/ Wort zum Tag

Römer 1,20

Bibelvers

Was von Gott unsichtbar ist, seine unvergängliche Kraft und Gottheit, wird seit der Erschaffung der Welt mit der Vernunft an seinen Werken wahrgenommen.

Römer 1,20

So konnte es Paulus für sich sagen und den Christen im ersten Jahrhundert vermitteln.  Die unsichtbare Kraft Gottes ist in der Natur immer wieder zu entdecken. Die Forschungen der Naturwissenschaft und Erkenntnisse über die Zusammenhänge des Lebens haben sich seit Paulus radikal verändert. Paulus lebte in einer Zeit, in der das Weltbild der Erde im Umbruch war. Noch viele kämpferische Auseinandersetzungen, in denen Gottes Schöpferkraft in Frage gestellt wurde, sollten folgen. Inzwischen sind die Zusammenhänge über die Erbanlagen  eines Menschen entschlüsselt - und das Forschen hat kein Ende. Gott sei Dank. Was mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaft erreicht wird, geht auf die Vernunft unseres Denkens zurück.

Das Denken in naturwissenschaftlichen Zusammenhängen eröffnet immer wieder neue Zusammenhänge. Für einen Christen haben die Erkenntnisse über die hochkomplizierten Zusammenhänge des Lebens ein noch größeres Staunen hervorgebracht. Diese komplexe Welt hat auch eine enorme Gefährdung. Die Achtung vor dem Leben und vor Gott ist nicht geringer geworden. Paulus hätte da wohl seine helle Freude daran gehabt. Für Christen wurde der Glauben an Gott, den Schöpfer, immer bedeutungsvoller.

Der Zufall als Beweger der Natur ist für viele, die nicht glauben, die höchste Instanz. Dieses Denken kommt ohne Gott aus. Das zeigt sich z. B. bei der Erklärung der Entstehung des Lebens.  Es braucht keinen Gott, um die Welt zu erklären. Solange es um rein biologische und chemische Erforschung geht, werden auch die Gesetzmäßigkeiten der Naturwissenschaft anzuwenden sein. Ganz gleich ob ein Mensch glaubt oder nicht. Die Deutung dieser Welt liegt aber immer wieder im Menschen selbst.  Für viele Naturwissenschaftler sind der Glauben an Gott und das Forschen kein Widerspruch.

Mir gefällt die kurze Aussage: „Wer denkt, der dankt.“ Vieles im Leben wird als selbstverständlich gesehen. Das betrifft unser Leben überhaupt, die Möglichkeit der vielfältigen Gestaltung und die Beziehung untereinander.  Darin eingeschlossen ist die Verantwortung, die uns mit auf den Weg gegeben ist. Das schließt unser verantwortliches Denken mit ein. Leider gibt es so viele intelligente Menschen, die ihre Fähigkeiten dazu benutzen, andere Menschen auszubeuten, zu unterdrücken oder zu vernichten. Da hat die Intelligenz viel Schaden angerichtet. Verantwortliches Denken sucht Möglichkeiten, das Leben zu fördern und zu schützen.
Dieser Gebrauch meines Verstandes liegt dann ganz auf dem, was Paulus zum Ausdruck bringt. Gottes Kraft und Herrlichkeit wird durch unser Denken erkannt. Ich sehe diese Welt nicht als einen Widerspruch, sondern als etwas Ganzes. Die Ausbeutung der Natur zerstört nicht nur den Lebensraum, sondern auch den Menschen selbst. Hier können wir noch einen Schritt weiter gehen, wie es Paulus schon angedeutet hat. Die Zerstörung dieser Welt liegt nicht nur in der Missachtung Gottes, der uns diese Welt anvertraut hat. Ich kann dankbar diese Welt betrachten und verantwortlich damit umgehen. Ob es die kleine Blume ist oder ein Ozean mit seinen vielfältigen Lebensformen. Beides sind Wunderwerke, die auch ohne den Menschen auskommen. Ein Denken, dass keine Verantwortung vor der Natur mehr hat, wird sich selbst zugrunde richten. Als Christen beginnt unsere Verantwortung vor Gott, der uns diese Welt anvertraut hat. Deshalb reden wir von Schöpfung, weil Gott sie wollte. Christen sehen darin die Zusage, dass wir immer wieder neu die Zusammenhänge entdecken, durchdenken und sinnvoll gestalten können.
 

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