/ Wort zum Tag

Matthäus 11,5

Bibelvers

Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt.

Matthäus 11,5

„Bist du der Messias?“ Diese Frage lässt Johannes den Täufer nicht zur Ruhe kommen. Und seine Jünger wohl auch nicht. Die Frage hat für ihn eine beinahe existenzielle Bedeutung. Er sitzt im Gefängnis und muss mit seiner baldigen Hinrichtung rechnen. Wie geht es dann weiter? Wird Jesus von Nazareth das Werk fortführen, dass er, Johannes der Täufer begonnen hat? Ist er der Kommende, der Versprochene, der Gesalbte? Ist er der Christus? Ist er der Messias? Johannes spekuliert nicht. Er fragt den, der es wissen muss: Jesus. Oder besser: Er lässt ihn fragen. Er schickt seine Jünger. Und Jesus antwortet wie so oft nicht direkt und doch so, dass es seine Zuhörer verstehen: „Sagt Johannes, was ihr selber hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt.“ Den Jüngern von Johannes müssen die Ohren geklingelt haben, weil das alles so bekannt klang, so vertraut. Es fasste viele Verheißungen aus den Heiligen Schriften zusammen. Vieles, was bei Propheten wie Jesaja anklingt. Verheißungen, die sich auf die messianische Zeit beziehen, auf die Ankunft des Gesandten Gottes.

Matthäus fügt einen weiteren Satz an und das könnte ein Satz sein, den Jesus sehr speziell für Johannes formuliert hat: „Selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.“ Warum hätte sich Johannes ärgern sollen? Vielleicht weil der Messias anders war als seine Vorstellung von ihm. Johannes hatte eher einen kommenden Richter verkündet. Nun kommt ein Erlöser. Nun kommt ein Heiland. Nun kommt einer, der Menschen zurecht bringt mit ihrem eigenen Leben und als Heiland richten wird. Der zurecht bringt. Vor allem auch mit Gott. Darüber könnte sich Johannes ärgern, so wie sich Jona einst geärgert hatte, weil Gott Erbarmen hatte mit der Stadt Ninive, obwohl er, Jona, doch das drohende Gericht verkündigt hatte.

Was Jesus hier beschreibt, hatten die Menschen seinerzeit Tag für Tag vor Augen. Jesus gab Blinden das Augenlicht wieder, half Lahmen auf die Beine, befreite Aussätzige von ihrer tückischen und ansteckenden Krankheit. Er öffnete Tauben die Ohren, holte sogar einzelne Menschen aus dem Tod zurück ins Leben. Und hatte bei all dem immer vor allem die im Blick, die nicht so viel galten, die ausgegrenzt wurden, die keine Stimme hatten. Die Armen. Ihnen predigte er das Evangelium. Ihnen predigte er die gute Nachricht, dass Gott ein Gott für die Kleinen ist, vor allem für die Kleinen, für alle, die wissen, dass sie vor Gott mit leeren Händen stehen und dass sie auf seine Gnade und auf seine Barmherzigkeit angewiesen sind.

Es war eine besondere Zeit, diese Zeit, in der der Messias auf dieser Erde war. Es war schon eine Vorwegnahme der ewigen Herrlichkeit, die auf uns alle wartet, in der Gott alle Tränen abwischen wird, in der es keine Schmerzen mehr geben wird, in der es kein Leid mehr geben wird, keine Blindheit, keine Taubheit, keine Lahmheit, eine Zeit, in der es vor allem keinen Tod mehr geben wird und deswegen auch keine Angst vor dem Tod. Diese tückische Angst, die hinter allen kleinen und großen Ängsten unseres Lebens lauert.

Schon heute blitzt diese neue Zeit zuweilen in unserem Leben auf. Aber erst im Himmel werden wir ganz und gar und ohne Einschränkung erleben, was Jesus hier zu sagt.

Wie oft sind wir das Leid leid. Umso mehr dürfen wir uns auf das freuen, was auf uns wartet. Er, der Heiland Jesus Christus, der Messias ist schon da und bereitet alles vor.

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