/ Wort zum Tag

Römer 6,5

Bibelvers

Wenn wir mit Christus verbunden und ihm gleich geworden sind in seiem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.

Römer 6,5

Von der Verbundenheit der Christen mit Christus, von seinem Tod und seiner Auferstehung redet das Bibelwort. Es spricht aber auch von unserem Tod und unserer Auferstehung und setzt sie in einen Zusammenhang mit dem Tod und der Auferstehung Christi: „Wenn wir mit Christus verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.“

Dabei stellt sich die Frage: Kann unser Tod in der Verbundenheit mit Christus seinem Tod überhaupt gleichen? Ist der Tod Christi auf Golgatha nicht einzigartig?

Ich glaube, es geht hier überhaupt nicht zuerst um den Tod an sich. Es geht vielmehr um unsere Beziehung zu Christus als Person, wie auch wir Person sind. Es geht um jene Erfahrung des von Christus erlittenen Todes, von der uns die Bibel im Verlauf der Passionsgeschichte berichtet: dass Christus einsam und verlassen gestorben ist, dass er den letzten Weg allein und unter Qualen gehen musste, dass der Tod seinem unvergleichlichen Leben ein Ende bereitete und er sich selbst lassen musste.

Durch den so erlittenen Tod zeigte Jesus, dass er ganz und gar Mensch war wie wir es sind. Diese letzte Grenzerfahrung, die alle Menschen machen müssen, war auch seine Erfahrung.

Er ist genau den Weg gegangen, den jeder von uns Menschen gehen wird, wenn auch jeder ihn anders geht oder anders erleben wird. Darin eben kann unser Tod seinem Tod gleich werden, in dieser Erfahrung, die uns mit jedem Tag unseres Lebens unausweichlich immer näher kommt.

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Mit diesem Gebet verabschiedete sich Jesus – mit einer Frage, auf die es in seinem Leben keine Antwort von Gott mehr gab. Erst nach seiner Auferweckung, erst an Ostern gab es die Antwort für ihn selbst und jene, die ihm nachfolgten, erst nachdem er ein ganz neues Sein in der Auferweckung durch Gott bekommen hatte.

„Ihm gleich werden in seinem Tod“, das bedeutet für mich, auf möglicherweise sehr bedrängende Fragen des eigenen Lebens selbst angesichts des Sterbens noch keine tröstliche Antwort von Gott zu erhalten. Nicht auf alle Fragen unseres Lebens wird es von Gott eine Antwort geben, auch wenn wir es sehr bewusst in einer lebendigen Beziehung zu ihm gestalten.

„Ihm gleich werden in seinem Tod“, das bedeutet für mich ebenfalls, mich ohnmächtig und hilflos dem Tod als dem letzten Feind des Lebens, das uns durch ihn genommen wird, gegenüber zu sehen und diese Hilflosigkeit und Ohnmacht aushalten zu müssen.

Die Verbundenheit mit Christus nimmt uns das Grauen des Todes nicht, vielmehr teilen wir es mit ihm. Doch diese Verbundenheit gibt uns auch die Hoffnung, ebenso wie er durch den Tod hindurchgetragen zu werden und als Person nach der Aufweckung in einem ganz neuen Sein zu leben, in dem unsere Identität bewahrt sein wird.

Gibt es eine Begründung für diese Hoffnung? Gewiss. Sie liegt in der Liebe Gottes, von der uns nichts trennen kann. Auch der Tod nicht, auch unsere Ohnmacht nicht.
 

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