/ Wort zum Tag

Psalm 127,1

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.

Psalm 127,1

Ich bin in einem kleinen Dorf in Niedersachsen aufgewachsen. Ich kann mich noch gut daran erinnern: auf den alten Bauernhöfen aus Fachwerk – damals gab es in diesem kleinen Dorf noch 26 Bauernhöfe, die zumindest teilbewirtschaftet waren -; auf den Querbalken über dem großen Einganstor zur Diele standen Inschriften. Es waren oft Segensworte, ein Bibelwort etwa, eine Liedstrophe, manchmal auch Lebensweisheiten wie: „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ – Dann kam der Name des Ehepaares, das das Haus erbauen ließ und das Jahr, in dem das Haus erbaut wurde. Die Inschriften auf den Querbalken sagten etwas aus über den Glauben und das Lebensverständnis zumindest der Erstbewohner des jeweiligen Hauses. Meistens stammten diese alten Bauernhöfe aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

An solch eine Hausinschrift wurde ich erinnert, als ich die Losung für den heutigen Tag las: Sie steht in Psalm 127 im Vers 1 und lautet: „ Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Durch die Erinnerung neugierig geworden, schaue ich im Internet nach, ob und wo es Hausinschriften mit diesem Bibelwort gibt. Tatsächlich, ich finde diese Inschrift auf einem Haus in Schlangen - Lippe/Westfalen: „Wo der Herr nicht das Haus bauet so arbeiten umsonst die daran bauen. Wo der Herr nicht das Haus behütet so wachten die Wächter umsonst Psalm 127.1 Friedrich Rehse und Luise Bauerkämper haben dies Haus bauen Lassen Anno 1859 durch Zimmermann A. Rebbe.“

Es ist eine Hausinschrift, die einiges über den Glauben und das Lebensverständnis von Friedrich Rehse und Luise Bauerkämper aussagt. Wer in Schlangen mit der Hausnummer 83 – ich weiß gar nicht, ob dieses Haus heute noch steht -; wer die Inschrift dieses Hauses bei seiner Erbauung gelesen hat, der wusste sofort: Hier wohnen Menschen, die bei aller Arbeit und Mühe davon überzeugt sind: Wir können arbeiten und uns mühen wie wir wollen: Wenn Gott nicht seinen Segen dazu gibt, wenn Gott nicht sein Ja zu unserer Arbeit spricht, dann bleibt alles Arbeiten und Mühen umsonst.“  Friedrich Rehse und Luise Bauerkämper bringen mit ihrer Hausinschrift zum Ausdruck: Wir vertrauen nicht auf unserer Hände Werk; wir vertrauen letztlich nicht auf das von uns Planbare und Machbare; wir vertrauen und hoffen auf Gott, dass er uns seinen Segen nicht vorenthält und wir unter seinem Schutz leben dürfen.

Welche Worte würden Sie über Ihr „Lebenshaus“ schreiben? Wären es auch Worte, in denen das Vertrauen und vielleicht auch der Dank an Gott zum Ausdruck kommt, dass er sie in ihrem bisherigen Leben gesegnet, bewahrt, versorgt und beschützt hat; dass er sie begleitet und mit seinem Frieden und Heil beschenkt hat?

Das Gegenteil ist ja wohl, dass wir auf unsere eigene Leistungskraft vertrauen. „Mir wird nichts geschenkt.“ „Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner.“ Das sind auch Glaubensbekenntnisse, die viel über das Lebensverständnis derer aussagen, die solch einen Satz aussprechen oder fast lesbar auf ihrer Stirn tragen. Ich für mein Teil stimme da eher dem Psalmbeter zu und dem Ehepaar Friedrich Rehse und Luise Bauerkämper: „Wo der Herr nicht das Haus bauet so arbeiten umsonst die daran bauen. Wo der Herr nicht das Haus behütet so wachten die Wächter umsonst.“ Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute Gottes Segen und Gottes Schutz erfahren in all der Arbeit und der Mühe, die Sie zu bewältigen haben.
 


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