind sie von den Montagsgebeten erbeten und innerlich vor- und zubereitet worden. Was für ein starkes sprechendes positives Beispiel für erbetene und geschenkte, erarbeitete und bewirkte Situation.

In unserem Psalmvers schwingt genau das mit! Wir sind es ja gewohnt, den Kopf einzuziehen bei solch einem Gedanken: oh, ja, jederzeit kann etwas passieren. „Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war.“ Ja! Ja! Genauso ist es. Keine(r) von uns weiß, ob wir morgen noch leben. Unser Land, unsere Stadt morgen noch steht. Ob ich ein plötzliches Gehirnbluten bekomme, unglücklich stürze, mit dem Auto verunglücke, die Diagnose einer unheilvollen Krankheit von jetzt auf gleich bekomme. Alles Sachen, die vorkommen. Unser Leben ist rundum bedroht und ungesichert. Da könnten wir endlos Erfahrungen anderer Menschen und vielleicht auch von uns selbst aufzählen. Und alles stimmt. Und wird uns womöglich verängstigen, verunsichern, bedrücken, belasten.

Und unser Psalmvers? Der zeigt uns in wunderbarer Weise den Weg zu Lebensrealismus und Lebensbewältigung gleichzeitig. Es ist realistisch, nüchtern und gesund, mir das vor Augen zu halten, dass ich nichts fest in der Hand habe. Für nichts in meinem Leben auf dieser Erde die Garantie habe. Alles ist angeschlagen, unsicher und bedroht. Aber: HERR, dein lebensbefreiendes, mein Herz und Leben haltendes Gesetz vergesse ich nicht. Ich vergesse nicht, dass ich mich verdanke. Deiner Hand verdanke. Ich vergesse nicht, dass du mich wunderbar gemacht hast, dass du mich von Ferne verstehst, dass du die Haare auf meinem Kopf gezählt hast, dass ich meine Sorgen dir überlassen und anvertrauen darf. Und dass ich mit dir über die Mauer springen darf. Und dass ich gespannt sein darf auf die Wunder deiner Liebe auch und mitten in schweren Situationen. Auf deine vorbereiteten Verhältnisse. Auf deine Segensüberraschungen. Auf Zeichen deines „an mich Denkens“. Auf Begegnungen, die heute für mich wichtig sind.

Ich halte fest, dass ich am Morgen bei dir, in deinem Namen, nach deinem Gesetz Kraft schöpfen darf in der Stille vor dir, vielleicht nur ein paar Minuten. Dass ich in meinem persönlichen Gebet und mit anderen gemeinsam dir Situationen und Menschen hinlegen und anvertrauen darf.
Dass ich in deinem Namen den Unterschied machen darf in dieser Welt, in deiner Kraft, in deiner Liebe. Und dass ich schaue, was dein Gesetz von Liebe, Vergebung, Trost, Kraft, Zuspruch, Entmachtung des Todes und Vorfreude auf deine Ewigkeit bewirken kann.

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