/ Wort zum Tag

Johannes 11,25

Bibelvers

Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.

Johannes 11,25

Ich stehe noch ganz unter dem Eindruck der Beerdigung einer Frau in den mittleren Jahren. Ein reichliches halbes Jahr war die Zeit von der Diagnose bis zum Todestag. Der Krebs war schon soweit fortgeschritten, dass medizinisch keine Hilfe mehr möglich war. Eine Chemotherapie nahm diese Frau nicht in Anspruch, doch aufgegeben hat sich diese Frau nicht. Sie hatte eine ungeahnte Hoffnung ausgestrahlt, neben dem Krebs, der ihren Körper immer mehr schädigte.

Ich habe sie gut gekannt, ihre Fröhlichkeit war immer wieder ansteckend. Durch ihr Vertrauen und die Anteilnahme für so viele Menschen unseres Ortes war sie immer gern gesehen. Die Nachricht „Krebs“ war ein Schock. Warum gerade diese Frau? So viele Fragen brachen auf. Die Zeit der Krankheit war nicht leicht. Der Lebensradius hat sich immer mehr eingegrenzt. Erst waren es noch kleine Spaziergänge, dann war selbst ein Gespräch im Pflegebett eine enorme Anstrengung. Bei Besuchen spürte ich dennoch die Hoffnung und den Lebenswillen. „Es wird alles gut werden“, hat sie immer wieder gesagt. Jeder, der kam, ging getröstet wieder nach Hause. Sie hat diese Zeit bewusst genutzt, um sich mit ihrem Leben und dem Sterben auseinander zu setzen. Sie hatte einige Menschen ihres Vertrauens an ihrer Seite. Mit ihnen sprach sie sehr offen über ihre Situation.
 
Dann kam der Tag ihres Sterbens und der Beerdigung. Der Tod dieser  Frau hat eine Lücke hinterlassen. Für die Hinterbliebenen fehlt dieser eine Mensch. Jedes Sterben ist ein Verlust für die Zurückbleibenden. Unsere Sehnsucht nach Leben wird dadurch in eine ganz neue Herausforderung  gestellt. Schon in den Tagen als die Krankheit noch einigermaßen erträglich war, hatte sie wesentlich ihre Beerdigungsfeier vorbereitet. Sehr viele Menschen waren an diesem Tag gekommen um diesen Weg mit zu gehen. Da gab es Tränen über den Verlust dieses Menschen. Die Wucht des Todes war einfach furchtbar. Und doch gab es auch eine Hoffnung, die wie ein Grundton in dieser Beerdigung spürbar war. Die Atmosphäre dieser Beerdigungsfeier kann kaum in Worten wieder gegeben werden. Jeder, der dabei war, spürte trotz des Verlustes und der Trauer einen tiefen Frieden. Das war alles so echt und ehrlich. Waren es die Worte und Handlungen am Grab, wo jedes Wort wie ein eigener Ton in die Herzen der Menschen gefallen ist. Oder war es auch die Trauerandacht selbst. Da gab es persönliche Worte von dieser Frau neben den Ansprachen. Die Hoffnung der Verstorbenen wirkte bis in diese Stunde und darüber hinaus. So habe ich die Aussage dieses Bibelwortes aus dem Johannesevangeliums noch nie gespürt: „Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“

Mitten in dieser Beerdigungsfeier spürten wir diese Hoffnung und das Leben. Der Glauben an Gott hat eine Dimension, die die Grenze des Todes überwindet. Was an Hoffnung gelebt wurde, zeigte sich in der Zeit des Todes.  Leben ist mehr, als was wir vor Augen haben. Der Glauben dieser Frau hatte eine Kraft, die so viele ermutigt hat. Das Wort 'Vertrauen' wurde dadurch lebendig. Die Worte von Jesus: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ entfalteten eine Hoffnung, die wohl jeden im Blick auf sein eigenes Leben nachdenklich gemacht hat. 

     


 

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