/ Wort zum Tag

3. Mose 19,18

Bibelvers

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR.

3. Mose 19,18

„Woher weißt du, dass es Liebe ist?“ Diese Frage las ich auf einer riesigen Litfasssäule. Zuerst dachte ich, es sei Werbung für eine Partneragentur. Erst beim zweiten Hinschauen entdeckte ich: Es geht um einen Film. Ich habe ihn allerdings nicht gesehen. Aber ich finde, dieser Titel berührt eine Frage, an der keiner vorbei kann: Weder in einer Ehe noch in einer Familie noch in einer Freundschaft noch da, wo jemand in einem sozialen oder christlichen Projekt mitarbeitet. Die Frage lautet: Was treibt uns? Ist da wirklich Liebe drin, wo Liebe draufsteht? Wir erleben ja immer wieder, dass das längst nicht überall der Fall ist. Gerade im christlichen Bereich steht oft das Pflichtgefühl dahinter. Für viele ist das eine glasklare, knallharte Forderung: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR!“, 5.Mose 19, Vers 18. Diese beiden Sätze wurden für den heutigen Tag ausgewählt. Sie sind für viele wie ein riesiger Berg. Warum ist das so schwer umzusetzen?

Kann es sein, dass wir diesen Satz zu isoliert sehen, den Zusammenhang nicht beachten? Denn da heißt es einen Vers vorher: „Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen. Du sollst dich nicht selbst rächen noch deinem Nächsten etwas nachtragen, bzw. ihm grollen.“ Liegt hier in Anführungsstrichen, eine Herzkrankheit vor, die man in medizinischen Fachbüchern vergeblich sucht?

Damit Sie den Nächsten lieben können, wen auch immer Sie jetzt im Blick haben, ist eine genaue Diagnose nötig. Das bedeutet, sich einmal Zeit zu nehmen, nachzudenken. Das lässt sich nicht übers Knie brechen, so im Vorbeigehen erledigen. Es braucht oft sehr viel Geduld, den langen Atem. Aber nicht mit dem anderen, sondern ich mit mir, Sie mit sich. Denn die Diagnose lautet: Das Herz, also das Denken, Fühlen und Wollen, ist krank, infiziert von der Sünde. Ohne Bild: Der Hass muss abgebaut, die Rachegedanken abgelegt werden. Dem anderen darf nichts mehr nachgetragen werden. Das Ziel ist, Konflikte nicht unter den Teppich zu kehren, sondern sie offen und sachlich anzugehen. Aber wenn wir nun darauf warten, dass sich das sozusagen automatisch entwickelt oder dass uns so etwas wie der berühmte Pfeil des Amor trifft, können wir lange warten. Erst wenn wir dem Hass und der Rache ganz bewusst absagen, wenn wir uns bewusst damit auseinandersetzen, das an uns heranlassen, wird der Weg frei für die Liebe. Liebe hängt mit einem gesunden Herzen, mit gereinigten und befreiten Gedanken und Gefühlen zusammen. Wenn wir uns darauf konzentrieren, werden wir dann auch den Rückenwind des Heiligen Geistes zu spüren bekommen. Er wird uns dann mit seiner besonderen Kraft heilen, treiben und tragen. Solange wir das aber blockieren, das einfach laufen lassen, bleibt der Druck erhalten, bleibt das Reden über die Liebe hohles Geschwätz. Den Nächsten wirklich lieben, kann ich nur, wenn vorher Reinigung und Vergebung stattgefunden haben. Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute an einem konkreten Punkt anfangen und den ersten Schritt wagen können.         

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