/ Wort zum Tag

Markus 1,35

Bibelvers

Am Morgen, noch vor Tage, stand Jesus auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort.

Markus 1,35

Astronauten und Tiefseetaucher haben nicht viel gemeinsam. Sie sind bekanntlich in sehr verschiedenen Welten unterwegs. Die einen zieht es hinauf zu den Sternen, die anderen hinunter zu den Weltmeeren. Größer kann der Unterschied nicht sein.

Doch eins verbindet sie miteinander: Beide sind dringend auf Sauerstoff angewiesen. Ohne den geht bald das Leben aus - sowohl in der Weite des Kosmos als auch in den Tiefen der Ozeane. Die Sauerstoffzufuhr muss intakt sein. Wehe, sie ist gestört oder gar unterbrochen! Das kann tödlich enden.

Die lebenspendende Verbindung will gepflegt sein. So unterstreicht es auch das Bibelwort für den heutigen Tag. Es hat aber weder Astronauten noch Tiefseetaucher im Blick, sondern Sie und mich. Es hält uns Jesus vor Augen. Der wird uns als Frühaufsteher geschildert. Schon vor Tagesanbruch verlässt er sein Nachtlager. Seine Jünger schlafen noch. Jesus geht an eine einsame Stätte. Dort betet er. Er pflegt die Verbindung zu seinem himmlischen Vater, zu seinem und unserem Gott. Jesus ist darauf angewiesen. Ein paar Stunden später wird er wieder vor Menschen stehen, die gute Worte von ihm erwarten. Dann wird er erneut von Kranken umlagert sein, die Hilfe erhoffen. Das kostet Jesus Kraft. Woher nehmen und nicht stehlen, sagt man etwas locker im Volksmund daher?!

Doch bevor Jesus zu den Menschen geht, geht er zu Gott. Dort fließen ihm die Kräfte zu, die er nötig braucht. Er hört auf Gott. Es spricht mit ihm. Jesus braucht das. - Ich sage mir: Wenn Jesus das schon nötig hatte, wieviel mehr brauchen wir das, ausgiebig und täglich mit Gott zu reden, ich genauso wie Sie. Ob das – wie bei Jesus - am frühen Morgen geschieht oder irgendwann im Laufe des Tages, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Aber es soll bei Ihnen wie bei mir ein paar Minuten am Tag geben, in denen Gott unser einziger Begleiter ist. Da hören wir auf das, was er uns in seinem Wort zu sagen hat. Und dann sprechen wir vor ihm aus, was uns bewegt. Es geht zwischen Gott und uns hinüber und herüber. Er redet mit uns. Wir reden mit ihm. Er hört auf uns. Wir hören auf ihn. So entsteht ein tägliches Band zwischen Gott und uns, ein lebendiger Kontakt.

Nichts brauchen wir dringender, wenn wir unser Leben im Sinne Gottes bewältigen wollen. Das hat bereits Martin Luther gewusst. „Je mehr ich zu arbeiten habe, desto mehr muss ich beten“, hat er einmal gesagt. Und so hat er’s auch gehalten, manchmal vier Stunden pro Tag. Ich gestehe: Bei mir läuft das eher umgekehrt. Leider! Wenn die Anforderungen über mir zusammenschlagen, wenn ich nicht mehr überschaue, was ich zuerst oder zuletzt zu tun habe, dann verbleibt es oft oder kommt zeitlich nur sehr kurz, den Kontakt zu Gott zu pflegen. Anderes ist mir dann wichtiger. Gott muss dann zurückstehen.

Ich weiß aus manchen Gesprächen, dass das vielen Christen ähnlich ergeht. Doch damit schneiden wir uns langfristig ins eigene Fleisch. Manchmal wundern wir uns, dass uns schnell die nötigen Kräfte ausgehen, dass wir den Überblick verlieren und anderen Menschen nur kurz angebunden begegnen. Oder wir ärgern uns darüber, dass unser Wort als Christen in der Öffentlichkeit so selten auf guten Boden fällt. Das alles mag manche Ursachen haben. Aber vielleicht sollten wir hier ansetzen: Wir sind darauf angewiesen, mit Gott verbunden zu sein, der Quelle allen Lebens. Ohne ihn laugen wir aus. Wir werden ärmer. Unsere Worte verlieren an Gewicht. Doch dazu muss es nicht kommen.

Was für Astronauten und Tiefseetaucher geboten ist, die lebensrettende Verbindung zu pflegen, lasst uns als ebenso selbstverständlich betrachten und täglich pflegen. In der Stille mit Gott tanken wir auf. Dazu regt uns Jesus heute an. Auf ihn zu schauen und uns an ihm zu orientieren, bringt uns Heil und Segen.
 

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